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Dracula im Kino


Als Bram Stoker 1897 seinen Roman "Dracula" veröffentlichte, konnte er nicht ahnen, dass er einen der ikonischsten Blutsauger aller Zeiten erschuf. Hollywood liess sich denn auch nicht lange bitten und schuf bereits 1931 einen ersten wegweisenden "Dracula"-Film. Zeit für einen Rückblick auf die filmische Vergangenheit der blutsaugenden Legende...

Da es unzählige Verfilmungen über den Vampirgrafen gibt, habe ich nur ein paar ausgewählt, von welchen ich denke, dass sie interessant sein könnten. Folgen Sie mir auf die Reise durch die filmische Vergangenheit des berühmtesten Vampirfürsten und entdecken Sie mit mir sowohl grosse Klassiker als auch seltsame Kuriositäten rund um die blutdurstige Ikone des Horrors...

1922: Nosferatu - Symphonie des Grauens

 

Nicht ganz offiziell: Der Deutsche Friedrich Willhelm Murnau hatte nicht die Verfilmungsrechte an Bram Stokers Roman. Dies scherte ihn aber herzlich wenig und er drehte mit diesem Stummfilm eine der ersten Adaptionen für die grosse Leinwand. Dabei gelang Murnau dank seiner expressionistischen Bildersprache einer der wegweisendsten Filme für das Horrorgenre, der noch heute als Mutter aller Vampirfilme angesehen werden kann. "Nosferatu" sollte eigentlich aufgrund eines verlorenen Urheberrechtsstreit 1925 vernichtet werden, doch glücklicherweise blieben zahlreiche Schnittfassungen erhalten und der Streifen konnte schliesslich fast vollständig restauriert werden.

 

1931: Dracula

 

Mit diesem visuell beeindruckenden Streifen feierte der rumänische Blutsauger sein Hollywood-Debüt. Die Universal steckte die damals noch beeindruckende Summe von 341'000 $ in die Verfilmung und setzte auf den Newcomer Bela Lugosi in der Titelrolle. Der Ungarer sollte sich als wahrer Glücksgriff erweisen und sorgte mit seiner hypnotischen Darstellung des Vampirgrafen nicht nur für Schauer im Publikum, sondern auch für ein weltweites Verleiheinspiel von 1,2 Mio. $ (davon allein in den USA 669'000 $). Der Erfolg des aus heutiger Sicht harmlosen Streifens führte zu einem regelrechten Horrorfilm-Boom, auf den insbesondere die Universal setzte. Mit ihrer Leinwandadaption einer weiteren Horror-Legende, Frankenstein, feierte das Studio dann im gleichen Jahr einen weiteren Triumph.

 

1945: Draculas Haus

 

Bei diesem von der Universal produzierten Horrorstreifen handelt es sich um die Fortsetzung des Horrorhits "Frankensteins Haus" (1944). Wie bereits im Vorgänger treffen auch diesmal wieder der Wolfsmensch (Lon Chaney Jr.), Frankensteins Monster (Glenn Strange) und Graf Dracula (John Carradine) zusammen. Von dem angesehenen Wissenschaftler Dr. Edelmann (Onslow Stevens) erhoffen sie sich ein Heilmittel für ihre animalischen Killerinstinkte. Doch als Dracula der attraktiven Krankenschwester des Doktors verfällt, kommt alles anders. Um das mickrige Budget zu kaschieren liess die Universal den Film mehrheitlich mit schwacher Beleuchtung drehen. Da die Filmindustrie aufgrund des damaligen Zweiten Weltkrieg staatlich zum Sparen gezwungen war, wurden u.a. die Kulissen der Filme "Die unsichtbare Frau" (1940) und "The Mummy's Hand" (1940) wiederverwendet.

 

1953: Dracula in Istanbul

 

Ja, auch die Türken konnten die Finger nicht von dem weltberühmten Vampirgrafen lassen und verfilmten dessen Geschichte bereits relativ früh. Regisseur Mehmet Muhtar verfilmte Bram Stokers Geschichte dabei überraschend werkgetreu und hält sich insbesondere in den ersten 37 Minuten strikt an die Vorlage. Muhtars Streifen war nicht nur einer der ersten türkischen Horrorfilme überhaupt, sondern auch der erste Tonfilm, der den Vampirgrafen mit Fangzähnen zeigte. Als Vorlage für "Dracula in Istanbul" diente neben Stokers Werk der 1928 erschienene Roman "Kazıklı Voyvoda (Impaler Voivode)" von Ali Riza Seyfi. Da der Film in einem islamischen Land spielt, wurden keine Kruzifixe gezeigt. Für den Nebel in der Friedhofsszene pafften 30 Bühnenarbeiter ausserhalb der Kamera an Zigaretten. Grund: Es standen keine Nebelmaschinen zur Verfügung.

