
Ob gefrässige Haie, paranormale Horrorphänomene, tödliche Dämonen oder einfach nur Psychopathen - die Spielwiese des Horrorfilms ist riesig. Doch es gibt immer wieder Filme, die Sequels nach sich ziehen und bis zur Unkenntlichkeit fortgesetzt werden.
Indexierung, FSK-18 und bis zur Unkenntlichkeit geschnittene Versionen - dies ist das Los zahlreicher Horrorfilme in Deutschland. Insbesondere Vertreter des Slashers wie z.B. "Halloween", "Freitag, der 13." oder "Nightmare on Elm Street" hatten es diesbezüglich bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) nicht leicht. Es grenzt also teilweise fast an ein Wunder, dass Filmreihen dieses Genre hierzulande überhaupt Besucher in die Kinos locken konnten.
Dieser Artikel wirft einen Blick auf die erfolgreichsten Horrorfilm-Reihen seit 1979. Aufnahmekriterium ist dabei, dass der erste Teil der Reihe 1979 oder später seine Kinopremiere feierte. Weiterhin muss er mindestens eine Fortsetzung haben, die auch in den deutschen Kinos gezeigt wurde.
Zu beachten ist auch, dass Remakes, Reboots oder Crossover nicht zur Filmreihe gezählt werden. So wurden z.B. die Neuverfilmungen der "Freitag, der 13."-Reihe oder der "Nightmare on Elm Street"-Reihe nicht mitgezählt. Auch das Crossover "Freddy vs. Jason", welches die Slasher-Legenden Freddy Krueger und Jason Vorheers aufeinder treffen lässt, wird bei beiden Reihe nicht berücksichtigt. Prequels hingegen werden zur Filmreihe gezählt (so z.B. "Alien - Covenant" bei der "Alien"-Reihe).
Berücksichtigt werden nur die Filme, welche auch in den Kinos gezeigt wurden und für welche die Besucherzahlen bekannt sind. Die Zahlen wurden aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen.
Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der kummulierten deutschen Kinobesucherzahlen. Deutsche Produktionen sind in
Grossbuchstaben geschrieben. Dies gilt auch für Co-Produktionen. Unter der Anzahl Filme sind nur diejenigen aufgeführt, welche in den Kinos gezeigt wurden bzw. für welche die Besucherzahlen
bekannt sind. In Klammern ist die effektive Anzahl der Filme der jeweiligen Reihe aufgeführt.

1. Alien (1979 - 2017)
Eintritte: 7’717’019
Anzahl Filme: 6 (inkl. "Prometheus", 2012)
Top-Film: "Alien - Die Wiedergeburt" (1’911’265 Eintritte)
Als Ridley Scott 1979 seinen bahnbrechenden Horrorschocker Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt auf das Kinopublikum losliess konnte er nicht ahnen, dass er damit eines der ikonischsten Monster in der Geschichte des Films und eine der erfolgreichsten Franchisen schaffen würde. Die Fortsetzungen und Prequels waren von unterschiedlicher Qualität und konnten bis auf James Camerons Meisterstück Aliens - Die Rückkehr (1986) nicht ganz überzeugen. Dennoch erfreute sich das schleimige Monster langjähriger Beliebtheit und durfte sich im Crossover "Alien Vs. Predator" (2004) gar mit den Predatoren prügeln.

2. Gremlins (1984 - 1990)
Eintritte: 5’721’294
Anzahl Filme: 2
Top-Film: Gremlins - Kleine Monster (1984, 3’143’289 Eintritte)
Was passiert, wenn man sich nicht an gutgemeinte Ratschläge hält, muss in Gremlins - Kleine Monster ein ganzes Kleinstädtchen am eigenen Leib erfahren. In Joe Dantes schwarzhumorigen Horrormärchen terrorisieren nämlich die kleinen fiesen Gremlins das Örtchen Kingston Falls nur, weil Teenager Billy (Zach Galligan) drei einfach Grundregeln bezüglich der Mogwai-Pflege nicht befolgt: Nie dem Sonnenlicht aussetzen, nicht nass werden lassen und nicht nach Mitternacht füttern. Was hingegen passiert, wenn Hollywood das fortsetzen verschläft und zu lange wartet, bewies der kommerzielle Misserfolg des zweiten Teils. Trotz solider Kritiken konnte der Streifen nämlich seine 50 Mio. $ Produktionskosten nicht wieder einspielen und ein dritter Teil wurde deshalb gestrichen.

