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Tierisch gefährlich! - Ein filmischer Streifzug durch den Tierhorrorfilm


Ob Haie, Spinnen oder Vögel - die Bedrohung durch die Natur kennt im Kino keine Grenzen. Zeit für einen Streifzug durch die kunterbunte Welt des Tierhorror-Films...

In der Regel zählen Tierhorror-Filme nicht gerade zu den cineastischen Meisterwerken und sind im allerbesten Falle Filme der Kategorie Guilty Pleasure. Filme also, von denen der Betrachter weiss, dass sie zwar unterhaltsam sind, aber eigentlich von minderer Qualität.

 

Dennoch gibt es auch im Tierhorror einige Filme, die zum Klassiker avancierten so z.B. Alfred Hitchcocks Die Vögel (1963) oder Steven Spielbergs Der weisse Hai (1975). Die Mehrheit der Filme gehört jedoch eindeutig in die Kategorie unterhaltsamer Schwachsinn.

 

Zeit also für einen Rückblick auf den tierischen Horror...

Anmerkung: Aufgrund der zahlreichen Tierhorror-Filme, die seit Anbeginn des Kinos gedreht wurden, versteht es sich von selbst, dass es sich nur um eine kleine Auswahl handelt. Wer nicht genug kriegen kann findet unter https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_natural_horror_films eine grosse Liste an Filmen, welche dem Tierhorror-Film zugeordnete werden. Ein Blick auf die Liste lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn diese leider nur in englischer Sprache exisitert.

 

1963: Die Vögel

 

Bei einem ihrer regelmässigen Einkaufsbummel verliebt sich die gelangweilte Tochter eines vermögenden Pressezaren (Tippi Hedren) in einen attraktiven Anwalt (Rod Taylor). Schliesslich folgt sie ihm in dessen verschlafenes Heimatstädtchen an der Pazifikküste. Als sich dort jedoch die Vögel immer wie sonderbarer Verhalten beginnt ein regelrechter Horrortrip. Thriller-Experte Alfred Hitchcock liefert mit "Die Vögel" einen seiner besten Filme ab und weiss souverän mit einer beklemmende Atmosphäre zu begeistern. Der Streifen wurde dabei von wahren Ereignissen in Capitola, Kalifornien, inspiriert. Dort flogen am 18. August 1960 zahlreiche Seevögel im Sturzflug in die Häuser der Bewohner, krachten in Autos oder spukten halbverdaute Sardellen auf den Rasen. Wie sich später herausstellte waren giftige Algen der Grund für das seltsame Verhalten der Vögel.

 

1971: Willard

 

Willard Stiles (Bruce Davison) ist ein kontaktscheuer junger Mann, der alleine mit seiner bettlägerigen und launischen Mutter zusammenlebt. Seine einzigen Freund sind Ratten, welche er bei sich hält. Als sein Boss (Ernest Borgnine) ihn schikaniert, will er sich mit Hilfe der Nager an seinem Peiniger rächen. "Willard" ist ganz in der Tradition von Alfred Hitchcocks Psycho (1960) und beleuchtet die Psyche seiner Hauptfigur akribisch. Nebenbei wartet er mit für damalige Verhältnisse heftigen Schockszenen auf und brachte den Tierhorror so richtig in Schwung. An den Kinokassen war "Willard" trotz mittelprächtiger Kritiken ein grosser Erfolg und spielte allein in den USA 9,25 Mio. $ ein. 2003 entstand ein mittelprächtiges Remake mit Crispin Clover (George McFly aus Zurück in die Zukunft) in der Hauptrolle.

