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Graf Zaroff - Genie des Bösen (1932)


★★★★★

"Graf Zaroff - Genie des Bösen" ist einer der Höhepunkte des Horrorkinos der 1930er Jahre und weiss insbesondere durch seine straffe Inszenierung, seine packende Ausgangslage, die spannende Handlung und Leslie Banks als sadistische Hauptfigur zu überzeugen.

Story

Autor und Grosswildjäger Rainsford (Joel McCrea) kann sich mit viel Glück nach einem Schiffsunglück auf eine einsame Insel retten. Dort entdeckt er das Anwesen des mysteriösen Graf Zaroff (Leslie Banks) und sucht dort Zuflucht. Der Gastgeber erweist sich auf den ersten Blick als äusserst fürsorglich. Doch schon bald muss Rainsford den wahren Grund der Gutmütigkeit seines Gastgebers erkennen und um sein Leben bangen...

 

Hintergrund

Die Produktion von "Graf Zaroff - Genie des Bösen" fand gleichzeitig mit derjenigen von King Kong (1933) statt. Es konnten deshalb sowohl einige der Darsteller - Fay Wray, Robert Armstrong, Noble Johnson und James Flavin - als auch die Sets genutzt werden. "Graf Zaroff - Genie des Bösen" galt aber als zweitranging und kurz vor Drehbeginn wurde sowohl das Budget als auch die Drehzeit auf ein Minimum getrimmt. Die ursprüngliche Version war um einiges aufwändiger und spektakulärer angelegt.

 

Bei Testvorführungen schockierte die 78-minütige Rohfassung des Streifens das Publikum so sehr, dass es teilweise sogar den Kinosaal verliess. So wurden diverse Szenen aus dem Trophäenraum gekürzt. U.a. fielen eine Szene mit einem abgemagerten und ausgestopften Matrosen sowie die ausgestopften Körper zweier Jagdhunde der Schere zum Opfer. Auch eine Szene, in welcher Graf Zaroff detailliert schildert, wie jedes seiner Opfer starb, wurde komplett aus dem Film gestrichen.

 

An den Kinokassen erwies sich "Graf Zaroff - Genie des Bösen" trotz seiner für damalige Verhältnisse drastischen Gewaltszenen als respektabler Erfolg und brachte der RKO einen Profit von immerhin 70'000 $ ein. Auch die zeitgenössischen Kritiker bewerteten den Streifen überraschenderweise positiv und lobten insbesondere Leslie Banks Darstellung als sadistischer Graf Zaroff.

 

Unter Cineasten und Filmemachern nahm "Graf Zaroff - Genie des Bösen" im Laufe der Zeit zu Recht den Status eines Klassikers ein. In David Finchers Zodiac - Die Spur des Killers (2007) wird gar auf den Film Bezug genommen und so entdeckt eine der Hauptfiguren in den Briefen des berühmten Zodiac-Killers Referenzen an "Graf Zaroff - Genie des Bösen". In einem der Briefe findet er eine Passage in der sich der Killer direkt auf die Aussage von Graf Zaroff, der Mensch sei das gefährlichste von allen Tieren, bezieht.

Originaltitel: The Most Dangerous Game

Regie: Ernest B. Schoedsack, Irving Pichel

Darsteller: Joel McCrea, Leslie Banks, Fay Wray, Robert Armstrong, Noble Johnson, Steve Clemente, Dutch Hendrian, William B. Davidson, James Flavin

Laufzeit: 63 Minuten

Metacritic: -

Budget: 219'869 $
US-Verleiheinspiel: 263'000 $

Verleiheinspiel: 443'000 $ (weltweit); 263'000 $ (USA/Kanada)

Kinostart DE: 06.08.1976

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