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Alien im Kino - Ein Rückblick auf die legendäre Kinoreihe


Es ist im Kino endlich wieder Zeit für Xenomorphen, Face-Huggers und Schreie im Weltall. Mit "Alien: Romulus" erscheint endlich wieder ein neues Kapitel im "Alien"-Universum auf den Leinwänden. Der ideale Zeitpunkt für einen ausgiebigen Rückblick auf die Kinoreihe...

"Im Weltall hört dich niemand schreien." Ein Werbeslogan, der Filmgeschichte schrieb. Und der nicht zu viel versprochen hat. Als Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt 1979 seine Kinopremiere feierte wurde der Begriff furchterregend ganz neu definiert. Denn ein Monster, wie es der Schweizer Künstler H.R. Giger schuf, gab es nie zuvor auf der Leinwand. Der Schocker entwickelte sich innert kürzester Zeit zum Kassenschlager und spielte weltweit 143 Mio. $ ein (ca. 938 Mio. in 2024-$).

 

Doch das Alien war nicht nur für volle Kinokassen gut, sondern begeisterte auch Cineasten und Filmkritiker gleichermassen. Nebenbei gewann er in der Kategorie Beste visuelle Effekte den Oscar. "Alien" war also ein filmischer und kommerzieller Triumph. Kein Wunder fand die 20th Century Fox Gefallen am fortsetzen. Der letzte im Bunde ist nun Fede Alvarez "Alien: Romulus".

 

An den Kinokassen scheint das ganze aufzugehen und der neuste Eintrag im "Alien"-Universum spielte allein am Premierenwochenende 108 Mio. $ ein. Der richtige Zeitpunkt also für einen Rückblick auf die legendäre Monster-Reihe...

1979: Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

 

Ein Science-Fiction-Horror-Klassiker der seinesgleichen sucht: Ridley Scott gelang mit seiner albtraumhaften Dystopie nicht mehr und nicht weniger als einen der besten und furchterregendsten Filme aller Zeiten. Grosser Anteil daran hat natürlich H.R. Gigers (1940-2014) geniales Monsterdesign. Doch auch die beklemmende Atmosphäre sowie die hervorragenden Darsteller leisten ihren Beitrag. Sigourney Weaver stieg zu Recht zur Leading Lady Hollywoods und geistigen Stilikone emanzipierter Frauen auf.

 

Im ersten Film greift der triste Weltraumfrachter Nostromo ein Notsignal vom Planeten Fiorna 161 auf und eilt zur Hilfe. Doch als eines der Besatzungsmitglieder (John Hurt) von einem geheimnisvollen Parasiten angegriffen wird, beginnt das Grauen. Mit 4,2 Mio. $ war "Alien - Das unheimliche Wesen" ursprünglich moderat budgetiert, kostete am Ende jedoch fast 7 Mio. $ mehr. Für den Regieposten waren u.a. Peter Yates, John Boorman, Robert Aldrich und Robert Altman im Gespräch, aber die Produzenten befürchteten, dass diese den Film nicht ernst nehmen und ihn zu einem B-Movie-Monsterfilm verkommen lassen würden. Schliesslich erhielt Ridley Scott den Zuschlag, u.a. weil er mit seinem Kino-Debüt Die Duellisten (1977) einen bleibenden Eindruck bei den Verantwortlichen hinterliess.

 

1986: Aliens - Die Rückkehr

 

Eine Fortsetzung, die seinem Vorgänger in nichts nachsteht: James Cameron gelang mit diesem brillanten Streifen das schier unmögliche und er erschuf ein Sequel, welches noch heute ganz zu Recht als eines der besten in der Geschichte des Films gilt. Im Gegensatz zum Vorgänger setzt Cameron jedoch nicht auf Klaustrophobie, sondern auf Action und Spektakel. Bei dem Ganzen lässt er aber die Figuren nicht zu kurz kommen und bescherte Sigourney Weaver gar eine Oscarnominierung als Beste Hauptdarstellerin.