 

1958: Dracula

 

Der Hammer: Das britische Independent-Studio Hammer Films wagte sich mit diesem Streifen erstmals an eine Verfilmung des Fürsten der Dunkelheit und legte gleich einen Volltreffer hin. Denn "Dracula" zählt, obwohl er sich kaum an den Roman hält, zu einer der farbenfrohsten, packendsten und blutigsten Verfilmungen des Blutsaugers. Nebenbei wartet der Film mit Christopher Lee als Dracula und Peter Cushing als Van Helsing auf und führte damit zwei Schauspielgrössen in die Welt des Horrors ein. Die beiden sollten später noch in zahlreichen anderen Filmen des Studios vor der Kamera stehen und der Marke Hammer-Films eine ganz eigene Qualität verleihen.

 

1965: Billy the Kid vs. Dracula

 

In diesem ultratrashigen B-Movie-Streifen ist erneut John Carradine als Graf Dracula zu sehen. Die Rolle spielte er zuvor bereits in "Frankensteins Haus" (1944) und "Draculas Haus" (1945). Diesmal versteckt sich der Blutsauger im Wilden Westen, wo er die attraktive Rancherin Betty (Melinda Plowman) für sich gewinnen will. Der Hacken: Diese ist bereits dem Revolverhelden Billy the Kid (Chuck Courtney) versprochen. "Billy the Kid vs. Dracula" wurde in nur acht Tagen gedreht und in den USA als Double Feature zusammen mit "Jesse James trifft Frankensteins Tochter" veröffentlicht. John Carradine bezeichnete diesen Film als den schlechtesten, in dem er je mitgespielt hat.

 

1966: Blut für Dracula

 

Nachdem Christopher Lee in der "Dracula"-Fortsetzung "Dracula und seine Bräute" (1960) aussen vorgelassen wurde, darf er hier wieder Furcht und Schrecken verbreiten. Diesmal wird der dunkle Graf dank zwei reisenden Ehepaaren zum Leben erweckt. Denn als einer der Ehemänner von Draculas treuem Diener Gabor (Philip Latham) ermordet wird, streut dieser das Blut auf Draculas Asche und erweckt ihn so zum Leben. Wie bereits der erste Teil, wurde auch das Sequel ein Kassenerfolg und brachte der Hammer Films weltweite Verleiheinnahmen von 2,34 Mio. $.

 

1968: Draculas Rückkehr

 

Nachdem die Hammer Films mit "Blut für Dracula" einen weiteren Kassenerfolg verbuchen konnte, wollte das Studio mehr und engagierte erneut Christopher Lee in der Rolle des Grafen. Diesmal wird Dracula aufgrund eines Exorzismus, der an seinem Anwesen betrieben wird, von den Toten auferweckt und schwört den Priestern Rache. "Draculas Rückkehr" besticht erneut durch seine lebhafte Verwendung von Farbfiltern sowie die für die Hammer-Filme typischen Kulissen. Der Streifen war ausserdem der erste Film überhaupt, der von der MPAA eine Filmrating erhielt. An den Kinokassen war er wiederum erfolgreich und gar der profitabelste Film des Studios. Dennoch liess das Publikumsinteresse nach diesem Streifen nach.

 

1972: Blacula

 

Ein echtes Kuriosum des Blaxploitation-Kinos der 1970er Jahre: "Blacula" erzählt von dem afrikanischen Prinzen Mamuwalde (William Marshall), der im Jahr 1780 von Graf Dracula höchstpersönlich zum Vampirdasein verflucht wird. 200 Jahre später wird er von zwei ahnungslosen Innenarchitekten aus seinem Sarkophag befreit und stillt unablässig seinen Blutdurst. Trotz mittelprächtiger Kritiken wurde der Streifen ein Kassenerfolg (Verleiheinspiel USA: 1,98 Mio. $; Kosten: 500'000 $) und gewann sogar in der Kategorie Bester Horrorfilm den Saturn Award. 1973 folgte ein Sequel unter dem Titel "Der Schrei des Todes" (im Original treffender "Scream Blacula Scream" betitelt).

