· 

Rambo, Lethal Weapon & Co. - Ein filmischer Streifzug durch das Actionkino der 1980er Jahre


Die 1980er Jahre boten für Actionfans eine schier unglaubliche Anzahl an Krawallfilmen. Ob Rambo, Lethal Weapon oder Stirb Langsam - auf den Leinwänden knallte und krachte es am Laufmeter. Zeit für einen Rückblick auf ein Jahrzehnt voller Muskeln, Machos, Explosionen und Schiessereien...

Für Fans handfester und brachialer Actionkost waren die 1980er Jahre eine der besten Zeiten überhaupt. Der Actionfilm löst sich von diversen Genres wie dem Krimi, dem Polizeifilm oder dem Thriller und feierte seine Geburt als eigenständiges Genre. Obwohl bereits in zahlreichen früheren Filmen Actionszenen enthalten waren, dienten sie weniger dem Selbstzweck als der Notwendigkeit. Gutes Beispiel hierführ sind die spektakulären Verfolgungsjagden aus den Krimiklassikern Bullitt (1968) oder Brennpunkt Brooklyn (1971).

 

Doch die 1980er Jahre misteten ordentlich aus und befreiten sich von dem Mief der Pflicht. Action durfte nun einfach nur um der Action Willen und ohne höhere Ansprüche vonstatten gehen. Dabei trieben insbesondere Schiessereien, Explosionen und Kampfszenen das Geschehen voran.

 

Zeit also für einen Blick auf einige typische Werke der Dekade...

1989: James Bond 007 - Lizenz zum Töten

 

Hart, härter, Timothy Dalton: Nachdem der Neu-007 bereits in seinem Vorgänger "Der Hauch des Todes" seine Rolle stärker an der Romanvorlage anlegte, setzt er mit diesem für Bond-Verhältnisse recht brutalen Streifen noch einen drauf. Diesmal wird sein bester Freund Felix Leiter und dessen Frau von skrupellosen Drogendealern verstümmelt, wofür sich die Doppelnull rächen will. Aus diesem Grund wird ihm auch die Lizenz entzogen. Doch davon lässt er sich nicht ausbremsen und startet einen Feldzug, der nicht nur einen grossen Bodycount verursacht, sondern auch einige atemberaubende Actionszenen. An den Kinokassen war "Lizenz zum Töten" zwar alles andere als ein Flop, spielte aber mit weltweit 156 Mio. $ deutlich weniger ein als sein Vorgänger (191 Mio. $).

 

1989: Tango & Cash

 

Sylvester Stallone und Kurt Russell gefallen als ungleiches und konkurrierendes Polizistenduo, welches von einem rachsüchtigen Gangsterboss reingelegt wird und sich im Gefängnis im wahrsten Sinn des Wortes durchschlagen muss. Das der explosive Streifen inhaltlich wenig Neues bietet und auch in Anbetracht der Charakterzeichnungen einiges zu wünschen übrig lässt ist verschmerzbar. Denn diese Makel weiss "Tango & Cash" mit viel explosiver Action, ordentlichen Prügeleien und frechen Machosprüchen auszugleichen.

 

1989: Brennpunkt L.A. - Die Profis sind zurück

 

Es ist selten, dass eine Fortsetzung seinen Vorgänger in den Schatten stellt. Doch genau dies gelang Richard Donner mit seiner humorvollen und temporeichen Zwei stahlharte Profis-Fortsetzung. Diesmal müssen sich die Chaoscops Martin Riggs (Mel Gibson) und Roger Murtaugh (Danny Glover) aber nicht mit Drogendealern anlegen sondern mit korrupten Diplomaten. Nebenbei verliebt sich Riggs noch in eine attraktive Konsulatssekretärin (Patsy Kensit). Absolutes Highlight: Die Toiletten-Szene. An den Kinokassen übertraf das Sequel seinen Vorgänger um Längen und spielte weltweit 228 Mio. $ ein (Kosten: 30 Mio. $).

 

1988: Stirb Langsam

 

Der Goldstandard des Actionfilms: In John McTiernans explosivem Feuerwerk kämpft Bruce Willis als Held wider Willen in einem Hochhaus gegen eine Gruppe skrupelloser Terroristen. Bodenunterstützung erhält er dabei von Donut-Esser und Streifenpolizist Al (Reginald VelJohnson). Willis schaffte mit dem Streifen seinen absoluten Durchbruch und verlieh der Figur des Einzelkämpfers John McClane eine unvergleichlich individuelle Note. Aufgrund des riesigen Kassenerfolg des Streifens - weltweit spielte er über 141 Mio. $ ein (Kosten: 35 Mio. $) - folgten bisher insgesamt vier Fortsetzungen (1990, 1995, 2007 und 2013).