 

1975: Der weisse Hai

 

Der Tierhorrorklassiker schlechthin: Als ein riesiger weisser Hai das idyllische Küstenstädtchen Amity Island in Angst und Schrecken versetzt wollen ihm der örtliche Polizeichef (Roy Scheider), ein Hai-Jäger (Robert Shaw) und ein Meeresbiologe (Richard Dreyfuss) den Garaus machen. Das berühmte musikalische Titelthema kennt mittlerweile jedes Kind, doch die Entstehung des Streifens war eine Tortur für den damaligen Newcomer Steven Spielberg. So war das Wetter am Drehort ebenso unberechenbar wie das animatronische Haimodell, welches regelmässig auf den Meeresgrund sank. So kam es, dass der Dreh statt der veranschlagten 55 Tage satte 159 Tage betrug und das Budget von 3 auf 9 Mio. $ anschwoll. An den Kinokassen klappte es jedoch hervorragend und "Der weisse Hai" war der erste Film in der Geschichte Hollywoods, der bei seiner Erstaufführung auf dem US-Markt ein Verleiheinspiel von über 100 Mio. $ erzielte.

 

1976: Grizzly

 

Als in einem US-Nationalpark ein mordlustiger Bär sein Unwesen treibt wollen ein Parkranger (Christopher George) und eine Fotografin (Joan McCall) das Tier zur Strecke bringen. Von den Kritikern wurde der Streifen zerrissen und als Der-weisse-Hai-an-Land belächelt. Für Produzent und Drehbuchautor Harvey Flaxmann war er dennoch ein herausragender Erfolg: Bei Produktionskosten von nur 750'000 $ spielte er allein in den USA 12,5 Mio. $ ein (ca. 84 Mio. in 2024-$). Sparen konnte Flaxmann dabei vor allem bei seinem Cast, denn zahlreiche Bewohner der US-Kleinstadt Clayton (Arizona), wo der Film gedreht wurde, waren in Nebenrollen zu sehen.

 

1977: Mörderspinnen

 

In diesem typischen Vertreter des B-Horrorfilms der 1970er Jahre machen sich unzählige Mörderspinnen über ein US-Kleinstädtchen her. Doch zum Glück ist Captain Kirk-Darsteller William Shatner als Tierarzt zur Stelle und sagt den Achtbeinern den Kampf an. An seiner Seite: Tiffany Bolling als resolute Insektenkundlerin. Für den gerademal 500'000 $ teuren Streifen kamen rund 5'000 Spinnen zum Einsatz. Die Tiere mussten aber jeweils in separaten Behältern aufbewahrt werden da sie sich sonst gegenseitig gefressen hätten. An den Kinokassen war "Mörderspinnen" überraschend erfolgreich und spielte allein in den USA 17 Mio. $ ein (ca. 122 Mio. in 2024-$).

 

1977: Orca, der Killerwal

 

Dieser 17,5 Mio. $ teure Streifen schwamm unverblümt im Horror-Kielwasser von "Der weisse Hai". Die Handlung dreht sich um einen Orcawal, der dem Mörder seines trächtigen Weibchens nachstellt und diesen zur Strecke bringen will. Ein reichlich dünner Plot für 92 Filmminuten und so ist es kaum verwunderlich dass der Streifen nicht nur von den Kritikern zerrissen wurde sondern auch an den Kinokassen eine Bruchlandung hinlegte (US-Verleiheinspiel: 9,4 Mio. $). Gedreht wurde "Orca, der Killerwal" vor Neufundland und Malta und für den titelgebenden Protagonist kamen sowohl echte Orcas als auch mechanische Modelle zum Einsatz.

 

1978: Der tödliche Schwarm

 

Nichts für Insektengiftallergiker: In diesem grottenschlechten Streifen terrorisieren afrikanische Killerbienen ganze Landstriche und Grossstädte sowie einen riesigen All-Star-Cast bestehend aus Richard Widmark, Henry Fonda, Richard Chamberlain, Michael Caine, Olivia de Havilland und vielen, vielen anderen. Doch weder die Stars noch das damals gigantische Budget von 21 Mio. $ konnten zur Qualität des Streifens beitragen und so ging "Der tödliche Schwarm" als einer der grössten Flops der 1970er Jahre in die Kinogeschichte ein (US-Verleiheispiel: magere 7,7 Mio. $).