 

1972: Dracula jagt Mini-Mädchen

 

Und wieder Christopher Lee: Der Hüne spielt den Blutsauger auch diesmal mit seiner üblichen professionellen und einvernehmenden Intensität. Diesmal spielt die Handlung in der Neuzeit, genauer im Jahr 1972. Dort wird Dracula durch eine schwarze Messe nach 100 Jahren zum Leben erweckt und macht Jagd auf unschuldige weibliche Opfer. Doch auch ein Nachfahre des Vampirjägers Van Helsing ist ihm auf den Fersen. Dieser wird wiederum mit gewohnter Souveränität von Peter Cushing dargestellt. Der deutsche Filmtitel ist einer der zahlreichen Übersetzungsfehlgriffe und sollte damals klarstellen, dass dieser Dracula-Film in der Gegenwart spielt. Ein Grund für die zeitliche Verlegung der Handlung war das kommerzielle Versagen des Vorgängerfilms "Dracula - Nächte des Entsetzens" (1970). Die Bosse der Hammer Films wollten die Figur durch diesen "Kniff" modernisieren.

 

1974: Andy Warhols Dracula

 

Lost in Italy: In dieser Mischung aus Komödie, Horror und Softporno verirrt sich Graf Dracula (Udo Kier) in Italien. Dort will er sich von Jungfrauen-Blut ernähren, muss jedoch schnell feststellen, dass diese im Land der Pasta und Pizza rar gesät sind. Regisseur Paul Morrissey vergriff sich zuvor bereits an einer weiteren weltberühmten literarischen Figur und drehte mit "Andy Warhols Frankenstein" (1974) eine Parodie auf Mary Shelleys verrückten Wissenschaftler. Auch seine Interpretation des Vampirfürsten legte er als Parodie an, doch das ganze will nicht so recht funktionieren. Trotz seiner Erwähnung im Titel hatte Andy Warhol (1928-1987) nicht viel mit dem Film zu tun. Auf die Frage, inwieweit er zum Film beigetragen habe, antwortete Warhol: „Ich gehe zu den Partys“.

 

1979: Liebe auf den ersten Biss

 

Nach dem Riesenerfolg von Mel Brooks Persiflage "Frankenstein Junior", der sein literarisches Vorbild so richtig durch den Kakao zog, war nun Graf Dracula an der Reihe. Dieser wird in "Liebe auf den ersten Biss" mit viel Gespür für Ironie und Humor von Hollywoods damals angesagtestem Schönling George Hamilton verkörpert. In dem köstlichen Streifen verlässt Dracula aus Langeweile seine Bleibe in Transsylvanien und zieht in den Big Apple. Dort macht er Jagd auf das attraktive Model Cindy (Susan Saint James). An den Kinokassen war die gerademal 3 Mio. $ teure Produktion ein Riesenhit und spielte allein in den USA fast 44 Mio. $ ein.

 

1979: Dracula

 

1979 war das Jahr des Grafen: Neben der Persiflage "Liebe auf den ersten Biss" beglückte Bram Stokers Blutsauger auch mit dieser eher düster-konventionellen Neuverfilmung das Kinopublikum. Und auch in diesem Film macht sich Graf Dracula ausserhalb seiner Heimat auf Brautsuche. Diesmal verschlägt es ihn nach England. Die Musik zum Film schrieb John Williams, der zuvor mit seinen Scores zu Der weisse Hai (1975) und Krieg der Sterne (1977) seinen absoluten Durchbruch feierte. An den Kinokassen war "Dracula" ein moderater Erfolg und spielte bei Produktionskosten von 12 Mio. $ in den USA 31 Mio. $ ein.

 

1992: Bram Stokers Dracula

 

Opulent, opernhaft und üppig - Francis Ford Coppolas (Der Pate) Neuversion von Bram Stokers berühmtem Vampirroman "Dracula" besticht vor allem in visueller Hinsicht. Kein Wunder, denn ein Grossteil des damals stattlichen 40 Mio. $ Budget steckte der passionierte Perfektionist in die Ausstattung, das Make-up und die Spezialeffekte. Dies sollte sich jedoch bezahlt machen: Bei der Oscarverleihung gewann "Bram Stokers Dracula" in den Kategorien Kostüme, Make-up und Tonschnitt je eine Trophäe. Trotz aller Opulenz gelang Coppola eine der einvernehmendsten und werkgetreusten Verfilmungen des Romanklassikers, die nicht zuletzt durch den beeindruckenden Cast (u.a. Gary Oldman, Winona Ryder, Keanu Reeves und Anthony Hopkins) zu überzeugen weiss. Die Kinokasse stimmte ebenfalls: Weltweit spielte "Bram Stokers Dracula" knapp 216 Mio. $ ein, was auf heutige Werte umgerechnet rund 750 Mio. $ entspricht.

