· 

Ein filmischer Streifzug durch den Science-Fiction-Film der 1950er Jahre


Die 1950er Jahre hatten für Science-Fiction-Fans einiges zu bieten - ausserirdische Invasoren, mutierte Riesenechsen oder schlicht die Eroberung fremder Planeten. Dabei war die filmische Bandbreite enorm...

Die 1950er Jahre waren wahrscheinlich das beste und vielseitigste Jahrzehnt für den Science-Fiction-Film. Von ausserirdischen Invasoren über mutierte Riesenechsen bis hin zu Menschen in jeglicher Grösse war alles auf der Leinwand vertreten. Das Genre boomte wie nie zuvor

 

Dabei mischten sich sowohl die grossen Major-Studios als auch zahlreiche Independents unter den Markt und schufen sowohl grosse Klassiker als auch richtig trashige Edelgurken.

 

Zeit für einen filmischen Rückblick auf die Blütezeit des Science-Fiction-Kinos und einige der prägendsten Werke...

1950: Endstation Mond

 

Heute völlig überholt, aber damals auf dem aktuellsten Stand: In Irving Pichels Adaption von Robert A. Heinleins (1907-1988) Roman "Rocket Ship Galilieo" (1947) dreht sich alles um die Eroberung des Mondes. Dabei steht aber nicht nur der ideologische Aspekt im Zentrum sondern auch der kommerzielle. So treibt nach einem vermeintlichen Unfall ein Grossindustrieller die Landung auf dem Mond voran und setzt sich gegen zahlreiche widrige Umstände durch. "Endstation Mond" pries damit unübersehbar den Individualismus und Kapitalismus an und war als direkte Antwort auf den Kommunismus zu verstehen. Kritik musste der 592'000 $ teure Streifen aber dennoch einstecken, insbesondere wegen seiner propagandistischen Machart. Dem Publikum gefiels aber: Allein in den USA spielte "Endstation Mond" 1,3 Mio. $ für den Verleiher ein. Historisch wurde der Streifen schliesslich am 21. Juli 1969 mit der Mondlandung der Apollo 11-Mission überholt.

 

1951: Das Ding aus einer anderen Welt

 

Einer der ganz grossen Klassiker des Science-Fiction-Kinos: In der Arktis entdecken Wissenschaftler ein Raumschiff und müssen sich alsbald einer mordlustigen Kreatur erwehren. Diese wird vom 2-Meter-Hünen James Arness dargestellt, der später durch die TV-Serie "Rauchende Colts" (1955-1976) berühmt wurde. Der Streifen war filmhistorisch so prägend, dass bislang zwei Remakes entstanden: 1982 brachte Halloween-Regisseur John Carpenter seine Version der Geschichte auf die Leinwand und 2011 folgte dann Matthijs van Heijningen Jr.'s Varainte. An den Kinokassen floppten beide Streifen, doch Carpenters Film gilt heute zu Recht als Klassiker unter Horrorfans. Das Original hingegen konnte bereits bei seiner Erstaufführung überzeugen und war mit einem US-Verleiheinspiel von 1,95 Mio. $ (Budget: 1,1 Mio. $) ein solider Kassenerfolg.

 

1951: Der Tag, an dem die Erde stillstand

 

Make Love, Not War: In Robert Wises subtilem Klassiker braucht es den friedfertigen Ausserirdischen Klaatu (Michael Rennie), um die Menschen zur Vernunft zu bringen. In der Science-Fiction-Landschaft der 1950er war der Streifen mit seiner naiv-pazifistischen und unspektakulären Handlung ein echtes Novum. Heute ist "Der Tag, an dem die Erde stillstand" einer der wichtigsten und prägendsten Filme des Genres. 2008 entstand unter der Regie von Scott Derrickson (Doctor Strange, 2016) ein gleichnamiges Remake, welches jedoch trotz Starbesetzung (u.a. Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Jaden Smith, John Cleese und Kathy Bates) und Megabudget dem Original in keiner Weise das Wasser reichen konnte.