 

1988: Red Heat

 

Arnold Schwarzenegger lässt als russischer Hardliner-Polizist in Chicago die Muskeln spielen. Dort soll er einem georgischen Drogendealer (Ed O'Ross), der seinen Partner auf dem Gewissen hat, das Handwerk legen. Ganz zu seinem Missfallen erhält er vom grossmäuligen John Belushi amerikanische Schützenhilfe. Der Streifen ist Action Business as usual und solide Kost für Fans des Genres. An den Kinokassen konnte er jedoch trotz solider Einspielergebnisse nicht ganz überzeugen (US-Box-Office: 35 Mio. $; Budget: 29 Mio. $).

 

1988: Rambo III

 

Es war unvermeidlich: Nach dem gigantischen Kassenerfolg von "Rambo II - Der Auftrag" (1985) war es nur eine Frage der Zeit, bis der Vietnamveteran wieder den Bogen spannen würde. Diesmal verschlägt es ihn nach Afghanistan wo er - Überraschung - erneut gegen abtrünnige Sowjets kämpfen muss. Das inhaltlich tumbe, aber actionmässig ordentliche Machwerk war dem produzierenden Carolco Pictures-Studio 63 Mio. $ wert und der Razzie-Jury fünf Nominationen für die Goldene Himbeere. Den Anti-Oscar gewann schliesslich Sylvester Stallone als schlechtester Hauptdarsteller.

 

1987: James Bond 007 - Der Hauch des Todes

 

Timothy Dalton übernehmen Sie: Nachdem Roger Moores Alter in "Im Angesicht des Todes" (1985) kaum mehr zu übersehen war, entschieden sich die Bond-Macher für eine Neubesetzung. Ursprünglich war Pierce Brosnan der Top-Favorit, doch der Ire musste aufgrund seiner Verpflichtung für die TV-Serie "Remington Steele" (1982-1987) absagen. So war der Weg frei für Charakterdarsteller Timothy Dalton. Dessen Bond-Interpretation orientierte sich stark an der Härte und dem Realismus der Connery-Bondfilme, doch so ganz überzeugen konnte er dennoch nicht. Der Film selbst zählt jedoch zu einem der besseren Einträge in der langlebigen Reihe und bietet wie gewohnt atemberaubende Actionszenen (u.a. mehrere Autoverfolgungsjagden und eine Finale in einem gigantischen Bomber-Flugzeug).

 

1987: Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis

 

Mel Gibson und Danny Glover überzeugen als gegensätzliches Polizistenduo. Im knallharten ersten Teil der "Lethal Weapon"-Reihe müssen sie gegen ihren Willen zusammenarbeiten um einem Drogenkartell das Handwerk zu legen. Im Verlauf der Handlung raufen sie sich jedoch zusammen und lassen es schliesslich so richtig krachen. Die Folge: Positive Kritiken, volle Kinokassen (weltweites Box-Office: 120 Mio. $; Kosten: 15 Mio. $) und insgesamt drei Fortsetzungen (1989, 1992 und 1998).

 

1986: Die City-Cobra

 

Wie bereits in "Rambo II - Der Auftrag" geht es auch in diesem Sylvester-Stallone-Actionvehikel brutal zur Sache. Diesmal spielt der Italian Stallion einen kompromisslosen Hardliner-Cop, der sich mit einer fanatischen Killer-Sekte anlegt. Dabei sorgt er natürlich für einen ordentlichen Bodycount. Während die Action für Fans des Genres einiges zu bieten hat, ist die Handlung des Streifens leer wie eine Patronenhülse. Kein Wunder wurde "Die City-Cobra" für sechs Goldene Himbeeren nominiert. An den Kinokassen ging die Rechnung jedoch auf und der Streifen zählte mit einem weltweiten Box-Office von 160 Mio. $ (immerhin ca. 665 Mio. in 2024-$) zu den grössten Hits des Jahres 1986.

 

1986: Der City-Hai

 

"Was Sly kann, kann ich schon lange!", dachte sich die steirische Eiche Arnold Schwarzenegger und lieferte mit diesem knallharten und inhaltlich debilen Actionknaller ein lupenreines Plagiat gängiger Stallone-Vehikel ab. Diesmal lässt der Ex-Mister-Universum als ehemaliger FBI-Agent die Muskeln spielen und lehrt der US-Mafia ordentlich das Fürchten. Trotz mieser Kritiken war "Der City-Hai" an den Kinokassen ein solider Erfolg und spielte allein in den USA das doppelte seiner 8 Mio. $ Produktionskosten ein.