 

1995: Dracula - Tot aber glücklich

 

Es war klar, dass Komiker Mel Brooks seine Finger von dem ikonischen Stoff nicht lassen konnte. Es dauerte aber dennoch eine ganze Weile, bis er dem Vampirgrafen endlich ans Leder ging und "Die nackte Kanone"-Star Leslie Nielsen ins Parodie-Getümmel schickte. Doch seine Parodie wirkt überraschend blutleer und floppte auch an den Kinokassen (Kosten: 30 Mio. $; Box-Office weltweit: 10,7 Mio. $). Ein Grossteil der Dialoge entnahm Mel Brooks übrigens 1:1 aus dem Klassiker "Dracula" (1931). Auch liess Brooks Hauptdarsteller Leslie Nielsen insbesondere Bela Lugosi nachahmen.

 

2000: Wes Craven präsentiert Dracula

 

Warum sich der Titel des Streifens so umständlich gestaltete und nicht einfach beim Original ("Dracula 2000") belassen wurde, bleibt ein Rätsel worauf nur die Filmeverleiher eine Antwort wissen. Der Horror-Maestro Wes Craven (Nightmare - Mörderische Träume, Scream - Schrei!) war bei diesem grottenschlechten Streifen primär als ausführender Produzent tätig, womit die Macher natürlich ordentlich warben. Der spätere "300" und "Olympus Has Fallen"-Star Gerard Butler ist hier als Dracula zu sehen, der im Amerika der Neuzeit aus seinem Tiefschlaf erweckt wird und sich auf die Jagd nach der Tochter seines Erzfeindes Van Helsing (Justine Waddell) macht. Obwohl der Streifen sowohl bei der Kritik als auch an der Kinokasse Schiffbruch erlitt (Kosten: 54 Mio. $; Box-Office weltweit: 47 Mio. $), folgten insgesamt zwei (!) Fortsetzungen. Diese feierten aber überwiegend auf DVD ihre Premiere.

 

2004: Van Helsing

 

In diesem mittelprächtigen Mix aus Fantasy, Horror, Komödie und Action spielt Richard Roxburgh den berühmten Blutsauger. Doch das Scheinwerferlicht gehört eindeutig Superstar Hugh Jackman als Monsterjäger Gabriel Van Helsing und Kate Beckinsale als dessen Gehilfin Anna Valerious. Dracula muss deshalb auch nur als eindimensionaler Bösewicht-Charakter und Sparring-Partner für das Finale herhalten. Für Horrorfans hat der Streifen dennoch einiges zu bieten und fährt u.a. Frankensteins Monster, Dr. Jekyll und Mr. Hyde und den Wolfsmensch auf. An den Kinokassen war der Streifen zwar erfolgreich, spielte im Endeffekt aber dennoch zu wenig ein, um die geplante Franchise auf zu Kurs zu bringen (Kosten: 170 Mio. $; Box-Office weltweit: 300 Mio. $).

 

2012: Hotel Transsylvanien

 

In diesem köstlichen uns äusserst sehenswerten Animationsspass hat sich Graf Dracula als alleinerziehender Vater auf sein Schloss in Rumänien zurückgezogen. Dort will er seine kleine Tochter Mavis vor "menschlichem Abschaum" schützen. Auf seinem Schloss, welches auch als Hotel fungiert, checken regelmässig seine Monster-Freunde Frank, Murray, Griffin und Wayne ein. Eines Tages verirrt sich aber auch der Menschenjunge Johnny im Schloss und hält das Ganze für eine Kostümparty. "Hotel Transsylvanien" nimmt gekonnte zahlreiche Horror-Kultfiguren auf die Schippe und biete für die ganze Familie blendende Unterhaltung. An den Kinokassen war er mit einem weltweiten Box-Office von 358 Mio. $ (Kosten: 85 Mio. $) so erfolgreich, dass er bisher zwei Kino-Fortsetzungen sowie eine Direct-to-DVD-Sequel nach sich zog.

 

2014: Dracula Untold

 

Gary Shores Streifen nimmt sich der Vergangenheit Graf Draculas an und lässt sich dabei lose von Bram Stokers Roman sowie dem realen historischen Vorbild Vlad III. Drăculea (ca. 1431-1476/77) inspirieren. Herausgekommen ist dabei ein zwanghafter und hölzerner Versuch, dem Blutsauger menschliche Züge abzugewinnen und ihn in der "Realität" zu verankern. Das Experiment war der Universal zwischen 70 und 100 Mio. $ wert, doch das Ganze sollte sich nicht lohnen. Denn "Dracula Untold" konnte weder an den Kinokassen (Box-Office weltweit: 217 Mio. $) noch bei den Kritikern so richtig überzeugen.