3. Saw (2004 - 2021)
Eintritte: 5’624’677
Anzahl Filme: 9 (inkl. "Saw - Spiral")
Top-Film: "Saw II" (2004, 951'303 Eintritte)
"Lass uns ein Spiel spielen." Was harmlos klingt führte im Kino zu einer der sadistischten und zugleich langlebigsten Horror-Filmreihen des Kinos. Dabei war der Filmtitel des Originals noch ein mehrdeutiger und cleverer Vorgeschmack auf einen ebenso spannenden wie überraschenden Kammerspiel-Horrorthriller.
Die Hauptfigur der Franchise, der Jigsaw-Killer (Tobin Bell), erweist sich dabei als nicht gerade zimperlicher Moralapostel. Doch je mehr Fortsetzungen folgten umso mehr tendierte die Reihe zum "Torture Porn" und liess die inhaltliche Raffinesse des Originals schmerzlich vermissen. Dennoch läuft die Serie bis heute blendend und nach dem Erfolg vom Ableger "Saw - Spiral" (mit Chris Rock in der Hauptrolle) ist bereits ein weiterer Teil angekündigt.

4. Scream (1996 - 2022)
Eintritte: 5’577’486
Anzahl Filme: 5
Top-Film: "Scream 3" (2000, 1’804’426 Eintritte)
Dank Wes Cravens selbstironischer Slasher-Hommage "Scream" ist mittlerweile an jeder Halloween-Party mindestens eine Person mit Ghostface-Maske anwesend. Mit insgesamt fünf Filmen ist die "Scream"-Reihe im Vergleich zu anderen Slasher-Franchisen wie z.B. "Halloween", "Freitag, der 13." oder "Nightmare" zwar relativ schwach aufgestellt, doch immerhin konnten diese in künstlerischer Hinsicht mehr oder weniger überzeugen.
Als Inspiration für die "Scream"-Reihe dienten übrigens die Morde des berüchtigten US-Serienmörders Danny Rolling (1954-2006). Dieser ermordete im August 1990 fünf Studentinnen und einen Studenten. Allesamt studierten an der Gainesville-Universität, weshalb die Morde auch als Gainesville-Morde in die US-Geschichte eingingen.

5. Es (2017 - 2019)
Wem Clowns keine Angst einjagen, dem wird es spätestens nach dieser Horrorreihe anders ergehen. Bereits der erste Trailer zu Andrés Muschietti Neuverfilmung von Stephen Kings beliebtem Horrorroman Es (1986) verbreitete ordentlich Gänsehaut und brach mit 197 Millionen Aufrufen innerhalb von nur 24 Stunden Rekorde.
Der Film selbst konnte dem Hype sogar gerecht werden und erhielt vor allem dank dem hervorragenden Cast und der visuellen Umsetzung viel Lob. Und selbst Perfektionist Stephen King zeigte sich begeistert. Bei soviel Startpower hatte es die Fortsetzung natürlich nicht leicht und konnte trotz hochkarätiger Neuzugänge wie Jessica Chastain, James McAvoy und Bill Hader nur teilweise überzeugen.