 

1951: Der jüngste Tag

 

Ab ins Weltall: Als zwei Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde sind, sollen einige ausserwählte auf einen anderen Planeten evakuiert werden. Die Parallelen zur biblischen Arche Noah-Geschichte sind unübersehbar. Obwohl die visuellen Effekte aus heutiger Sicht wie bei vielen Filmen der 1950er veraltete wirken, waren sie damals auf dem neusten Stand der Technik. Der Oscarjury waren sie jedenfalls eine Trophäe wert. An den Kinokassen war "Der jüngste Tag" ein grosser Erfolg und spielte allein in den USA 1,6 Mio. $ ein (Budget: 936'000 $). Die Kritiken fielen ebenfalls positiv aus.

 

1953: Kampf der Welten

 

An diesem Film kommt kein Science-Fiction-Fan vorbei: Byron Haskins aufwändige Verfilmung von H.G. Wells weltberühmtem Romanklassiker bietet alles, was gutes Science-Fiction-Kino bieten muss. Und dass die Menschheit am Ende trotz aller militärischer Kampfkraft von Viren und Bakterien gerettet wird ist heute noch genial. "Kampf der Welten" diente für zahlreiche spätere Invasionsfilme als Blaupause und gilt heute als einer der grössten Klassiker des Genres. Die Spezialeffekte, welche mit 1,4 Mio. $ rund 70% des 2 Mio. $ Budgets verschlangen, wurden zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnet. 2005 drehte Regisseur Steven Spielberg ein Remake, welche jedoch nicht mehr die Klasse des Originals erreichte.

 

1953: Panik in New York

 

Der Prototyp des Monsterfilms: Noch vor Godzilla nahm in diesem Klassiker eine überdimensionierte Echse New York auseinander. Das wirkte damals trotz des bescheidenen Budgets von 200'000 $ so realistisch, dass der Streifen überraschend zum Kassenschlager wurde und allein in den USA Verleiheinahmen von 2,25 Mio. $ erwirtschaftete. Damit signalisierte "Panik in New York" den Studiobossen, dass Monster definitiv der Trend der Stunde sind. Die Story ist dabei relativ simpel gestrickt: Während eines Atombombentests in der Arktis wird aus Versehen ein im Eis eingefrorener Dinosaurier aufgetaut. Dieser macht sich dann kurzerhand in den Big Apple auf und hinterlässt eine Spur der Verwüstung.

 

1953: Gefahr aus dem Weltall

 

Ein Amateurastronom findet an einer vermeintlichen Meteoritenabsturzstelle Trümmerteile eines UFOs. Als er den Bewohnern der Kleinstadt davon erzählt glaubt ihm niemand. Doch kurz darauf verändern sich einige der Bewohner auf seltsame Weise. "Gefahr aus dem Weltall" erschien damals im boomenden 3D-Format und diente primär der visuellen Unterhaltung. Regisseur Jack Arnold drehte später die Genre-Klassiker "Der Schrecken vom Amazonas" (1954), "Tarantula" (1955) und "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" (1957).

 

1953: Invasion vom Mars

 

Der kleine David (Jimmy Hunt) beobachtet, wie ein UFO hinter dem Haus seiner Eltern landet und sich in einen Sandhügel eingräbt. Doch es will ihm niemand glauben als er davon erzählt. Als sich einige der Dorfbewohner seltsam verhalten nimmt sich die Ärztin Dr. Blake (Helena Carter) der Sache an und entdeckt mit Hilfe des Militärs, dass tatsächlich Ausserirdische die Menschen manipulieren. "Invasion vom Mars" ist ein weiteres exzellentes Beispiel dafür, dass der Science-Fiction-Film der 1950er insbesondere die Ängste vor dem Kommunismus schürte. Der Streifen war mit Produktionskosten von 290'000 $ ein Low-Budget-Film und wurde auf Eastman-Color sowie SuperCinecolor-Negativen aufgenommen. Insbesondere letzteres verhalf "Invasion vom Mars" zu seinen auffälligen und lebendigen Bildern. 1986 drehte Poltergeist-Regisseur Tobe Hooper ein Remake, welches jedoch sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum floppte.

