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"Planet der Affen" im Kino


"Planet der Affen" war ein Meilenstein des Science-Fiction-Kinos - gesellschaftskritisch, anprangernd, und eine Allegorie auf die dem Menschen innewohnende (Selbst)Zerstörungskraft. Das Filmende gilt zu Recht als eines der besten in der Geschichte des Kinos und erfand den Plot-Twist noch bevor dieses Wort überhaupt existierte. Über 50 Jahre später ist das Vermächtnis von "Planet der Affen" noch immer lebendig...

Der erste Planet der Affen-Film erschien inmitten der 1968er-Bewegung in den Kinos. In einer Zeit der gesellschaftlichen Revolution und des Wandels war er fast schon ein Anachronismus: An den Kinokassen waren Filme mit gesellschaftlich relevanten Themen wie z.B. Rassismus ("Rat mal, wer zum Essen kommt", 1967), Ehebruch ("Die Reifeprüfung", 1968) oder Jugendgewalt ("Junge Dornen", 1967) die grossen Renner. Science-Fiction war, wenn überhaupt, nur als Nische präsent.

 

Doch mit "Planet der Affen" änderte sich dies schlagartig. Mit einem US-Box-Office von schätzungsweise 30 Mio. $ - rund 402 Mio. in 2024-$ - war er ein riesiger Kassenhit. Ausserdem begründete er eine der ersten Filmfranchisen in der Geschichte des Kinos, löste in den 1970er Jahren eine riesige Merchandisingwelle aus und wurde sogar als TV-Serie vermarktet. Zusammen mit 2001 - Odyssee im Weltraum (ebenfalls 1968) machte er auch das Science-Fiction-Genre Mainstreamtauglich und vermochte eine breiten Masse zu begeistern.

 

Nun geht es im Kino mit "Kingdom of the Planet of the Apes" endlich wieder zurück in die Welt der Affen. Zeit also für einen Rückblick auf die wegweisende und überraschend langlebige Science-Fiction-Reihe...

1968: Planet der Affen

 

"Ihr Wahnsinnigen! Ihr habt die Erde in die Luft gesprengt! Ich verfluche euch! Ich verfluche euch! Euch alle!" Klare Worte, die Astronaut Taylor (Bibel-Ikone Charlton Heston) am Ende von Franklin J. Schaffners genialer Romanadaption an die Menschheit richtet. Diese haben nämlich die Erde in einem Atomkrieg zerstört und damit den Affen zur Herrschaft verholfen.

 

Der erste Teil der "Planet der Affen"-Franchise ist ohne wenn und aber der beste der gesamten Reihe. Obwohl er heute nicht mehr in allen Belangen funktioniert, ist er nach wie vor fesselnd. Und auch das oscarprämierte Make-up von John Chambers vermag noch zu überzeugen. Der plot twist am Ende des Films ist und bleibt legendär und schrieb zu Recht Filmgeschichte.

 

1970:  Rückkehr zum Planet der Affen

 

Im zweiten Teil von "Planet der Affen" strandet erneut ein Team von Astronauten auf dem Planeten. Diese sollen den in Teil eins verschollenen Astronaut Taylor (Charlton Heston) ausfindig machen. Dabei begegnen Ihnen nicht nur die sprechenden Affen sondern auch eine telapathisch begabte Menschensekte. Diese beten einen ganz besonderen "Gott" an: eine Atombombe.

 

Das drastische Ende - der Affenplanet wird in die Luft gejagt - wurde von Charlton Heston höchstpersönlich vorgeschlagen. Gewiefte Allegorien oder gesellschaftskritische Kommentare sucht man in dieser enttäuschenden Fortsetzung vergebens. An den Kinokassen war der Streifen aber dennoch erfolgreich genug um einen weiteren Teil zu rechtfertigen.

 

1971: Flucht vom Planet der Affen

 

Kurz bevor der Plant der Affen durch eine Atombombe in die Luft gesprengt wird können

Zira (Kim Hunter), Cornelius (Roddy MacDowall) und Dr. Milo (Sal Mineo) in einem Raumschiff fliehen. Dieses bringt sie zurück auf die Erde des Jahres 1973. Dort werden sie jedoch nicht nur mit offenen Armen empfangen.