 

2023: Die letzte Fahrt der Demeter

 

Regisseur André Øvredal visuell enorm ansprechender Horrorstreifen bietet einen frischen Blickwinkel auf die altbekannte Geschichte Draculas. Der Streifen erzählt dabei von seiner Überfahrt auf dem Handelsschiff Demeter von Rumänien nach London. Als Vorlage diente dazu die nur wenige Seiten umfassende Passage aus Bram Stokers Roman, welche die Überfahrt aus Sicht des Kapitäns und anhand von Logbuch-Einträgen schildert. Mit einem Budget von 45 Mio. $ zauberte Øvredal daraus eine zwar konventionelle, nichtsdestotrotz aber unterhaltsame Dracula-Geschichte. An den Kinokassen floppte der Streifen und spielte weltweit gerademal 22 Mio. $ ein.

 

2023: Renfield

 

In dieser Horrorkomödie spielt niemand geringeres als Exzentriker Nicolas Cage (Leaving Las Vegas, Im Körper des Feindes) den berühmten Grafen. Dieser erfüllte sich mit seiner Zusage einen lebenslangen Traum und spielt die Rolle mit viel Engagement und Herzblut. Dennoch ist nicht die Figur des Dracula im Mittelpunkt, sondern dessen Diener Robert Montague Renfield (Nicholas Hoult). Dieser hat von den Allüren des Ober-Blutsaugers endgültig die Nase voll und will sich von seinem selbstverliebten Gebieter emanzipieren. Obwohl nicht jeder Gag zündet, bietet "Renfield" dennoch einen frischen und unterhaltsamen Blick auf den Vampirgrafen. An den Kinokassen klappte es aber dennoch nicht und der Streifen spielte bei Produktionskosten von 65 Mio. $ weltweit nur knapp 27 Mio. $ ein. In Deutschland knackte er mit knapp über 79'000 Eintritten nicht mal die 100'000-Besucher-Marke.

 

2024: Nosferatu

 

Glaubt man den Kritikern so ist Robert Eggers "Nosferatu" nicht nur eine der besten Neuinterpretationen des 1922er-Kinoklassikers, sondern auch einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Insbesondere in Bezug auf den visuellen Stil sowie die Ausstattung dürfte Eggers Streifen eine echte Augenweide sein. Bei den Kritikern und an den Kinokassen geht die Rechnung zumindest auf und "Nosferatu" hat weltweit bereits über 170 Mio. $ eingespielt. Bei Produktionskosten von 50 Mio. $ ist der Streifen damit endlich wieder ein "Dracula"-Film, der Profite abwerfen dürfte.

 


ANHANG: Die erfolgreichsten "Dracula"-Filme seit 1979 in Deutschland


Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der deutschen Kinobesucherzahlen. Diese wurden aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen. Bei der Auflistung muss berücksichtigt werden, dass bei Filmen, welche vor 1990 in den Kinos starteten nur die Zahlen der BRD bekannt sind. Sollte es sich um eine deutsche Produktion oder Koproduktion handeln, so ist der Filmtitel in GROSSBUCHSTABEN ausgewiesen.

 

  1. Hotel Transsilvanien 3 - Ein Monster Urlaub (16.07.2018)
    2’557’761
  2. Van Helsing (06.05.2004)
    2’325’216
  3. Bram Stoker’s Dracula (11.02.1993)
    2’126’234
  4. Liebe auf den ersten Biss (08.11.1979)
    1'766'000
  5. Hotel Transsilvanien 2 (15.10.2015)
    1’643’674
  6. Hotel Transsilvanien (25.10.2012)
    1’166’051
  7. Dracula - Tot aber glücklich (1995)
    1’041’833
  8. Nosferatu - Phantom der Nacht (13.04.1979)
    ca. 900'713
  9. Dracula Untold (02.10.2014)
    651'506
  10. Nosferatu (02.01.2025)
    397'799*
  11. Dracula 2000 (26.04.2001)
    321'748
  12. Die letzte Fahrt der Demeter (17.08.2023)
    83'018
  13. Renfield (25.05.2023)
    79'631

 

* = läuft noch in den Kinos

 


Quellen:

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