 

1978: Piranhas

 

"Piranhas" ist ein weiterer typischer Vertreter des Tierhorrors und gefällt vor allem dank seiner selbstironischen Inszenierung. In dem Streifen soll eine Privatdetektivin (Heather Menzies) das Verschwinden zweier Teenager aufklären und stösst dabei auf eine geheime und verlassene Militärbasis. Dort wurden Piranhas im Rahmen des Vietnamkriegs gezüchtet, welche extrem agressiv sind. Als diese drohen, in offene Gewässer zu fliehen, versucht sie mit dem Hinterwäldler Paul Grogan (Bradford Dillmann) das schlimmste zu verhindern. In einer Nebenrolle ist Kevin McCarthy zu sehen, der vor allem durch den Science-Fiction-Horrorklassiker Die Dämonischen (1956) Berühmtheit erlangte. An den Kinokassen war die gerademal 770'000 $ teure Independent-Produktion ein solider Kassenerfolg (US-Verleiheinspiel: 2,9 Mio. $) und zog 1982 eine Fortsetzung nach sich. Diese wurde vom späteren Starregisseur James Cameron (Terminator, Avatar - Aufbruch nach Pandora) inszeniert.

 

1980: Der Horror-Alligator

 

Als ein überdimensionierter Alligator in der Kanalisation von Chicago Menschen tötet, ruft dies Polizist Madison (Robert Forster) auf den Plan. Dieser geht zuerst von einem Serienmörder aus, bis er schliesslich der Bestie begegnet. Als ihm die Öffentlichkeit keinen Glauben schenkt wendet er sich an die Reptilienforscherin Kendall. "Der Horror-Alligator" bietet selbstironische und kurzweilige Tierhorror-Unterhaltung mit Ökobotschaft und lehnt sich erzählerisch stark an den 1978er B-Streifen "Piranhas" an. An den Kinokassen hatte "Der Horror-Alligator" zwar Erfolg, war mit einem Box-Office von 6,5 Mio. $ (Kosten: 1,75 Mio.) aber nicht der grosse Überflieger. Für eine Fortsetzung reichte es aber dennoch und diese folgte 1991 unter dem Titel "Alligator II – Die Mutation".

 

1983: Cujo

 

Eigentlich wäre er ganz süss und lieb, der flauschige Vierbeiner. Doch unglücklicherweise erkrankt Bernhardiner Cujo an Tollwut und versetzt ein ganzes US-Kleinstädtchen in Angst und Schrecken. Stephen King, der die Romanvorlage zu diesem mittelprächtigen Reisser lieferte, war von "Cujo" begeistert und meinte, dass er einige der furchterregendsten Szenen, die je auf Film gebannt wurden, biete. Kritik und Publikum waren anderer Meinung und zeigten sich wenig begeistert von dem Film. Für einen moderaten Erfolg an den Kinokassen reichte es aber dennoch (Budget: 6 Mio. $; US-Box-Office: 21 Mio. $).

 

1990: Arachnophobia

 

Ein ehrgeiziger Wissenschaftler (Julian Sands) transportiert unwissentlich eine hochgiftige Spinnenart im Sarg eines verstorbenen Mitarbeiters. Diese sorgt schliesslich in einem US-Kleinstädtchen für massenhaft Nachwuchs und damit für Angst und Panik. Der von Steven Spielbergs Amblin Entertainment für 22 Mio. $ produzierte Streifen ist eine selbstironische und äusserst unterhaltsame Verneigung vor den Horror-B-Movies der 1950er Jahre. Während der Produktion kamen über 300 Spinnen der Gattung Delena cancerides (Avondalespinnen) zum Einsatz. Diese in Neuseeland beheimatete Art war aufgrund ihrer Harmlosigkeit für den Menschen sowie ihres ungewöhnlichen Sozialverhaltens am geeignetsten. An den Kinokassen war "Arachnophobia" ein überraschend grosser Erfolg und spielte allein in den USA 53 Mio. $ ein (ca. 186 Mio. in 2024-$).