6. Blade (1998 - 2004)
Eintritte: 5'047'446
Anzahl Filme: 3
Top-Film: "Blade" (1998, 2’001’916 Eintritte)
Mr. Cool Wesley Snipes ("Demolition Man", 1993) landete mit der Rolle des düsteren Marvel-Superhelden Blade einen Volltreffer. Als dieser streift er durch die Nacht und jagt blutrünstige und machthungrige Vampire. Bei deren Liquidierung geht er nicht gerade zimperlich vor und benutzt sein Samuraischwert wie ein Meisterkoch das Küchenmesser. Beim Publikum fand die ästhetische Schlachterei viel Anklang, bei den Kritikern weniger. Als Wesley Snipes 2008 wegen Steuerhinterziehung drei Jahre in den Knast musste war aber definitiv Schluss mit der Reihe.

7. Final Destination (2000 - 2011)
Eintritte: 4’134’422
Anzahl Filme: 5
Top-Film: "Final Destination" (2000, 1’367’694 Eintritte)
Dem Tod ein Schnippchen zu schlagen ist nicht gerade ein Zuckerschlecken. Dies mussten ein paar auserwählte High-School-Studenten im perfiden 2000er Überraschungshit "Final Destination" erfahren. Da das ganze aber so gut ankam durfte Gevatter Tod in vier weiteren Filmen Jagd machen. Selbstverständlich erwies er sich beim Killen seiner Opfer immer wie ausgefallener. Die Idee zum ersten Teil der Reihe basierte übrigens auf einem nicht umgesetzten TV-Skript für die Hitserie "Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI" (1993-2002).

8. Resident Evil (2002 - 2017)
Eintritte: 4’024’275
Anzahl Filme: 7
Top-Film: "Resident Evil Afterlife" (2010, 1’144’082 Eintritte)
Wenn "Das fünfte Element"-Star Mila Jovovich zum Schlag ausholt bleibt keine Zombiefresse verschont. Bereits im ersten Teil bewies die gebürtige Ukrainerin das sie mehr draufhat als nur zu modeln und schuf sich mit der "Resident Evil"-Franchise eine treue Fangemeinde. Das die Filme dabei wenig originell sind und die meisten Kritiker zum Heulen brachten ist Nebensache. Denn trotz allem Trash-Faktor ist "Resident Evil" immerhin eine der wenigen Videospiel-Verfilmungen, die an der Kinokasse nicht Schiffbruch erlitt und sogar eine Franchise zustandebrachte. Und das will was heissen.

9. Halloween (1978 - 2022)
Eintritte: 3’893’533
Anzahl Filme: 11 (Anmerkung: "Halloween III" [1982] und "Halloween II" [2009] wurden nicht im Kino veröffentlicht, weshalb die Anzahl Filme nur 11 beträgt)
Top-Film: "Halloween" (2018, 1'085'989 Eintritte)
Von allen psychopathischen Killern dürfte Michael Myers wohl einer der populärsten sein. Mit seinem genialen Schocker Halloween - Die Nacht des Grauens schuf John Carpenter 1978 nicht nur einen zeitlosen Horrorklassiker sondern verhalf auch dem Subgenre des Slasher-Films zum endgültigen Durchbruch. Ähnlich wie bei der "Freitag der 13."- und "Nightmare on Elm Street"-Reihe wurden die Fortsetzungen von den Kritikern verschmäht und warteten mit immer brutaleren Bildern auf. Das Publikum konnte sich jedoch nicht sattsehen und kam immer und immer wieder.
2018 belebte schliesslich nach Rob Zombie im Jahr 2007 auch David Gordon Green die "Halloween"-Reihe neu und verschaffte dem Franchise neuen Aufwind. Insgesamt durfte er schliesslich drei Filme drehen und obwohl der Abschluss, "Halloween Ends" (2022), zum wahrscheinlich kontroversesten Film der gesamten Reihe geriet, stimmte die Kinokasse. Michael Myers wird also in ferner Zukunft mit Sicherheit wieder zum Küchenmesser greifen.

