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Zwischen Frauen und Seilen (1949)


Mark Robson gelang mit "Zwischen Frauen und Seilen" ein fesselndes Werk über Hochmut und Fall, Schuld und Sühne sowie die gnadenlose Verführung des materiellen Erfolgs. Kirk Douglas ist dabei in schauspielerischer Höchstform und die Kampfszenen im Ring verfügen auch heute noch über eine enorme Wucht.

Story

Basierend auf einer Kurzgeschichte von Ring Lardner (1885-1933): Die Brüder Midge und Connie Kelly (Kirk Douglas, Arthur Kennedy) hangeln sich von einem Job zum Nächsten und streichen so durchs Land. Doch Midge will mehr. Unterwegs treffen sie auf den Profiboxer Johnny Dunne (John Daheim) und dessen Freundin Grace Diamond (Marylin Maxwell). Diese nehmen Midge und Connie zu einem Boxkampf in Kansas City mit. Dort fällt einer der Kämpfer aus und Midge soll ihn für 35 Dollar ersetzen. Obwohl Midge keinerlei Boxerfahrung hat, hält er sich überraschend lange im Ring. Dies beeindruckt den Manager Haley (Paul Stewart) und er will Midge ausbilden. Anfänglich lehnt Midge jedoch ab, doch als er um sein Geld betrogen wird und sich als Tellerwäscher durchschlagen muss, willigt er ein. Innert kürzester Zeit erweist er sich als enorm erfolgreich und gewinnt Kampf um Kampf. Doch der Ruhm fordert einen hohen Preis... 

 

Hintergrund

"Zwischen Frauen und Seilen" war eine äussert kosten- und zeiteffiziente Produktion und wurde für schätzungsweise 595'000 $ in nur 24 Tagen abgedreht. Dies war vor allem auch auf eine akribische Vorbereitung und viele Proben zurückzuführen. Gemäss Produzent Stanley Kramer soll dies rund 14 Drehtage und mindestens 150'000 $ eingespart haben.

 

Die Produzenten Stanley Kramer und Carl Foreman hatten zuerst Bedenken, ob Kirk Douglas als Boxer die geeignete Besetzung sei. Douglas erinnerte sich später daran und sagte: „Ich zog meine Jacke und mein Hemd aus, entblößte meine Brust und ließ meine Muskeln spielen. Sie nickten zustimmend ... Ich war wahrscheinlich der einzige Mann in Hollywood, der sich ausziehen musste, um eine Rolle zu bekommen. Ich wollte kein Körperdouble benutzen, also habe ich trainiert .... Mushy Callahan, der Ex-Weltergewichts-Champion, brachte mir bei, wie man mit dem Sandsack und dem harten Sack boxt. Wir entwickelten einen Boxstil, der zu meinem Charakter passte: immer in Bewegung bleiben, egal wie oft oder wie hart ich getroffen wurde. Selbst wenn ich ins Gesicht geschlagen wurde, ging ich weiter. Ich war unerbittlich. Viele der Boxer, gegen die ich im Film kämpfte, waren im wahren Leben ehemalige Boxer.“

 

Die RKO-Pictures durfte sich vor seiner Veröffentlichung "Zwischen Frauen und Seilen" anschauen und stellten frappante Ähnlichkeiten mit ihrer eigenen Produktion "Ring frei für Stoker Thompson" (1949) fest. Sie unterstellten dabei Regisseur Mark Robson, dass er bei ihrem Film abkupferte und verklagten die Macher von "Zwischen Frauen und Seilen" vor einem Bundesgericht auf 500'000 $ Schadenersatz. Weiterhin wollten sie mit einer einstweiligen Verfügung die Aufführung von "Zwischen Frauen und Seilen" verhindern. Schliesslich einigten sich die RKO und United Artists aussergerichtlich und so wurden einige Szenen sowie Dialoge aus dem Film geschnitten. Obwohl RKO's "Ring frei für Stoker Thompson" bereits im März 1949 in den US-Kinos startete und somit vor "Zwischen Frauen und Seilen", war letzterer dennoch erfolgreicher. Am Ende waren jedoch beide Produktionen profitabel.

Originaltitel: Champion

Regie: Mark Robson

Darsteller: Kirk Douglas, Arthur Kennedy, Marilyn Maxwell, Lola Albright, Ruth Roman, Paul Stewart, John Daheim, Esther Howard, Luis van Rooten, Harry Shannon

Laufzeit: 99 Minuten

US-Premiere: 20.05.1949

Metacritic: -

Budget: 595'000 $

US-Verleiheinspiel: 2,1 - 2,5 Mio. $

Oscars: 1 (Schnitt)

Kinostart DE: 18.12.1951

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