 

Gegenüber dem zweiten Teil macht "Flucht vom Planet der Affen" wieder einiges wett und weiss vor allem durch das tolle Spiel der beiden Hauptdarsteller zu überzeugen. Und obwohl das Ende auch diesmal keinen guten Ausgang nimmt, weiss es trotzdem zu Gefallen.

 

1972: Eroberung vom Planet der Affen

 

Der Streifen spielt im Jahr 1991. Affe Caesar (Roddy McDowall), der Sohn von Zira und Cornelius, ist mittlerweile erwachsen und in der fürsorglichen Obhut des Zirkusdirektors Armando (Ricardo Montalban). Als er jedoch sieht wie seine Artgenossen behandelt werden rebelliert er.

 

Bei Testvorführungen hatte es der Streifen nicht leicht. So klang die Siegerrede von Affe Caesar in der ersten Schnittfassung weniger versöhnlich als in der Kinoversion. Ausserdem waren vielen Eltern die teils blutigen Gewaltszenen zu viel des Guten und sie verliessen vorab die Kinosäle. Die 20th Century Fox musste die Schere anlegen. Dennoch reichte es nur für eine PG-Altersfreigabe.

 

1973: Schlacht um den Planet der Affen

 

Nach einem atomaren Holocaust sind die Städte der Erde unbewohnbar. Schimpanse Caesar (Roddy McDowall) führt eine Gruppe Affen und Menschen an, die auf dem Land friedlich zusammenleben. Doch der junge Gorilla-General Aldo (Claude Akins) zerstört den Frieden und will die Menschen unterjochen.

 

Regisseur J. Lee Thompson war sehr unglücklich über die vom 20th Century Fox-Studio auferlegten Budgetlimitationen. Auch war er verständlicherweise wenig erfreut darüber, dass kurz vor Drehbeginn noch kein fertiges Drehbuch vorlag. Folglich litt die Qualität des Streifens enorm und bei seiner Veröffentlichung wurde "Schlacht um den Planet der Affen" von den Kritikern als "billig" und "einfallos" abgstempelt. Die Zuschauer kamen dennoch in die Vorführsäle und sorgten erneut dafür, dass auch der lezte Teil der Originaltrilogie Profite einfuhr. 

 

2001: Planet der Affen

 

Als Tim Burton für die Neuverfilmung von "Planet der Affen" zu Beginn der 2000er angekündigt wurde, waren Science-Fiction-Liebhaber und "Planet der Affen"-Fans euphorisch. Wer wäre für den Stoff besser geeignet als der kreative Exzentriker? Doch sein Remake stellte sich leider als uninspirierte und enttäuschende Neuversion heraus, die dem Original in keiner Sekunde das Wasser reichen kann.

 

Ursprünglich sollte das Remake von James Cameron mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle gedreht werden. Seine Version wäre weniger ein Remake gewesen und mehr eine Weiterführung des Originals. Geplant war, den Streifen dort zu beginnen, wo das Original endete. Als das Ganze jedoch nicht vorankam stieg James Cameron aus und drehte lieber den Megablockbuster Titanic (1997) . Trotz seiner zahlreichen Mängel wurde Tim Burtons Remake ein Kassenschlager und zählt zu einem der erfolgreichsten Filme der Reihe.

 

2011: Planet der Affen: Prevolution

 

Zurück zu den Anfängen: In Rupert Wyatts hervorragendem Reboot der "Planet der Affen"-Reihe dreht sich alles um den Schimpansen Caesar (Andy Serkis). Dieser wird von Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) adoptiert und zeigt schnell Anzeichen erhöhter Intelligenz. Später zettelt er jedoch eine Revolte an.

 

Die Affen wurden primär mit Hilfe des Motion Capture-Verfahrens zum Leben erweckt. Dabei konnten die Macher insbesondere auf die langjährige Erfahrung von Motion Capture-Darsteller Andy Serkis zurückgreifen. Dieser lieh sein Gesicht zuvor bereits den Filmfiguren Gollum ("Herr der Ringe", 2001-2003) und King Kong ("King Kong", 2005). 

 

An den Kinokassen war "Planet der Affen: Prevolution" die grosse Überraschung des Jahres und erwies sich weltweit als grosser Hit. Ausserdem wurde erstmals seit dem Original endlich wieder ein "Planet der Affen"-Film für den Oscar nominiert (Beste visuelle Effekte).

