
Obwohl der Streifen nicht zu Hitchcocks besten Werken zählt, ist "Der Fall Paradin" ein herausragend gespieltes Gerichtsdrama, welches durch seine Dialoge zu fesseln weiss und mit einem äusserst emotionalen Ende aufwartet. Nebenbei liefert Gregory Peck eine seiner besten Schauspielleistungen überhaupt ab.
Story
Anthony Keane (Gregory Peck) ist ein begnadeter und professioneller Anwalt, der zu den besten seines Fachs zählt. Mit seiner Frau Gay (Anne Todd) lebt er ausserdem in einer äusserst glücklichen und stabilen Ehe. Als die attraktive Mrs. Paradin (Alida Valli) des Mordes an ihrem blinden Mann, Oberst Paradin, angeklagt wird, soll Anthony die Verteidigung übernehmen. Als er ihr das erste mal begegnet erliegt er sofort ihrer Schönheit und verliebt sich in sie. Mehr und mehr verliert er seine Urteilsfähigkeit und sieht in ihr ein Opfer des Rechtssystems. Schliesslich will er den Prozess um jeden Preis gewinnen...
Hintergrund
Die Dreharbeiten waren für Regisseur Alfred Hitchcock alles andere als erfreulich. Produzent David O. Selznik redete ihm ständig drein, überwachte die Produktion akribisch und liess immer wieder Änderungen am Skript vornehmen. Für Hitchcock, der es gewohnt war, den ganzen Film vor Drehbeginn als Storyboard visualisiert zu haben, ein Alptraum. In der Folge hinkte die Produktion schon früh merklich hinter dem Drehplan her und das Budget schwoll schliesslich auf über 4,25 Mio. $ an. Diese für damalige Verhältnisse enorme Summe war vergleichbar mit Selznicks berühmtester Produktion, Vom Winde verweht (1939, 3,85 Mio. $).
Obwohl Regisser Alfred Hitchcock die Darsteller Gregory Peck, Alida Valli und Louis Jourdan mochte, hielt er sie für ihre jeweiligen Rollen als ungeeinget. Ihm schwebten Laurence Olivier als Keane, Greta Garbo als Mrs. Paradin und Robert Newton als André Latour vor. Doch Produzent David O. Selznick bestand auf Peck, Valli und Jourdan.
"Der Fall Paradin" wurde von den zeitgenössischen Kritikern wenig wohlwollend aufgenommen und nur mit durchschnittlichen Noten bewertet. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Streifen aber zu einem der am besten rezensierten Werke Alfred Hitchcocks.
An den Kinokassen erwies sich "Der Fall Paradin" als kommerzieller Misserfolg und konnte seine enormen Produktionskosten nicht wieder einspielen. Der Streifen war die letzte Zusammenarbeit zwischen David O. Selznick und Alfred Hitchcock. Obwohl Selznick dem Master of Suspense einen Vertrag für fünf weitere Filme anbot, lehnte Hitchcock ab.
Originaltitel: The Paradine Case
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Gregory Peck, Ann Todd, Alida Valli, Charles Laughton, Charles Coburn, Joan Tetzel, Ethel Barrymore, Louis Jourdan, Leo G. Carroll, Isobel Elsom, John Williams
Laufzeit: 125 Minuten
US-Premiere: 29.12.1947
Metacritic: -
Budget: 4,25 Mio. $
US-Verleiheinspiel: 2,2 Mio. $
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