 

1954: Formicula

 

Nach atomaren Tests in der Wüste von New Mexico mutieren harmlose Ameisen zu gigantischer Grösse und drohen die Menschheit zu vernichten. Die Mischung aus Horror und Science-Fiction versprüht ordentlich B-Movie-Charme und ist genau deshalb so gut. In einer kleinen Rolle ist der spätere Mr. Spock-Darsteller Leonard Nimoy zu bewundern. Für den Monsterfilm war "Formicula" wegweisend und der grosse Kassenerfolg des Streifens - bei Produktionskosten von 1,2 Mio. $ spielte er weltweit 2,4 Mio. $ für den Verleiher ein - führte zu zahlreichen Nachahmern (u.a. "Tarantula", 1955). Die Handlungselemente wurden dabei oft variiert, jedoch immer mit derselben Kernaussage: "Mensch, lass die Finger von der Natur!". 

 

1954: 20'000 Meilen unter dem Meer

 

Walt Disney kratzte die damals stattliche Summe von 5 Mio. $ zusammen um Jules Vernes (1828-1905) zeitlosen Fantasy-Klassiker "20'000 Meilen unter dem Meer" (1870) auf Leinwand zu bringen. Dabei gelang ihm eine farbenfrohe, spektakuläre und packende Adaption, die vor allem aufgrund der Riesenkalmar-Angriff-Szene Filmgeschichte schrieb. Nebenbei heimste "20'000 Meilen unter dem Meer" für die Ausstattung sowie für die damaligen Verhältnisse verblüffenden Spezialeffekte einen Oscar ein. An den Kinokassen war er mit einem US-Verleiheinspiel von 8 Mio. $ einer der grössten Kassenschlager des Jahrzehnts.

 

1954: Godzilla

 

Nicht nur die USA brachte in den 1950er Jahren Monsterfilme auf den Markt sondern auch der Rest der Welt. Doch kein Monster entwickelte sich so sehr zum Kult wie der japanische Städte-Zertrümmerer Gojira alias Godzilla. Dabei ist der Streifen eine unmissverständliche Metapher auf die verheerenden Auswirkungen der Atombombe. Für den US-Markt wurde eigens eine neu synchronisierte und mit zusätzlichen Szenen erweiterte Fassung erstellt. Diese kam dann unter dem Titel "Godzilla: King of Monsters!" in die Kinos und spielte für den Verleiher 2 Mio. $ ein. Godzilla war alles andere als eine Eintagsfliege und sorgte noch jahrzehntelang für Bauschutt in den Kinos. Insbesondere in Japan entstand eine kaum mehr überschaubare Anzahl von Ablegern.

 

1954: Der Schrecken vom Amazonas

 

Noch bevor der Predator oder das Alien ahnungslosen Opfern auflauern konnte, war das Kiemenmonster aktiv. Im abgelegenen Amazonas versetzt es eine Gruppe von Wissenschaftler (u.a. Richard Carlson, Julia Adams und Richard Denning) in Angst und Schrecken. Das gelang dem Monster dabei so gut, dass es sogar zwei Sequels nach sich zog (1955 und 1956). Damals noch eher eine Ausnahme. Besonders auffällig an "Der Schrecken vom Amazonas" ist die Ähnlichkeit der Dramaturgie mit einem der grössten Monsterklassiker aller Zeiten: King Kong. Denn genau wie in dem 1933er-Streifen, wird auch in diesem Film die Liebe zum Verhängnis der monströsen Hauptfigur.