 

1985: Rambo II - Der Auftrag

 

"Mehr Muskeln, weniger Hirn." So war der Konsens der Kritiker über Sylvester Stallones zweite Mission als Vietnam-Veteran John Rambo. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Als reiner Actionstreifen funktioniert das brachial-brutale und überpatriotische Machwerk aber dennoch. Die Story: In einem abgelegenen Gefangenenlager im vietnamesischen Dschungel sind nach wie vor amerikanische Soldaten gefangen. Rambo solls richten. An den Kinokassen ging das Sequel trotz der heftigen Kontroversen über die expliziten Gewaltdarstellungen so richtig durch die Decke und spielte weltweit 300 Mio. $ ein (ca. 1,31 Mrd. in 2024-$). Nur Zurück in die Zukunft war mit 381 Mio. $ erfolgreicher. 

 

1985: Das Phantom-Kommando

 

Die Tochter von Arnold Schwarzenegger sollte man besser nicht entführen. Schon gar nicht wenn er einen ehemaligen Special Forces Agenten spielt. Doch es kommt wie es kommen muss und die steierische Eiche killt auf seinem Rachefeldzug was das Zeug hält. Herausgekommen ist dabei so etwas wie die Quintessenz des Actionkinos der 1980er: Brutal, inhaltsleer, vollgespickt mit Macho-Dialogen sowie garniert mit viel, viel handfester Action. Das ganze ging wie so oft an den Kinokassen auf und "Das Phantom-Kommando" spielte bei kostengünstigen 9 Mio. $ weltweit knapp 58 Mio. wieder ein (ca. 252 Mio. in 2024-$).

 

1984: Missing in Action

 

Noch bevor sich Sylvester Stallone als John Rambo in den Dschungel aufmachte um seine Kameraden zu befreien machte Chuck Norris genau dasselbe. Als Colonel James Braddock prügelt und schiesst er sich durch 101-Filmminuten und zeigt seinem muskelbepackten Schauspielkollegen wies geht. Herausgekommen ist ein hirnloses und inhaltsleeres Machwerk, dass jedoch für Actionfans einiges zu bieten hat. Mit einem US-Box-Office von knapp 23 Mio. $ spülte der nur knapp 3 Mio. $ teure Streifen auch ordentlich Kohle in die Kassen, weshalb 1985 ein Prequel und 1988 eine Fortsetzung folgen durfte.

 

1984: Terminator

 

James Cameron schuf mit einem Mikro-Budget von 6,5 Mio. $ nicht nur einen unsterblichen Klassiker des Science-Fiction-Kinos sondern auch unvergessliches Actionkino. Arnold Schwarzenegger feierte als emotionslose Killermaschine seinen absoluten Durchbruch zum Superstar und kriegte die Worte "Ich komme wieder" nie mehr los. Dank einem weltweiten Box-Office von 78 Mio. $ (ca. 365 Mio. in 2024-$), einem Siegszug auf dem damals boomenden Videomarkt und euphorischen Kritiken schuf "Terminator" eine Vermächtnis welches mehrere Filme umspannte.

 

1983: James Bond 007 - Octopussy

 

Nach dem eher ernsteren Grundton seines Vorgängers "In tödlicher Mission" (1981) besannen sich die Produzenten wieder auf Roger Moores unvergleichlichen Charme und verpassten "Octopussy" wieder mehr Humor. Das Ganze ist jedoch streckenweise zu viel des Guten und nimmt schon fast parodistische Züge an. Doch die zahlreichen atemberaubenden Actionszenen, zu welchen u.a. auch ein spektakulärer Kampf auf einem fahrenden Zug und einem Flugzeug zählen, machen das Ganze wieder wett. An den Kinokassen ging die Rechnung wie immer auf und "Octopussy" spielte weltweit über 187 Mio. $ ein. In Deutschland lockte er über 4,33 Millionen Besucher in die Kinos und war damit hinter der Komödie "Tootsie" (4,51 Millionen Besucher) die Nummer eins des Kinojahres 1983.