 

1993: Jurassic Park

 

"An Adventure 65 Million Years In The Making". So bewarb das Universal-Studio Steven Spielbergs fesselnde und visuell bahnbrechende Adaption von Michael Crichtons Bestseller-Roman "Dino Park" (1990). Ganz so lange dauerte es aber dann doch nicht und Spielberg hatte den Film sogar zwölf Tage vor dem geplanten Drehschluss im Kasten. In dem Streifen lässt ein exzentrischer Milliardär mit Hilfe modernster Gentechnik Dinosaurier zum Leben erwecken und beheimatet diese in einem Park auf einer abgelegenen Insel. Dort lädt er Experten diverser Fachrichtungen als Begutachter ein. Diese müssen jedoch um ihr Leben bangen, als der Strom auf der Insel ausfällt und damit das Sicherheitssystem des Parks lahmlegt. Mit einem weltweiten Box-Office von 914 Mio. $ (ca. 3,13 Mrd. in 2024-$) brach "Jurassic Park" damals sämtliche Rekorde und zog zwei weitere Fortsetzungen sowie die "Jurassic World"-Reihe nach sich.

 

1996: Der Geist und die Dunkelheit

 

Im Jahr 1898 soll in Kenia eine Eisenbahnbrücke über den Tsavo-Fluss gebaut werden. Doch zwei menschenfressende Löwen verbreiten unter den Arbeitern Angst und Schrecken. Michael Douglas solls als Wildhüter richten und macht zusammen mit Val Kilmer als Ingenieur Jagd auf die Biester. Der Streifen basiert auf wahren Begebenheiten und dem Buch "Die Menschenfresser von Tsavo" von John Henry Patterson (1867-1947). In der Realität wurden die menschenfressenden Löwen schliesslich erlegt und sind heute in Chicago im Naturkundemuseum Field Museum of Natural History ausgestellt. Trotz seines vielversprechenden Cast und einer handwerklich soliden Inszenierung floppte der Streifen an den Kinokassen (Budget: 55 Mio. $; Box-Office weltweit: 75 Mio. $).

 

1997: Anaconda

 

In diesem leidlich unterhaltsamen B-Horror-Streifen verschlägt es Jon Voight, Jennifer Lopez, Ice Cube und Owen Wilsen in den Amazonas. Dort landen sie unverhofft auf der Speisekarte einer gigantischen Anaconda. Der Streifen kopiert unverhohlen vom Megaklassiker "Der weisse Hai" ab, was insbesondere in Jon Voights zwiespältiger Schlangenjäger-Figur offensichtlich wird. Dem Publikum gefiels: "Anaconda" spielte bei Produktionskosten von 45 Mio. $ trotz miserabler Kritiken weltweit knapp 137 Mio. $ ein (ca. 382 Mio. in 2023-$). Dies hatte zur Folge, dass der Streifen mit zahlreichen grottenschlechten Sequels und Crossover-Filmen "geehrt" wurde.

 

1999: Deep Blue Sea

 

In Renny Harlins überaus solidem Haischocker experimentieren Wissenschaftler in einem unterseeischen Labor im Namen der Forschung an Weissen Haien rum. Das Ziel: Ein Heilmittel gegen Alzheimer. Das Ergebnis: Hochintelligente Killerbestien mit einem riesigen Heisshunger. Um ihr Leben müssen diesmal Saffron Burrows als Forscherin, Samuel L. Jackson als Unternehmer, Thomas Jane als Taucher und L.L. Cool J. als Koch bangen. An den Kinokassen war der rund 82 Mio. $ teure "Deep Blue Sea" ein respektabler Erfolg und spielte weltweit 165 Mio. $ ein (ca. 431 Mio. in 2024-$). 

 

1999: Lake Placid

 

Eine Paläontologin (Bridget Fonda) wird an den idyllischen Lake Placid beordert, wo sie einen prähistorischen Zahn untersuchen soll. Dieser wurde im Torso eines toten Tauchers gefunden. Bald stellt sich heraus, dass in dem See ein gigantisches Krokodil sein Unwesen treibt. Unter Fans des gehobenen B-Horror-Films nimmt der leichtfüssige und selbstironische "Lake Placid" einen besonderen Platz ein und erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. An den Kinokassen wurde der Streifen trotz mittelprächtiger Kritiken ein Erfolg und spielte weltweit 56 Mio. $ ein (Kosten: 27-35 Mio. $). Dies reichte immerhin für fünf (!) weitere Filme, welche jedoch überwiegend im TV- und Heimvideomarkt vertrieben wurden.