 

Im Sequel kehrt Weaver als Lt. Ellen Ripley nach 57 Jahren im Tiefschlaf erneut auf den Planeten Fiorna 161 zurück. Doch dort erwartet sie eine ganze Schaar an Aliens, welche selbst hartgesottenen Marines zu schaffen machen. Die Studiobosse der 20th Century Fox wollten ursprünglich die Fortsetzung ohne Weaver drehen, doch Regisseur Cameron und Produzentin Gale Ann Hurd bestanden darauf und machten ihr Mitwirken davon abhängig. Dank ihrem gemeinsamen Erfolg mit Terminator (1984) hatten die beiden eine gute Verhandlungsbasis und konnten sich schliesslich durchsetzen.

 

1992: Alien 3

 

"Alien 3" ist der wohl umstrittenste Film der gesamten Reihe. Vielen Fans war der Streifen schlicht und einfach zu düster. Und das konsequente Ende konnte auch nicht jeden überzeugen. Erschwerend kommt hinzu, dass mittlerweile mehrere Versionen des Streifens existieren, u.a. auch ein Director's Cut. Betrachtet man "Alien 3" objektiv so ist Regisseur David Fincher ein interessanter Beitrag im "Alien"-Filmuniversum gelungen, der zweifellos einige Höhepunkte zu bieten hat. Und trotz des schwermütig-pessimistischen Grundtons bietet "Alien 3" über die gesamte Laufzeit eine beklemmende Spannung.

 

Die Produktion von "Alien 3" gestaltete sich als äusserst schwierig. Das Drehbuch wurde des Öfteren umgeschrieben, Newcomer David Fincher musste zahlreiche Kompromisse eingehen und schliesslich verschlang "Alien 3" die damals stattliche Summe von 50 Mio. $. Sigourney Weaver kassierte dabei eine Gage von 4 Mio. $ sowie eine saftige Gewinnbeteiligung. An den Kinokassen blieb der Streifen hinter den Erwartungen zurück und erwies sich für die 20th Century Fox als Verlustgeschäft.

 

1997: Alien - Die Wiedergeburt

 

Die Rückkehr von Sigourney Weaver schien aufgrund des konsequenten Ende von "Alien 3" für Fans der Reihe lange Zeit als aussichtslos. Doch wie so oft in Hollywood konnte ein dicker Gehaltscheck die entscheidende Wende herbeiführen. Rund 11 Mio. $ konnte Weaver für ihre Rückkehr als Lt. Ellen Ripley aushandeln. Der vierte Teil spielt 200 Jahre nach "Alien 3". Auf einer Raumstation wird Ripley nach ihrem Ableben dank DNA-Resten geklont. Doch den Forschern gelingt es auch, die Aliens zu genetisch reproduzieren und diese können schliesslich ausbrechen. Visuell bietet "Alien - Die Wiedergeburt" grosses Kino, doch inhaltlich kann das ganze nicht immer überzeugen und auch das Ende ist enttäuschend. Dennoch bietet der Streifen 109-Minuten soliden Alien-Horror.  

 

Für den Regieposten waren u.a. Danny Boyle ("Trainspotting", "Slumdog Millionär") und Bryan Singer ("Die üblichen Verdächtigen", "X-Men") im Gespräch. Den Zuschlag erhielt schliesslich überraschend der Franzose Jean-Pierre Jeunet, der dem internationalen Publikum vor allem dank seiner eigenwilligen Werke wie "Delicatessen" (1991) und "Die Stadt der verlorenen Kinder" (1995) ein Begriff war. Später drehte er mit "Die fabelhafte Welt der Amélie" (1999) einen der grössten Hits des französischen Kinos. 