 

1982: Nur 48 Stunden

 

Eddie Murphy und Nick Nolte müssen sich in dieser kurzweiligen und amüsanten Actionkomödie als ungleiches Ermittlerpaar zusammenraufen um einem Killer das Handwerk zu legen. Heute ist "Nur 48 Stunden" nur noch wenigen ein Begriff, doch war der riesige Kassenerfolg dieses Streifens massgeblich dafür verantwortlich, dass die Buddy-Cop-Movies der 1980er Jahre wie Pilze aus dem Boden schossen. Der Film selbst erhielt 1990 eine enttäuschende Fortsetzung, die auch an den Kinokassen nicht so recht überzeugen konnte.

 

1982: Rambo

 

Nach Rocky (1976) kreierte Sylvester Stallone mit der Figur des John Rambo eine weitere Kultfigur des Actionkinos. Doch statt ihm am Ende des Films wie im Roman sterben zu lassen stellte sich Sly quer und liess den Veteranen überleben. Zur Freude aller Actionfans. An den welweiten Kinokassen spielte "Rambo" 125 Mio. $ ein (rund 680 Mio. in 2024-$) und zählte damit zu den grössten Hits des Jahres. Bislang folgten insgesamt vier Fortsetzungen (1985, 1988, 2008 und 2019), die jedoch allesamt nicht an die inhaltliche und dramaturgische Qualität des Originals heranreichten und die Hauptfigur zur unzerstörbaren Kampfmaschine degradierten.

 

1981: Der Profi

 

Was die Amis können, können die Franzosen schon lange: Haudegen Jean-Paul Belmondo bewies mit diesem Streifen, dass er auch im zarten Alter von damals 49 Jahren noch ordentlich zulangen kann. Als Opfer einer Verschwörung muss er zwei Jahre in einem zentralafrikanischen Gefängnis ausharren und kehrt schliesslich nach Paris zurück um sich an seinen Peinigern zu rächen. In seinem Heimatland lockte der Streifen 5,2 Millionen Besucher in die Kinos und zählte damit zum vierterfolgreichsten Film des Jahres 1981. In Deutschland sahen über 2,86 Millionen Besucher Belmondos Rachfeldzug und machten den Film damit zu einem der grössten französischen Hits der 1980er Jahre in den deutschen Kinos.

 

1982: Firefox

 

Noch bevor einer der beliebtesten Webbrowser aller Zeiten mit diesem Namen auf der Bildfläche auftauchte, sorgte dessen Namensvetter im Kino für viel Krawall. Clint Eastwood muss sich in "Firefox" in die Sowjetunion einschmuggeln und dort den Prototyp eines Kampffliegers stehlen. Für Dirty Harry keine grosse Sache. Dabei legte sich der Superstar ordentlich ins Zeug und lernte gar einige Worte russisch. An den Kinokassen konnte "Firefox" überzeugen und spielte bei Produktionskosten von 21 Mio. $ weltweit rund 71 Mio. $ ein (ca. 384 Mio. in 2024-$).

 

1981: Mad Max II - Der Vollstrecker

 

Im Vergleich zum ersten Teil gibt Teil zwei so richtig Gas und bietet spektakuläre Blechschäden sowie noch überdrehtere Bösewichte. Und auch in punkto Brutalität setzt "Mad Max - Der Vollstrecker" noch einen drauf. Dennoch ist der Streifen nicht nur ein müder Abklatsch des Originals, sondern eine mehr als würdevolle Fortsetzung die auch der Titelfigur mehr Profil verleiht. Da der erste Film weltweit ein riesiger Kassenhit wurde konnte Regisseur George Miller für das Sequel aus dem vollen Schöpfen und drehte kurzerhand den damals teuersten australischen Film (Kostenpunkt: 4,5 Mio. AUS-$).

 

1981: James Bond 007 - In tödlicher Mission

 

Back to the Roots: In Roger Moores fünftem Auftritt als Geheimagent Ihrer Majestät geht es überraschend ernst zur Sache und diesmal muss die Doppelnull ein geheimen U-Boot-Ortungssystem names ATAC ausfindig machen. Schützenhilfe erhält er von der ebenso attraktiven wie treffsicheren Carole Bouquet, die sich für den Tod ihrer Eltern rächen will. Zu den Action-Highlights zählen u.a. eine Autoverfolgungsjagd in den Strassen von Korfu, eine rasante Ski-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo und eine atemberaubende Kletterpartie am Berg eines abgelegenen griechischen Klosters. An den Kinokassen war "James Bond 007 - In tödlicher Mission" ein riesiger Hit und spielte weltweit 195 Mio. $ ein (rund 1,13 Mrd. in 2024-$). In Deutschland lockte er über 4,85 Millionen Besucher in die Kinos und war damit die Nummer eins des Kinojahrs 1981.


Quellen:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0