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Mad Max im Kino


Er ist ein Mann, reduziert auf einen Instinkt: Überleben. So beschrieb sich Max Rockatansky alias Mad Max in George Millers Meisterwerk Mad Max: Fury Road (2015) selbst. Zeit für einen Rückblick auf die actionlastige Filmreihe...

350'000 Australische Dollar reichten dem ehemaligen Arzt George Miller aus, um Kinogeschichte zu schreiben. Mit seinem furiosen und dystopischen Endzeit-Actionstreifen traf er Ende der 1970er exakt den Nerv der Zeit und zog das Kinopublikum in seinen Bann. Trotz für damalige Verhältnisse drastischer Gewaltszenen wurde Mad Max ein Kassenhit und spielte weltweit 100 Mio. $ ein.

 

Nun ist es auf den australischen Strassen wieder Zeit für ordentlich Motorengeheul und aufgewirbelten Staub. Mit "Furiosa: A Mad Max Saga", verlässt Action-Maestro George Miller zwar kurzzeitig seinen einsamen Helden, doch bietet er wieder Blechschäden auf höchstem Ästhetik-Niveau. Eine gute Gelegenheit, um einen Rückblick auf die Filme der Reihe zu wagen...

 

1979: Mad Max

 

Der erste Teil begleitet Polizist Max Rockatansky (Mel Gibson) auf die wilden Strassen im Australien der Zukunft. Dort treibt sich allerhand Gesindel herum und Max stösst schliesslich mit einer Motorrad-Gang (u.a. Hugh Keays-Byrne, dem Immortan Joe-Darsteller aus Mad Max: Fury Road) zusammen. Als diese seinen Freund zum Krüppel fahren und seine Familie ins Visier nehmen sieht Max rot.

 

Regisseur George Miller zog viel Inspiration für "Mad Max" aus seiner Zeit als Arzt auf der Notfallabteilung sowie seinen Jugendjahren in Queensland, wo Autounfälle beinahe an der Tagesordnung waren. Um das nötige Kleingeld für sein Leidenschaftsprojekt aufzutreiben arbeitete er mit Freund und Mitproduzent Byron Kennedy drei Monate lang im Notarzteinsatz und warb nebenbei Sponsoren an. Schliesslich konnte er die benötigten 350'000 - 400'000 australischen Dollar für seinen Auto-Western auftreiben.

 

Die für damalige Verhältnisse recht drastischen Gewaltszenen riefen weltweit die Zensoren auf den Plan und sorgten für ordentliche Kontroversen. Kein Wunder geriet "Mad Max" auch in Deutschland unter die Räder und fristete jahrzehntelang sein Dasein auf dem Index. Erst im März 2015 wurde er erlöst und ab 16 Jahren freigegeben. Dennoch schaffte es Millers furioserer Actiontrip bei seiner Uraufführung, der profitabelste Film aller Zeiten zu werden und erhielt dafür gar einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.

 

1981: Mad Max II - Der Vollstrecker

 

In George Millers hochkarätiger "Mad Max"-Fortsetzung gerät Max Rockatansky zwischen die Fronten einer tyrannischen Motorradgang und den Bewohnern einer Ölraffinerie. Für letztere soll er schliesslich im Gegenzug für sein Auto sowie eine ganze Menge Benzin eine Zugmaschine für einen Tanklaster auftreiben.

 

Wie üblich für die Mad Max-Filme ist die Handlung auf ein Minimum getrimmt. Die Verfolgungsjagden waren für damalige Verhältnisse aber das Nonplusultra des Actionkinos und verblüffen noch heute. Regisseur Miller holte alles aus seinem grosszügigen 4,5 Mio. AUS-$-Budget raus, verschrottete allein für das Finale 40 Autos sowie einen Tanklaster und sorgte mit seiner Gewaltorgie dafür, dass auch "Mad Max II - Der Vollstrecker" in Deutschland auf dem Index landete. Heute hat der Streifen zu Recht den Status eines Klassikers und gilt als einer der besten Actionfilme der 1980er Jahre.

 

Kaum vorstellbar, aber die ursprüngliche Version von "Mad Max II - Der Vollstrecker" war noch um einiges gewalttätiger und blutiger. Um in Australien die finanzfreundlichere M-Freigabe zu erhalten musste er ordentlich gekürzt werden. Ganze Szenen und Sequenzen fielen der Schere zum Opfer. Dasselbe Schicksal ereilte den Streifen auch in den USA und Europa.