 

2004: Alien vs. Predator

 

Der ultimative Schlagabtausch: Als der Weyland-Konzern Wärmesignaturen in der Arktis, die auf eine 600 Jahre alte Pyramide hindeuten, entdeckt, schicken sie kurzerhand ein Forscherteam ins kalte Eis. Doch statt neue Antworten auf die Ursprünge der Menschheit zu finden geraten die Wissenschaftler zwischen die Fronten der sich bekämpfenden Predatoren und Aliens.

 

"Alien vs. Predator" ist für die Fans beider Kreaturen eigentlich der Inbegriff des Guilty Pleasure, wohlwissend, dass der Streifen keinem der beiden Lager gerecht werden kann und alles andere als hochstehende Unterhaltung ist. Kein Wunder wurde der Streifen von den Kritikern gnadenlos zerrissen. Die Kinokasse stimmte aber dennoch und "Alien vs. Predator" spielte weltweit beachtliche 177 Mio. $ ein (Kosten: 60-70 Mio.).

 

2007: Alien vs. Predator 2

 

Wer gedacht hat, dass es nach "Alien vs. Predator" nicht mehr schlimmer kommen kann, wird mit diesem grottenschlechten Streifen eines Besseren belehrt: Diesmal geraten nicht Wissenschaftler ins Kreuzfeuer der Alien-gegen-Predator-Fehde, sondern die ahnungslosen Bewohner einer US-Kleinstadt. Diese dienen denn auch primär als Futter und Zielscheiben für die ausserirdischen Killerbestien und irren äusserst unbeholfen durch 94 unerträgliche Filmminuten.

 

Im Gegensatz zum entschärften ersten Teil des Crossovers durften hier die Newcomer-Regisseure Colin und Greg Strause in punkto Brutalität aus dem Vollen schöpfen und so erhielt "Alien vs. Predator - Requiem" in den USA das ersehnte R-Rating, welches seinem Vorgänger aus kommerziellen Erwägungen verwehrt blieb. Dieser musst sich mit einem PG-13 begnügen. Erstaunlicherweise war der zweite Teil trotz seiner mangelhaften Qualität ein Hit und spielte bei Produktionskosten von 40 Mio. $ weltweit 130 Mio. $ ein.

 

2012: Prometheus - Dunkle Zeichen

 

Der Maestro ist zurück: 33 Jahre nachdem er mit dem Original einen Meilenstein des Science-Fiction- und Horrorkinos ablieferte, kehrte Ridley Scott zur Franchise zurück und ergründet in seinem visuell beeindruckenden Prequel die Anfänge der Alien-Kreatur sowie deren Schöpfer. Diesmal schickt er eine Gruppe von Forschern (u.a. Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron und Idris Elba) in die weiten des Weltalls, welche bei ihrer Suche nach den menschlichen Wurzeln, eine besonders unheimliche und tödliche Begegnung der dritten Art erlebt.

 

Die Entwicklung von "Prometheus - Dunkle Zeichen" wurde bereits 2002 angestossen, wurde von der 20th Century Fox aber zu Gunsten des "Alien vs. Predator"-Crossovers vorerst auf Eis gelegt. An den Kinokassen funktionierte "Prometheus - Dunkle Zeichen", blieb jedoch mit einem weltweiten Box-Office von 403 Mio. $ (Kosten: 120-130 Mio. $) etwas hinter den Erwartungen zurück. Und auch die Fans zeigten sich verhalten begeistert.

 

2017: Alien - Covenant

 

Ridley Scott kehrte mit "Alien - Covenant" erneut zur Franchise zurück und führte seine Prequel-Reihe nach "Prometheus - Dunkle Zeichen" weiter. Diesmal wird die Besatzung eines Raumschiffs, welche sich auf einer Kolonisations-Mission befindet, vom ausserirdischen Grauen heimgesucht. Zeitlich spielt "Alien - Covenant" elf Jahre nach "Prometheus - Dunkle Zeichen", hat aber dennoch einige direkte Bezüge zum Vorgänger, insbesondere in der Androiden-Figur David (Michael Fassbender).