10. Paranormal Activity (2007 - 2014)
Eintritte: 3’310’482
Anzahl Filme: 5
Top-Film: "Paranormal Activity 3" (2011, 828'621 Eintritte)
Neben ausserirdischen Monstern, killenden Psychopathen, dämonischen Clowns, gefrässigen Zombies und Gevatter Tod höchstpersönlich darf natürlich eines nicht fehlen: dämonische Poltergeister. Diese suchen in "Paranormal Activity" eine unschuldige Familie heim und sorgen für schlaflose Nächte. Teil eins war bei seiner Uraufführung 2007 so etwas wie der "Blair Witch Project" (1999) für eine neue Generation: Produziert mit einem Kleingeld von 15'000 Dollar und inszeniert von "Laien" wurde "Paranormal Activity" ein lupenreiner Horror-Blockbuster. Und auch die Kritiker zeigten sich angetan von dem Streifen. Für die Fortsetzungen bewegte sich das Budget aber bereits im einstelligen Millionenbereich, ohne das sich dabei die Qualität der Filme steigerte. Ganz im Gegenteil.

11. ANATOMIE (2000 - 2003)
Eintritte: 2’739’353
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "Anatomie" (2000, 2’017’770 Eintritte)
Horror Made in Germany: In Teil eins begab sich Franka Potente als Medizinstudentin an die Universität in Freiburg. Dort lernt sie nicht nur fleissig Anatomie sondern muss auch um Ihr Leben bangen. Den an der Uni hat sich eine Geheimloge eingeschlichen, die bevorzugt quicklebendige Kommolitonen als Studienobjekte verwendet.
Während Teil eins noch solides Psycho-Horrorkino war und sich vor der übermächtigen Konkurrenz aus den USA und Asien nicht verstecken musste, konnte Teil zwei nicht mehr ganz überzeugen. Für ein paar gelungene Schock- und Schauermomente reichte es aber dennoch.

12. The Purge (2013 - 2018)
Eintritte: 2’336’678
Anzahl Filme: 5
Top-Film: "The First Purge" (2018, 640'006 Eintritte)
Morden ohne Konsequenzen? Einen Tag lang so richtig die Sau rauslassen? Im filmischen Universum der "Purge"-Reihe nichts aussergewöhnliches. Denn per Gesetz darf dort einmal im Jahr jeder für 12 Stunden so richtig kriminell werden - ohne Nachspiel. Für Normalbürger der Horror, aber für Fans des Anarchokinos ein richtiger Spass. Während Teil eins noch ein perfides und spannendes Kammerspiel war, dehnten die Fortsetzungen den Handlungsraum auf ein grösseres Gebiet aus. Und natürlich auch den Body Count.

13. Friedhof der Kuscheltiere (1989 - 1992)
Eintritte: 2'231'094
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "Friedhof der Kuscheltiere" (1989, 1’702’056 Eintritte)
Tote aufzuerwecken hat so seine Tücken, selbst wenn es sich dabei um eine Katze handelt. Dies muss der junge Mediziner Louis Creed (Dale Midkiff) am eigenen Leib erfahren. Als er nämlich den überfahrenen Familienkater auf einem verwunschenen Indianerfriedhof beisetzt erweckt er böse Geister. Die Romanvorlage zum überaus soliden ersten Teil lieferte Horror-Maestro Stephen King, der sich in einem Cameo als Priester die Ehre gibt. Mit Teil zwei hatte er jedoch nichts mehr zu schaffen. Ganz im Gegenteil: Er bestand bei Paramount darauf, seinen Namen aus den Credits und der Marketingkampagne zu streichen.