 

1985: Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel

 

Im dritten und letzten Teil mit Mel Gibson gerät Einzelgänger Max auf der Suche nach seinem gestohlenen Hab und Gut in die Stadt Bartertown. Dort stösst er auf allerlei skurrile Zeitgenossen und die charismatische Aunty Entity (dargestellt von der legänderen Pop-Queen Tina Turner). Diese ist die Herrscherin der Stadt und bittet Max um Hilfe. Allerdings zu einem hohen Preis...

 

Der dritte Teil ist noch überdrehter als Teil zwei und weist mit Tina Turner einen charismatischen Neuzugang auf. Dennoch kann "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" nicht mehr mit seinen beiden Vorgängern mithalten und ist sicherlich der schwächste Eintrag in der gesamten Reihe. Die finale Verfolgungsjagd sowie die Szenen in Bartertown sind dennoch äusserst sehenswert.

 

Gedreht wurde "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" unter dem Arbeitstitel "Desert World". Regisseur George Miller zögerte ursprünglich, einen weiteren Teil zu drehen, da sein Freund und Produzent der ersten beiden Filme, Byron Kennedy, kurz zuvor bei einem Helikopterabsturz ums Leben kam. Der Film ist deshalb ihm gewidmet. An den Kinokassen war auch "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" ein grosser Erfolg, doch konnte er insbesondere im Heimatland Australien nicht mehr die hohen Kinokasseneinnahmen wie seine Vorgänger verbuchen.

 

2015: Mad Max: Fury Road

 

Was niemand mehr für möglich hielt, wurde schliesslich 30 Jahre nach dem letzten Teil Tatsache: Mit "Mad Max: Fury Road" meldete sich der Road-Warrior endlich wieder auf der grossen Leiwand zurück. Und wie! George Millers Rückkehr zu seinen Wurzeln ist ein ästhetisches und virtuos inszeniertes Actionfeuerwerk, welches zweifelsohne zum Besten seines Genres zählt.

 

Diesmal wird Max als Blutspender von den Schergen des tyrannischen Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne, der Darsteller des Motorradgang-Anführers Toecutter aus Teil eins) gefangengehalten. Als Imperator Furiosa (brillant: Charlize Theron), die vermeintliche Verbündete von Immortan Joe, mit einem Tanklaster das weite sucht, beginnt eine atemlose Jagd quer durch die Wüste.

 

"Mad Max: Fury Road" hatte eine schwierige Entstehungsgeschichte, welche sich vom Casting bis zur eigentlichen Produktion durchzog. Ursprünglich wollte Miller wieder mit Mel Gibson in der Hauptrolle weiterfahren, doch dieser stieg aus, als die Produktion aufgrund des unsicheren Drehorts Namibia vorübergehend auf Eis gelegt wurde. Als das ganze wieder ins Rollen kam, glich der geplante Drehort in Australien einer blühenden Wiesenlandschaft. Also musste der Drehplan geändert und ironischerweise auf Namibia als neuen Drehort ausgewichen werden. Lohn der Mühen: Euphorische Kritiken, ein weltweites Box-Office von 378 Mio. $ (Kosten: 150 Mio.) und sechs (!) Oscars.


"Mad Max" - Das Kinokassen-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand des inflationsbereinigten weltweiten Box-Office. In Klammern ist das Original-Box-Office aufgeführt. Wenn immer möglich und falls bekannt wird nur das Ergebnis der Erstaufführung berücksichtigt. Handelt es sich bei dem Original-Box-Office um eine Schätzung so ist dies mit einem Stern (*) nach dem Einspielergebnis vermerkt. Hintergründe zur Berechnung des inflationsbereinigten Box-Office finden Sie hier.

 


"Mad Max" - Das Kritiker-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand des Metascore von www.metacritic.com. Die Skala geht dabei von 1-100 und je höher der Wert, desto besser viel das Urteil der Kritiker aus. Ab einem Wert von 61 hatte der Streifen überwiegend positive Kritiken. Filme mit einem Wert von 81 und mehr erhalten das Gütesiegel "MUST-SEE" und gelten als besonders sehenswert. 

 


"Mad Max" - Das Publikum-Ranking


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der IMDb-Bewertung. Die IMDb (Internet Movie Database) ist die grösste Filmdatenbank im Internet und häufig erste Anlaufstelle für Filmfans auf der ganzen Welt. Deren registrierte Nutzer vergeben jeweils Wertungen zwischen 1,0 und 10,0. Die Bewertungen erfolgen von Nutzern aus der ganzen Welt und geben so ein interessantes Bild darüber ab, wie gut ein Film beim Publikum ankommt.

 


Quellen:

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