 

1955: Tarantula

 

Mit der Natur zu spielen hat so seine Tücken: Waren es in "Formicula" (1954) Ameisen, die zu gigantischer Grösse wuchsen, so ist es in diesem B-Movie-Klassiker eine Tarantel. Schuld daran sind wie üblich Wissenschaftler, die keine Grenzen kennen. In einer kleinen Nebenrolle ist der spätere Superstar Clint Eastwood als Kampfpilot zu sehen. Wie bereits "Formicula" fungierte auch "Tarantula" als abschreckendes Beispiel für die Auswirkungen wissenschaftlichen Eifers. Trotz der augenfälligen Parallelen zu "Formicula" war "Tarantula" aber nicht mehr so erfolgreich an den Kinokassen und spielte in den USA lediglich 1,1 Mio. $ für den Verleiher ein. "Formicula" brachte es hingegen auf das Doppelte.

 

1955: Reise in die Urzeit

 

Vier junge Freunde reisen in einem Ruderboot auf einem mysteriösen Fluss durch die verschiedenen Erdzeitalter. Auf ihrer abenteuerlichen Reise begegnen sie u.a. zahlreichen Dinosauriern und sonstigen ausgestorbenen Tieren. Unter den zahlreichen Science-Fiction-Filmen der 1950er Jahre nimmt dieser liebevoll gemachte tschechoslowakische Filmklassiker eine Sonderstellung ein. Nicht nur verblüfft er durch seine beeindruckenden Spezialeffekte sondern fungiert nebenbei noch als Lehrfilm über die zahlreichen Erdzeitalter. Die wissenschaftlichen Aspekte des Films waren damals auf dem neusten Stand der Paläontologie. Die zahlreichen prähistorischen Tiere entstanden mit Hilfe der Stop-Motion-Technik und Zeichentrickeffekten.

 

1955: Das Grauen aus der Tiefe

 

Mit diesem soliden Monsterfilm wagte sich die Columbia Pictures ins Billigterritorium vor und gab Regisseur Robert Gordon ein Kleingeld von 150'000 $. Während die Handlung des Streifens selbstverständlich an Trivialität kaum zu überbieten ist, gelangen mindestens die Stop-Motion-Effekte überzeugend. Dies ist auch wenig erstaunlich, denn Tricklegende Ray Harryhausen legte Hand an. Für die berühmte Golden Gate Bridge-Szene musste das Drehteam heimlich filmen, da es für die Aussenaufnahmen keine Genehmigung erhielt. An den Kinokassen war der Riesenkraken-Angriff ein Volltreffer und brachte mit US-Verleiheinnahmen von 1,7 Mio. $ ein Vielfaches seiner Produktionskosten ein. Damit war "Das Grauen aus der Tiefe" profitabler als so manch teurer Science-Fiction-Film seiner Zeit.

 

1955: Metaluna IV antwortet nicht

 

"Metaluna IV antwortet nicht" ist einer der im positivsten Sinne trashigsten und vielseitigsten Science-Fiction-Filme der 1950er und vereint von Gedankenkontrolle über Aliens bis hin zu UFOs und fernen Planeten alles, was das Genre in den 1950er Jahren ausmachte. Die Handlung ist dabei simpel: Ein Wissenschaftler wird von einem mysteriösen Mann um Hilfe gebeten. Auf dessen Anwesen soll er ihm helfen, eine neue Technologie zu entwickeln. Der Fremde entpuppt sich jedoch als Alien mit der Fähigkeit, Gedanken zu kontrollieren und entführt den Wissenschaftler schliesslich auf seinem vor der Zerstörung bedrohten Heimatplaneten Metaluna IV. Regisseur Joseph M. Newman erhielt Unterstützung vom Genre-Profi Jack Arnold ("Der Schrecken vom Amazonas", 1954), der für den Grossteil der Szenen auf Metaluna IV verantwortlich zeichnete. Diese wurden dann auch von den zeitgenössischen Kritikern in den höchsten Tönen gelobt und gar als avantgardistisch bezeichnet. "Metaluna IV antwortet nicht" wurde in der Filmgeschichte oft liebevoll gehuldigt u.a. in Steven Spielbergs Megablockbuster E.T. - Der Ausserirdische (1982). Dort schaltet E.T. den TV ein und sieht die Szene, in welcher die beiden Hauptfiguren Cal und Ruth von einem UFO entführt werden.