14. Underworld (2003 - 2017)
Eintritte: 2'132'763
Anzahl Filme: 5
Top-Film: "Underworld - Evolution" (2006, 616'826 Eintritte)
Teil eins der Reihe war 2003 so etwas wie ein Geheimtipp unter Fans von Vampir- und Werwolf-Filmen und hatte sowohl seinen ganz eigenen Stil als auch seinen ganz eigenen Charme. Naja, zumindest im Ansatz. Denn wie zahlreiche andere Filme seiner Zeit stand auch beim ersten "Underworld"-Film der Science-Fiction-Klassiker Matrix (1999) bei der visuellen Umsetzung der Actionszenen Pate. Dieses clevere Recycling gepaart mit einer attraktiven Hauptdarstellerin und überaus soliden Spezialeffekten reichten jedoch aus, um das Kinopublikum für immerhin vier Fortsetzungen zu begeistern.

15. Ring (2002 - 2017)
Eintritte: 2'127'538
Anzahl Filme: 3
Top-Film: "Ring" (2002, 1'001'202 Eintritte)
Ein Video, dass es in sich hat: In Gore Verbinskis "Ring" stirbt jeder, der ein mysteriöses Video gesehen hat genau eine Woche danach. Klingt zu absurd für eine Filmhandlung? Ist es auch. Dennoch hat die Idee so gut funktioniert, dass dem Horrorpublikum immerhin noch zwei weitere Filme mit dem unheilbringenden Video zugemutet wurden. War der erste Film noch atmosphärisch überzeugendes und dank Hauptdarstellerin Naomi Watts auch schauspielerisch fesselndes Gruselkino, so liess bereits Teil zwei zu wünschen übrig.
Als Vorlage für die Reihe diente übrigens das japanische Original von 1998, welches in Deutschland unter dem Titel "Ring - Das Original" erst am 15. Mai 2003 als DVD veröffentlicht wurde. Genau wie die US-Trilogie erhielt auch das Original mehrere Fortsetzungen, welche ausserhalb Japans jedoch mehrheitlich auf DVD veröffentlicht wurden.

16. Poltergeist (1982 - 1988)
Eintritte: 2'119'330
Anzahl Filme: 3
Top-Film: Poltergeist (1982, 1'027'509 Eintritte)
Poltergeister zum Zweiten: Auf Rang 16 folgt nach "Paranormal Activity" wieder eine Reihe in denen paranormale Phänomene ein zentrale Rolle spielen. Das Original von 1982 ist dabei einer der ganz grossen Klassiker des Genres und kann getrost als die Mutter aller Poltergeist-Filme angesehen werden. Denn bereits im ersten Teil wird eine ahnungslose Kleinstadt-Familie von dämonischen Kräften heimgesucht und muss bei einer Gruppe Geisterjäger Hilfe holen. Was im Original hervorragend funktionierte klappte in den Sequels mehr schlecht als recht. Das Publikum merkte dies jedoch erst mit Teil drei.
Wie zahlreiche andere 1980er-Jahre-Horrorreihen wollte Hollywood auch die "Poltergeist"-Franchise mit einem Remake wieder beleben. Dieses kam 2015 in die Kinos und konnte weder Kritik noch Publikum zufriedenstellen.

17. Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast (1997 - 1998)
Eintritte: 2'087'666
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "Ich weiß noch immer was Du letzten Sommer getan hast" (1999, 1’132’537 Eintritte)
Fishermans Friend: Nach einer heftigen Party begibt sich eine Gruppe Highschool-Abgänger auf die nächtliche Heimfahrt und überfahren aus Versehen einen Unbekannten. Die Leiche entsorgen sie im Meer und schwören, den Unfall für immer für sich zu behalten. Ein Jahr später werden alle Beteiligten von einem Unbekannten mit den Worten "Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast" kontaktiert. Die Geschichte ist so simpel wie effektiv und die Umsetzung ebenfalls. So wurde der erste Teil der Reihe einer der grössten Überraschungshorrorhits der 1990er Jahre und zog nebst der Kinofortsetzung auch einen dritten Teil auf DVD nach sich.

