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Für eine Handvoll Dollar (1964)


★★★★★
"Für eine Handvoll Dollar" ist der Prototyp des Italowestern: Bleihaltig und zynisch, brutal und rau und vollgespickt mit zwiespältigen Charakteren voller Ecken und Kanten. Nebenbei wartet der Streifen mit einem der legendärsten und genialsten Finale in der Geschichte des Westerns auf. Ein absolutes Muss für jeden Western-Fan.

Story

In einem kleinen Dorf in New Mexico regieren zwei rivalisierende Gangster-Banden. Eines Tages erscheint ein namenloser Fremder (Clint Eastwood) in dem Dorf. Der ebenso clevere wie wortkarge Fremde erkennt die Gunst der Stunde und lässt sich von den beiden Familien anheuern und spielt die beiden gegeneinander aus. Das Ganze lässt er sich fürstlich entlohnen. Doch sein doppeltes Spiel droht aufzufliegen...

 

Hintergrund

Die geistige Vorlage zu Sergio Leones "Für eine Handvoll Dollar" lieferte Akira Kurosawas Samurai-Film "Yojimbo – Der Leibwächter" (1961). Die Handlung wurde dabei in den Grundzügen vom Original übernommen, jedoch in die mexikanische Grenzregion verlegt. Doch der Location-Wechsel allein genügte nicht, um eine Klage seitens Kurosawa sowie Drehbuchautor Ryûzô Kikushima abzuwenden. Die Klage war erfolgreich und bescherte den beiden 15% der weltweiten Bruttoeinnahmen von "Für eine Handvoll Dollar" sowie das Recht, den Film in Japan, Taiwan und Südkorea zu vermarkten. Kurosawa soll damit angeblich weit mehr Geld als mit "Yojimbo – Der Leibwächter" verdient haben.

 

Während der Entstehung des Films war Clint Eastwood vertraglich immer noch an die TV-Serie "Tausend Meilen Staub" (1959-1966) gebunden. Der Vertrag verbot ihm, während der Pause der Serie, Filme in den USA zu drehen. Es war ihm jedoch möglich, Filmaufträge in Europa anzunehmen. Eastwood nutzte diese Möglichkeit und erlangte durch "Für eine Handvoll Dollar" ausserhalb der USA Starruhm.

 

Clint Eastwood und Regisseur Sergio Leone hatten anfangs Meinungsverschiedenheiten. Diese bezogen sich in erster Linie das Drehbuch sowie dessen Dialoge. Eastwood war das Skript zu langatmig und er war der Meinung, dass die Dialoge seiner Figur auf ein Minimum getrimmt werden sollten. Als sie sich darüber einig waren, lief die Zusammenarbeit reibungslos. Eastwoods wortkarges Auftreten sollte später zu einem seiner prägendsten Markenzeichen werden.

Originaltitel: Per un pugno di dollari

Regie: Sergio Leone

Darsteller: Clint Eastwood, Marianne Koch, Gian Maria Volonté, Wolfgang Lukschy, Sieghardt Rupp, Josef Egger, Antonio Prieto, José Calvo, Margarita Lozano, Daniel Martín, Benito Stefanelli, Mario Brega, Bruno Carotenuto

Laufzeit: 100 Minuten

Metacritic: 65/100

Budget: 200'000 - 225'000 $

Verleiheinspiel: 4,24 Mio. $ (USA/Kanada)

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