 

2002: Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster

 

Korrekte Müllentsorgung ist unerlässlich. Was passiert, wenn man sich nicht daranhält, muss ein US-Kleinstädtchen erleben. Dieses wird nämlich von riesigen Spinnen überrannt und das nur, weil ein Müllentsorger den radioaktiven Abfall am falschen Ort deponierte. Der nicht ganz ernst gemeinte Streifen wurde von Dean Devlin ("Independence Day") produziert und huldigt auf ganz eigene Weise seinen 1950er-B-Film-Vorbildern wie "Tarantula" (1955) oder "Formicula" (1954). Dennoch wollen nicht alle Gags so richtig zünden und auch die Effekte überzeugen nicht immer. Bei einem Budget von 30 Mio. $ und einem globalen Box-Office von 45 Mio. $ klappte es auch an den Kinokassen nicht so recht.

 

2006: Snakes on a Plane

 

Hanebüchen geht immer: In diesem trashigen Streifen werden in einem Flugzeug tödliche Schlangen freigelassen um einen unliebsamen Kronzeugen unschädlich zu machen. Glücklicherweise ist aber auch Samuel L. Jackson als schlagkräftiger FBI-Agent mit an Bord. Dieser zeigt den Viechern, was ein beamteter Kammerjäger so alles draufhat. Die 33 Mio. $-Produktion war trotz mittelprächtiger Kritiken ein solider Kassenerfolg und spielte weltweit 62 Mio. $ ein. Für den Streifen kamen während der Dreharbeiten ca. 450 Schlangen zum Einsatz, u.a. auch eine riesige Python. Trotzdem mussten die Filmemacher am Ende zahlreiche Tiere am Computer animieren, da sich diese am Set nicht so verhielten wie geplant.

 

2007: Rogue - Im falschen Revier

 

Was die Amis können, können die Aussies schon lange: In dieser australischen Variante von "Lake Placid" gerät ein Touristenboot unverhofft ins Territorium eines riesigen Krokodils. Dabei können sich die Insassen in letzter Sekunde auf eine Insel im Fluss retten. Doch die Flut ist nicht weit und das Killerkrokodil will einfach nicht verschwinden. Regisseur Greg McLean gelang weiss Gott kein filmisches Meisterwerk, dennoch ist "Rogue - Im falschen Revier" dank tollen Bildern, einer gesunden Portion Selbstironie und einem ordentlichen Finale ein stimmiger Tierhorror-Streifen. Das Ganze basiert lose auf der Geschichte von Leistenkrokodil Sweetheart, welches in den 1970er Jahren zahlreiche Fischerboote attackierte, bevor es am 19. Juli 1979 während eines Transports zu einer Krokodilfarm starb. Sweetheart war zum Zeitpunkt seines Todes 5,1 Meter lang, wog 780 Kilo und war Schätzungen zufolge stolze 50 Jahre alt. Im Gegensatz zu seinem filmischen Pendant tötete Sweetheart aber keinen einzigen Menschen.

 

2016: The Shallows - Gefahr aus der Tiefe

 

In diesem fesselnden und kurzweiligen Hai-Thriller wird Blake Livley als surfbegeisterte Urlauberin von einem gefrässigen weissen Hai terrorisiert. Bevor dieser jedoch tödlich zubeissen kann gelingt ihr die Flucht auf ein Riff. Doch die Gezeiten stehen auf Flut und ein Wettlauf ums Überleben beginnt. Der Streifen war 2016 ein Geheimtipp und zählt zu den besseren Vertretern des Tierhorrors, dies vor allem auch dank der einvernehmenden Performance von Blake Livley. An den Kinokassen war "The Shallows" ein Hit und spielte bei Produktionskosten von 17 Mio. $ weltweit 119 Mio. $ ein.