18. Blair Witch Project (1999 - 2016)
Eintritte: 2'019'290
Anzahl Filme: 3
Top-Film: "Blair Witch Project" (1999, 1'404'041 Eintritte)
Dem Studentenduo Daniel Myrick und Eduardo Sànchez gelang mit dem ersten "Blair Witch"-Film ein echter Marketing-Geniestreich. Für nur 60'000 $ produziert, lancierten die beiden eine Website und bewarben ihr Projekt als Tatsachenbericht. Beim Kinostart war der Hype so riesig, dass "Blair Witch Project" die Massen in die Kinos lockte und schliesslich weltweit 249 Mio. $ einspielte. Danach gings aber rapide bergab mit der Reihe. Und der eigentlich gutgemeinte Wieberbelebungsversuch mit "Blair Witch" scheiterte 2016 kläglich.

19. Conjuring (2013 - 2016)
Eintritte: 1'941'198
Anzahl Filme: 3
Top-Film: "Conjuring - Im Banne des Teufels" (2021, 750'561 Eintritte)
Patrick Wilson und Vera Farmiga nehmen sich als Ed und Lorraine Warren paranormalen Phänomenen an und werden dabei des öftern mit dämonischen Kräften konfrontiert. Ihre Figuren basieren dabei auf den gleichnamigen realen Parapsychologen die seit den 1950er Jahren aktiv waren und über drei Jahrzehnte in den USA zu den führenden Spukforschern zählten. Sie unteruchten zahlreiche Fälle u.a. auch den berühmten Amityville-Mord. Dieser wurde auch mehrfach verfilmt und die bislang erfolgreichste Version kam 1979 unter dem Titel "Amityville Horror" in die US-Kinos.

20. Alien vs. Predator (2004 - 2007)
Eintritte: 1'841'091
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "Alien vs. Predator" (2004, 1'073'539 Eintritte)
Die Horror-Bromance der 2000er: Das Aufeinandertreffen der beiden Monsterikonen sorgte bei Science-Fiction- und Horrorfans für wahre Freudenstürme und nebenbei für volle Kinokassen. Während die ausserirdischen Killer im ersten Teil noch in einer isolierten Umgebung aufeinader eindreschten, gerät im zweiten Teil eine US-Kleinstadt in die Schusslinie. Selbstverständlich wurden beide Teile von den Kritikern so richtig zerrissen.

21. Predator (1987 - 2018)
Eintritte: 1'787'359
Anzahl Filme: 4
Top-Film: Predator (1987, 664'655 Eintritte)
"You're One Ugly Motherfucker!" Diese unschönen Worte schmetterte Ex-Mister-Universum Arnold Schwarzenegger dem Killermonster aus dem All im ersten Teil entgegen. In der deutschen Übersetzung klang das ganze mit "Du bist so abgrundtief hässlich" fast schon nett. Das der ausserirdische Hobbyjäger sich in die Herzen der Horrorfans killte war vor allem dem mittlerweile verstorbenen Make-up-Künstler Stan Winston (1946 - 2008) zu verdanken. Dieser kreierte mit dem Predator neben H.R. Gigers Alien eines der furchterregendsten Monster der Filmgeschichte. Von den immerhin drei Fortsetzungen konnte aber leider nur "Predators" (2010) einigermassen überzeugen.

22. Die Fliege (1986 - 1990)
Eintritte: 1'660'872
Anzahl Filme: 2
Top-Film: Die Fliege (1986, 998'198 Eintritte)
Teil eins war ein geniales und extrem modernisiertes Remake des gleichnamigen Kult B-Horrorfilms von 1958. Damals spielte Vincent Price den verrückten Wissenschaftler und endete schliesslich als Fliege mit Menschenkopf im Netz einer hungrigen Spinne. Ein Ende, dass es damals in sich hatte und zugleich als Mahnmal vor wissenschaftlichem Übereifer diente. Im genialen Remake von David Cronenberg spielte Jeff Goldblum (Jurassic Park, 1993) die Hauptrolle und überzeugte nicht nur die attraktive Geena Davis als Reporterin sondern auch das zeitgenössische Publikum. Teil zwei war qualitativ und kreativ für die Tonne und wurde deshalb zu Recht von Kritik- und Publikum zerrissen.