 

1956: Alarm im Weltall

 

Ein Raumkreuzer ist unterwegs zum 4. Planeten des entlegenen Sternensystems Altair. Dort soll das verschollene Raumschiff Bellerophon und dessen Besatzung ausfindig gemacht werden. Als sie am Zielort eintreffen stossen sie auf Dr. Morbius und dessen Tochter, die angeblich die einzigen Überlebenden der Bellerophon sind. "Alarm im Weltall" ist äusserst fantasievolles und unterhaltsames Science-Fiction-Kino und könnte ebenso gut als "Star Trek"-Episode in Spielfilmlänge durchgehen. Der Streifen war an den Kinokassen ein respektabler Erfolg und entwickelte sich zu einem zeitlosen Evergreen für Science-Fiction-Fans. Trotz Nominierung wurden die damals sensationellen Spezialeffekte nicht mit dem Oscar ausgezeichnet. Die Trophäe ging stattdessen an Cecil B. DeMilles Bibelepos Die zehn Gebote (1956).

 

1956: Fliegende Untertassen greifen an

 

In diesem überaus soliden Invasionsstreifen landen friedliche Ausserirdische auf der Erde. Als das Militär jedoch ihre UFOs angreift und einen der Ausserirdischen tötet, ist fertig lustig und es kommt zu einer erbitterten Schlacht der Menschheit gegen die Aliens. "Fliegende Untertassen greifen an" ist ein typischer Invasionsfilm der 1950er Jahre und diente als visuelle und inhaltliche Blaupause für zahlreiche spätere Filme dieser Art, u.a. Roland Emmerichs Effektspektakel "Independence Day" (1996) und Tim Burtons Genre-Parodie "Mars Attacks!" (1996). Der in Schwarzweiss gedrehte Streifen wurde für die britische DVD-Veröffentlichung 2006 nachträglich koloriert.

 

1956: 1984

 

Im politischen Misstrauensklima der 1950er Jahre war es kein Wunder, dass George Orwells 1949 erschienener Roman "1984" wiederentdeckt und für die grosse Leinwand adaptiert wurde. Den schliesslich ist Orwells Werk ein geniales Mahnmal vor autokratischen und diktatorischen Regierungsstrukturen und hat noch heute nichts von seiner Kraft eingebüsst. Die Filmversion wurde zwar überwiegend in England gedreht und mit britischen Schauspielern besetzt, für die Hauptrollen wurden aber die Amerikaner Edmond O'Brien und Jan Sterling verpflichtet. Den Kritikern war Michael Andersons Film jedoch zu "harmlos" und sie kreideten dem Streifen an, dass er zu wenig vom Grauen der Romanvorlage zeige.

 

1957: Die unglaubliche Geschichte des Mr. C

 

Der unscheinbare Geschäftsmann Scott Carey (Grant Williams) wird von einer mysteriösen Wolke erfasst und schrumpft in der Folge von Tag zu Tag. Sein zu Hause wird dabei vom Ort der Geborgenheit zur lebensfeindlichen Umgebung. "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" ist einer der besten Filme, die der Science-Fiction-Boom der 1950er Jahre hervorbrachte. Insbesondere der Kampf der Hauptfigur gegen eine Hausspinne zählt zu den absoluten Highlights. Doch auch die philosophischen Untertöne und der Schlussprolog, in dem Scott über den Sinn des Lebens nachdenkt, haben es in sich. Von den Kritikern wurde "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" anfänglich aber dennoch nur als Durchschnitt abgestempelt. Im Verlauf der Jahre stieg die Anerkennung jedoch und er wurde schliesslich in den Olymp der Science-Fiction-Klassiker erhoben.