 

2017: 47 Meters Down

 

Ein Taucherlebnis mit Hindernissen: In diesem soliden B-Tierhorror wollen zwei junge Frauen (Claire Holt, Mandy Moore) in einem Haikäfig auf Tauchgang gehen. Dummerweise löst sich jedoch die Halterung und die beiden landen auf dem Grund des Ozeans. Dort sind sie jedoch nicht allein und werden alsbald von gefrässigen Haien attackiert. Ursprünglich nur für die Heimauswertung gedacht, wurde "47 Meters Down" kurzfristig ins Kino versetzt und sorgt dort mit einem weltweiten Box-Office von 62 Mio. $ (Kostenpunkt: 5,3 Mio.) für eine handfeste Überraschung. Die Fortsetzung folgte 2018 unter dem Titel "47 Meters Down: Uncaged".

 

2019: Crawl

 

Kein Film für Reptilien-Phobiker: In diesem spannenden Streifen muss eine Hochleistungsschwimmerin gegen einen gefrässigen Alligator antreten und nebenbei ihren Vater retten. Das Ganze spielt sich während eines tobenden Hurricanes ab, was dem Film eine ganz besondere Note verleiht. Ironischerweise wurde ausgerechnet am US-Premierenwochenende von "Crawl" die Ostküste von Hurrikan Barry heimgesucht. Dennoch konnte der Streifen in diesem Zeitraum rund 12 Mio. $ einspielen und damit fast sein Budget von 13,5 Mio. $. Weltweit kratzte "Crawl" schliesslich 92 Mio. $ zusammen.

 

2023: Cocaine Bear

 

In Elizabeth Shues abgedrehtem B-Horror-Streifen läuft ein Bär aufgrund eines überdurchschnittlich hohen Kokainkonsums Amok. Dabei müssen u.a. Keri Russell, Alden Ehrenreich und Ray Liotta um ihr Leben bangen. Die Geschichte basiert lose auf wahren Begebenheiten: 1985 wollte ein Drogenschmuggler Kokain in einem Kleinflugzeug transportieren, musste dann aber aus dem Flugzeug springen. Den Absturz überlebte er nicht. Das Kokain wurde schliesslich von einem Bären gefunden und gefressen. Dieser lief dann allerdings nicht Amok wie im Film sondern starb später tragischerweise an der Überdosis.


ANHANG: Die 20 erfolgreichsten Tierhorrorfilme seit 1975


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der deutschen Kinobesucherzahlen. Diese wurden aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen. Bei der Auflistung muss berücksichtigt werden, dass bei Filmen, welche vor 1990 in den Kinos starteten nur die Zahlen der BRD bekannt sind. Sollte es sich um eine deutsche Produktion oder Koproduktion handeln, so ist der Filmtitel in GROSSBUCHSTABEN ausgewiesen.

 

  1. Jurassic Park (Kinostart DE: 02.09.1993) - 9’367’216
  2. Der weisse Hai (18.12.1975) - ca. 7’300'000
  3. Vergessene Welt - Jurassic Park (07.08.1997) - 5’529’788
  4. Jurassic World (11.06.2015) - 4’147’557
  5. Jurassic Park III (02.08.2001) - 3’335’389
  6. King Kong (17.12.1976) - ca. 3’100’000
  7. King Kong (17.12.2005) - 2’539’841
  8. Jurassic World - Das gefallene Königreich (06.06.2018) - 2’404’197
  9. Jurassic World - Ein neues Zeitalter (08.06.2022) - 2’168’885
  10. Der weiße Hai II (09.02.1979) - ca. 1’300’000
  11. Piranhas (26.10.1978) - 1’227’000
  12. Deep Blue Sea (28.10.1999) - 1’216’641
  13. Arachnophobia (10.01.1991) - 935’399
  14. Congo (17.08.1995) - 919’796
  15. Grizzly (13.08.1976) - ca. 869’000
  16. Orca, der Killerwal (16.12.1977) - ca. 866’000
  17. Anaconda (17.07.1997) - 859’622
  18. Der weiße Hai 3D (09.12.1983) - 701’568
  19. Mörderspinnen (29.06.1978) - 689’647
  20. Der tödliche Schwarm (14.09.1978) - ca. 625’000

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