23. Düstere Legenden (1998 - 2000)
Eintritte: 1'645'572
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "Düstere Legenden" (1998, 1'054'030 Eintritte)
Sagen und Legenden sind perfekter Filmstoff und dienten bereits als Vorlage für zahlreiche filmische und literarische Horrorklassiker. In "Düstere Legenden" muss eine Gruppe junger Studenten feststellen, dass Legenden auf manche Menschen aber eine wortwörtlich mörderische Anziehungskraft ausüben. Während Teil eins noch solides und unterhaltsames Slasherkino war und mit Jared Leto auch einen späteren Superstar im Petto hatte, flachte die Fortsetzung merklich ab. Da reichte es selbst für weitere DVD- oder TV-Sequels nicht mehr.

24. Annabelle (2014 - 2019)
Eintritte: 1'626'131
Anzahl Filme: 3
Top-Film: "Annabelle 2" (2017, 601'768 Eintritte)
Nur wenige Filmminuten reichten in Conjuring - Die Heimsuchung (2013) aus, um Killer-Puppe Annabelle zum Star werden zu lassen. Und obwohl der erste Standalone-Film 2014 weder Kritiker noch Horrorfans überzeugen konnte, wurde eine weitere Fortsetzung gedreht. Diese konnte dann aber dank toller Gruselatmosphäre voll und ganz überzeugen und macht den Weg frei für Teil drei. Puppe Annabelle hat übrigens ein reales Vorbild und basiert auf einem in den 1970er Jahren von den Spukforschern Ed und Lorraine Warren untersuchten Fall. Heute ist diese echte Stoffpuppe in einem Privatmuseum ausgestellt - natürlich sicher verriegelt hinter einer Glasvitrine.

25. Nightmare on Elm Street (1984 - 1994)
Eintritte: 1'473'790
Anzahl Filme: 7 (ohne "Freddy vs. Jason", 2003)
Top-Film: "Nightmare on Elm Street 4" (1988, 426'075 Eintritte)
Wes Cravens raffiniertes Original von 1984 sorgte damals für Furore und setzte in Punkto Slasher-Brutalität Massstäbe. Hauptfigur Freddy Krueger, die sich in die Träume unschuldiger Teenager schleicht und diese dann bestialisch abmurkst, wurde dank Pizzagesicht, Schmuddelpullover und den markanten Scherenhänden zur neuen Killer-Ikone des Slasherfilms und zum gerngesehenen Albtraum zahlreicher Horrorfans. Schliesslich wurde auch Freddy bis zur Unkenntlichkeit fortgesetzt und erhielt 2010 ein Remake, welches zwar ordentlich Kasse machte, aber niemanden wirklich überzeugen konnte.

26. Freitag der 13. (1980 - 1989)
Eintritte: 1'177'721
Anzahl Filme: 3 (ohne "Freddy vs. Jason", 2003)
Top-Film: "Freitag der 13." (1980, 620'483 Eintritte)
Jason Voorhees, der unverwüstliche Killer mit der Hockey-Maske, ist neben Michael Myers und Freddy Krüger wohl der beliebteste Psychopath des (US-)Horrorkinos. Und genau wie seine Serienkiller-Kumpels wurde auch Jason mit einem mittelprächtigen Remake geehrt (2009). Eine weitere Gemeinsamkeit: Bei den Kritikern stiessen die zahlreichen Fortsetzungen auf wenig Gegenliebe.
Von der FSK wurden die "Freitag der 13."-Filme allesamt auf den Index gesetzt und Teil drei gar bundesweit beschlagnahmt. Es ist also wenig verwunderlich, dass nur drei von ingsesamt zehn (!) Filmen den Weg in die deutschen Kinos schafften.