 

"Alien - Covenant" hat diesmal einen deutlich höheren Alien-Anteil, da die gefrässigen Monster bereits früher und auch öfters in Erscheinung treten. Der Film selbst ist dabei ein solider Eintrag in der "Alien"-Reihe, wenngleich sich unweigerlich die Frage aufdrängt, ob das ganze überhaupt nötig war. Aufgrund des mittelprächtigen Abschneiden des Films an den Kinokassen (Box-Office weltweit: 241 Mio. $; Kosten: 111 Mio. $) wurde der geplante dritte Prequel-Teil auf Eis gelegt.


"Alien" - Das Kinokassen-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand des weltweiten inflationsbereinigten Box-Office in US-$. In Klammern ist das Original-Box-Office aufgeführt. Wenn immer möglich und falls bekannt wird nur das Ergebnis der Erstaufführung berücksichtigt. Handelt es sich bei dem Original-Box-Office um eine Schätzung so ist dies mit einem Stern (*) nach dem Einspielergebnis vermerkt. Hintergründe zur Berechnung des inflationsbereinigten Box-Office finden Sie hier.

 

  1. Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
    938 Mio. $
    (143 Mio.)
  2. Aliens - Die Rückkehr (1986)
    652 Mio. $
    (157 Mio.)
  3. Prometheus - Dunkle Zeichen (2012)
    596 Mio. $
    (403 Mio.)
  4. Alien 3 (1992)
    551 Mio. $
    (159 Mio.)
  5. Alien - Die Wiedergeburt (1997)
    477 Mio. $
    (161 Mio.)
  6. Alien Vs. Predator (2002)
    361 Mio. $
    (177 Mio.)
  7. Alien: Covenant (2017)
    304 Mio. $
    (241 Mio.)
  8. Alien Vs. Predator: Requiem (2007)
    230 Mio. $
    (129 Mio.)

"Alien" - Das Kritiker-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand des Metascore von www.metacritic.com. Die Skala geht dabei von 1-100 und je höher der Wert, desto besser viel das Urteil der Kritiker aus. Ab einem Wert von 61 hatte der Streifen überwiegend positive Kritiken. Filme mit einem Wert von 81 und mehr erhalten das Gütesiegel "MUST-SEE" und gelten als besonders sehenswert. 

 

  1. Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
    89/100
  2. Aliens - Die Rückkehr (1986)
    84/100
  3. Alien: Covenant (2017)
    65/100
  4. Prometheus - Dunkle Zeichen (2012)
    64/100
    Alien: Romulus (2024)
    64/100
  5. Alien - Die Wiedergeburt (1997)
    63/100
  6. Alien 3 (1992)
    59/100
  7. Alien Vs. Predator (2002)
    29/100
    Alien Vs. Predator: Requiem (2007)
    29/100

"Alien" - Das Publikum-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der IMDb-Wertung. Die IMDb (Internet Movie Database) ist die grösste Filmdatenbank im Internet und häufig erste Anlaufstelle für Filmfans auf der ganzen Welt. Deren registrierte Nutzer vergeben jeweils Wertungen zwischen 1,0 und 10,0. Die Bewertungen erfolgen von Nutzern aus der ganzen Welt und geben so ein interessantes Bild darüber ab, wie gut ein Film beim Publikum ankommt.

 

  1. Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
    8,5/10
  2. Aliens - Die Rückkehr (1986)
    8,4/10
  3. Alien: Romulus (2024)
    7,4/10
  4. Prometheus - Dunkle Zeichen (2012)
    7,0/10
  5. Alien 3 (1992)
    6,4/10
    Alien: Covenant (2017)
    6,4/10
  6. Alien - Die Wiedergeburt (1997)
    6,2/10
  7. Alien Vs. Predator (2002)
    5,7/10
  8. Alien Vs. Predator: Requiem (2007)
    4,6/10

Quellen:

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