 

1958: Die Fliege

 

In diesem unterhaltsamen B-Horror-Schauerstück kreuzt ein ambitionierter Wissenschaftler bei einem Versuch mit Teleportation aus Versehen seine DNA mit der einer Fliege. Dabei fliegt das Insekt mit seinem Kopf auf dem Körper davon, während er selbst den Kopf der Fliege hat. Verzweifelt versucht er, dass Insekt zu fangen. Als dies jedoch scheitert, bittet er seine Frau, ihn zu töten und alles zu vertuschen. "Die Fliege" basiert auf einer Kurzgeschichte des britisch-französischen Schriftsteller George Langelaan (1908-1972) und zählte mit Produktionskosten von zwischen 325'000 $ und 495'000 $ zur Low-Budget-Kategorie. Als Geldgeber fungierte jedoch das Major-Studio 20th Century Fox, welches mit dem Streifen überraschend einen ihrer grössten Hits des Jahres landete. Dies führte zu insgesamt zwei Fortsetzungen, welche unter dem Titel "Die Rückkehr der Fliege" (1959) und "Der Fluch der Fliege" (1965) in die Kinos kamen. 1986 drehte David Cronenberg ein äusserst sehenswertes Remake mit Jeff Goldblum und Geena Davis in den Hauptrollen.

 

1958: The Blob - Schrecken ohne Namen

 

Alle haben mal klein angefangen: Der spätere Superstar und Hollywoodlegende Steve McQueen ist in diesem gerademal 110'000 $ teuren Low-Budget-Streifen als Teenager zu sehen, der ein Kleinstädtchen vor einer ausserirdischen Invasion warnen will. Diese kommt in Form einer klebrig-schleimigen Masse daher und sorgt für unfreiwillig komische, aber dennoch einvernehmende Sci-Fi-B-Movie-Atmosphäre. "The Blob - Schrecken ohne Namen" war insofern speziell als das ein grosses Hollywoodstudio hinter dem Streifen stand. Die Paramount kaufte ihn nämlich dem Produzenten Jack H. Harris für 300'000 $ ab und spendierte dem Mix aus Teenager-, Science-Fiction- und Horrofilm ein Werbebudget von immerhin 300'000 $. Für die Paramount ein gutes Geschäft: Allein in den USA brachte es "The Blob" trotz miserabler Kritikern auf ein Verleiheinspiel von 1 Mio. $. 1988 folgte ein grottenschlechtes Remake.

 

1959: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

 

Um den weltberühmte Abenteurroman von Jules Verne zu verfilmen griff die 20th Century Fox tief in die Taschen und stellte ein Budget von 3,44 Mio. $ auf die Beine. Regisseur Henry Levin konnte deshalb aus dem Vollen schöpfen und zahlreiche fantastische Elemente der Romanvorlage umsetzen, aber auch neue hinzufügen. So begegnen den Forschern rund um Professor Sir Oliver Lindenbrook (James Mason) u.a. riesigen Eidechsen, die verlorene Stadt Atlantis und gigantische Pilze. An den Kinokassen war "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" ein Volltreffer und spielte allein in den USA 4,77 Mio. $ ein. Damit zählte er zu den 30 erfolgreichsten Filmen des Jahres 1959. Mitunter ein Anteil an dem Erfolg hatte die Tatsache, dass der Streifen im boomenden Cinema-Scope-Verfahren gedreht wurde.


Quellen:

  • Wikipedia (englisch und deutsch, diverse Recherchen)
  • www.imdb.com (Trivia, diverse Informationen)
  • "The Battle for the Bs: 1950s Hollywood and the Rebirth of Low-Budget Cinema" (Autor: Blair Davis; Herausgeber: Rutgers University Press, 05.04.2012; ISBN-13: 978-0813552538)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0