27. House (1984 - 1987)
Eintritte: 1'134'684
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "House" (1986, 691'983 Eintritte)
"House - Das Horrorhaus" schwimmte damals gekonnt im Kielwasser von Spukhaus-Schockern wie "Amityville Horror" (1979) und Poltergeist (1982). Dabei musste sich der Low-Budget-Horrorstreifen (Kostenpunkt: 3 Mio. $) keineswegs vor seinen Idolen verstecken und schuf sich eine kleine, aber treue Fangemeinde. Grund genug für die Produzenten, einen zweiten Teil in die Kinos zu bringen. "House III" und "House IV" schafften es jedoch nicht mehr ins Kino.

28. Insidious (2010 - 2017)
Eintritte: 1'303'974
Anzahl Filme: 4
Top-Film: "Insidious - The Last Key" (2018, 469'322 Eintritte)
Astralreisen haben so ihre Tücken. Dies muss der 6-jährige Dalton und seine Familie am eigenen Leib erfahren. Der Trip in unheimliche Astralwelten konnte 2010 vor allem Dank seiner beklemmenden Gruselatmosphäre und einer gelungenen Vater-Sohn-Geschichte überzeugen und war der Horror-Geheimtipp des Jahres. Die Fortsetzungen bauten schliesslich gekonnt auf dem Vorgänger auf und gaben neben Familie Lambert (Patrick Wilson, Rose Byrne) auch Geisterjägerin Elise Rainier (Lin Shaye) mehr Raum zur Entfaltung.
Die kreativen Köpfe hinter der "Insidious"-Reihe sind James Wan und Leigh Whannell. Diese dürften Horrorfans vor allem dank der mittlerweile neun Filme umfassenden Horror-Reihe "Saw" (siehe Rang 4) ein Begriff sein. Im Juli 2023 soll voraussichtlich "Insidious 5" in die Kinos kommen. Auf dem Regiestuhl: Patrick Wilson, Hauptdarsteller der beiden ersten Teile. Und nebenbei auch Star einer weiteren äusserst beliebten Horror-Reihe: "Conjuring".

29. Species (1995 - 1998)
Eintritte: 1'303'974
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "Species" (1995, 1'055'080 Eintritte)
Normalerweise sind ausseriridische Monster alles andere als schön anzusehen. In der trashigen "Species"-Reihe ist dies jedoch anders. Denn wer könnte Hauptdarstellerin Natasha Henstridge schon nicht attraktiv finden? Wenn sie sich jedoch in das Killer-Alien verwandelt ist fertig lustig und die Dame zeigt sich von ihrer rabiaten Seite. Wenig überraschend wurde die Alienform von Schweizer Künstler und "Alien"-Vater H.R. Giger entworfen. Während Teil eins noch unterhaltsames, aber wenig überraschendes Sci-Fi-Horrorkino war, flachte bereits Teil zwei ab. Für "Species III" und "Species IV - Das Erwachen" reichte es folglich nur noch fürs Heimkino.

30. Anaconda (1997 - 2004)
Eintritt: 989'266
Anzahl Filme: 2
Top-Film: "Anaconda" (1997, 859'622 Eintritte)
Bevor Jennifer Lopez J.Lo wurde musste sich die attraktive Puerto-Ricanerin im tiefsten Dschungel des Amazonas gegen eine menschenfressende Riesenschlange zur Wehr setzen. Schauspielerische Schützenhilfe erhielt sie von ihren Co-Stars Jon Voight, Eric Stoltz, Ice Cube, Owen Wilson und Danny Trejo. Der erste "Anaconda"-Film punktet dabei vor allem dank seinem B-Movie-Charme und könnte glatt als "Der weisse Hai"-Remake durchgehen. Mit einem gravierenden Unterschied: Der Streifen erreicht in keiner Sekunde auch nur annähernd dessen Qualität. Von der äusserst trashigen Fortsetzung und den Direct-to-DVD-Sequels ganz zu Schweigen.
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