 

2014: Planet der Affen: Revolution

 

The Batman-Regisseur Matt Reeves löst Rupert Wyatt auf dem Regieposten ab und landet gleich beim ersten mal einen Volltreffer. In seiner visuell und emotional packenden Fortsetzung trifft Affenanführer Caesar auf eine Gruppe überlebender Menschen. Doch damit beginnen die Probleme erst. Denn in den eigenen Reihen macht sich Unmut und Misstrauen breit. 

 

Die sensationellen Spezialeffekte entstanden erneut von Weta Digital. Diesmal mussten sie jedoch nicht nur die Affen am Rechner erschaffen, sondern auch anderer Tiere wie z.B. Bären, Elche und Pferde. Gary Oldman, der im Film den menschlichen Anführer Dreyfus spielt, war urprünglich erste Wahl für Tim Burtons 2001er Remake. Er sollte Affengeneral Thade verkörpern. 

 

Mit einem weltweiten inflationsbereinigten Box-Office von schätzungsweise einer Mrd. $ ist "Planet der Affen: Revolution" der erfolgreichste Eintrag der gesamten Reihe. Nebenbei gabs auch diesmal wieder eine Oscarnominierung für die Spetialeffekte.

 

2017: Planet der Affen: Survival

 

Besser gehts nicht: Im herausragenden und visuell brillanten letzten Teil der Prequel-Trilogie macht sich Affenanführer Caesar auf die Suche nach einem mysteriösen Colonel (Woody Harrelson). Dieser hat zuvor seine Frau sowie seinen ältesten Sohn ermordet und Caesar will sich dafür rächen. Matt Reeves gelang mit "Planet der Affen - Survival" der krönende Abschluss einer herausragenden Prequel-Trilogie. Dabei unterhält sein Film sowohl erzählerisch als auch tricktechnisch auf höchstem Niveau. Insbesondere wissen auch die Neuzugänge wie z.B. die Figur des "böser Affe" (Steve Zahn), des stummen Mädchen Nova (Amiah Miller) und des grössenwahnsinnigen Colonels (Woody Harrelson) zu überzeugen.

 

Primatologen, die den Film gesehen haben, waren verblüfft, wie realistisch deren Verhalten dargestellt wurde. Insbesondere Karin Konovals Leistung als Orang-Utan Maurice wurde hervorgehoben. Um dieses Höchstmass an Realismus zu erreichen benötigte die Nachproduktion über ein Jahr Zeit. Dabei waren insbesondere die Gesichtsausdrücke der Affen eine grosse Herausforderung. 

 

Obwohl "Planet der Affen - Survival" an den Kinokassen kein Flop war, blieb er überraschenderweise weit hinter den Erwartungen zurück und spielt fast 220 Mio. $ weniger ein als sein Vorgänger. Bei den Kritikern war er jedoch der am besten rezensierte Film der gesamten Reihe.


"Planet der Affen" - Das Kinokassen-Ranking


Da nicht für alle "Planet der Affen"-Filme die weltweiten Einnahmen bekannt sind und diese auch nicht geschätzt werden können, erfolgt die Auflistung der Filme anhand des inflationsbereinigten US-Box-Office (inkl. Kanada). In Klammern ist das Original-Box-Office aufgeführt. Wenn immer möglich und falls bekannt wird nur das Ergebnis der Erstaufführung berücksichtigt. Handelt es sich bei dem Original-Box-Office um eine Schätzung so ist dies mit einem Stern (*) nach dem Einspielergebnis vermerkt. Hintergründe zur Berechnung des inflationsbereinigten Box-Office finden Sie hier.

 


"Planet der Affen" - Das Kritiker-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand des Metascore von www.metacritic.com. Die Skala geht dabei von 1-100 und je höher der Wert, desto besser viel das Urteil der Kritiker aus. Ab einem Wert von 61 hatte der Streifen überwiegend positive Kritiken. Filme mit einem Wert von 81 und mehr erhalten das Gütesiegel "MUST-SEE" und gelten als besonders sehenswert. 

 


"Planet der Affen" - Das Publikum-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der IMDb-Wertung. Die IMDb (Internet Movie Database) ist die grösste Filmdatenbank im Internet und häufig erste Anlaufstelle für Filmfans auf der ganzen Welt. Deren registrierte Nutzer vergeben jeweils Wertungen zwischen 1,0 und 10,0. Die Bewertungen erfolgen von Nutzern aus der ganzen Welt und geben so ein interessantes Bild darüber ab, wie gut ein Film beim Publikum ankommt.

 


Quellen:

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