
Wiederaufführungen waren schon immer Bestandteil der Kinolandschaft. Selbst in Zeiten von DVD- und Streaming schaffen es zeitlose Klassiker immer mal wieder auf die grosse Leinwand. Mal
als Special-Edition, mal als 3D-Version. Welches die beliebtesten Re-Release-Filme seit 1980 waren erfahren Sie hier...
Wiederaufführungen waren bis Ende der 1970er Jahre gängige Praxis in den Kinos. In vielen Fällen waren Wiederaufführungen auch Mittel zum Zweck. Damit die zahlreichen Kinos genügend ausgelastet waren und die Filmstudios noch einige Extradollars dazu verdienen konnten, erfreuten sich die Reprisen grosser Beliebtheit.
Mit Aufkommen des Videorekorders Ende der 1970er Jahren und dessen Boom in den 1980ern verschwanden Wiederaufführungen immer wie mehr aus den Vorführsälen. Doch gab es immer wieder Filme, welche jenseits des damaligen Heimkinos einen hohen Appeal für das Publikum hatten. Welche dies sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der deutschen Gesamtbesucherzahlen sämtlicher Wiederaufführungen seit 1980. In Klammern nach dem Filmtitel ist das Jahr
der Erstaufführung angegeben. Die Zahlen wurden aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen. Bei der Auflistung muss berücksichtigt werden, dass bei Filmen, welche vor
1990 in den Kinos starteten, nur die Zahlen der BRD bekannt sind. Sollte es sich um eine deutsche Produktion oder Koproduktion handeln, so ist der Filmtitel in GROSSBUCHSTABEN
ausgewiesen.

1. Das Dschungelbuch (13.12.1968) - 10'690'004
Wiederaufführungen: 1987, 1993, 2000
Das Kinokassen-Evergreen schlechthin: "Das Dschungelbuch" kam nicht nur in regelmässigen Abständen zurück auf die grosse Leinwand sondern erfreute sich jeweils grosser Beliebtheit. Die Besucherzahlen zum Film sind beeindruckend: Bereits bei seiner Erstaufführung gewann er die Goldene Leinwand für über 3 Millionen Eintritte. Die erfolgreichste Wiederaufführung seit 1980 war die von 1987. Mit 5,47 Millionen Besuchern war das Dschungelabenteuer so erfolgreich, dass es zahlreiche Neuerscheinungen weit hinter sich liess so u.a. auch Timothy Daltons 007-Debüt "Der Hauch des Todes" (3,1 Millionen Besucher). Mit insgesamt weit über 27 Millionen Kinobesuchern ist "Das Dschungelbuch" in Deutschland ausserdem einer der meistgesehenen Filme in der Geschichte des Kinos.

2. Aristocats (15.12.1971) - 6'059'105
Wiederaufführungen: 1980, 1988, 1994
Alles für die Katz: Nicht nur in den deutschen Haushalten sondern auch im Kino erwiesen sich die Vierbeiner als unschlagbar. "Aristocats" war bereits bei seiner Erstaufführung im Jahr 1970 ein Publikumsrenner (Goldene Leinwand) und sorgte schliesslich regelmässig für volle Kinosäle. Regisseur von "Artistocats" war der Münchner Wolfgang Reithermann (1909-1985), der auch schon "Das Dschungelbuch" (1967) inszenierte. Für "Aristocats" hatte er die damals ansehnliche Summe von 4 Mio. $ zur Verfügung. Eine Investition, die sich lohnen sollte: An den weltweiten Kinokassen brachte es das Katzenabenteuer auf Verleiheinnahmen von 28 Mio. $. Reithermann drehte später noch die Hits "Robin Hood" (1973) und "Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei" (1977).

3. 101 Dalmatiner (19.12.1961) - 3'888'277
Wiederaufführungen: 1980, 1987, 1995
Nach den Katzen in "Aristocats" sind auf Rang drei nun die in deutschen Haushalten ebenfalls sehr beliebten Hunde an der Reihe. In dem zeitlosen Disneyklassiker müssen das Dalmatinerpaar Pongo und Perdita ihre Welpen aus den Händen der fiesen Cruella De Vil befreien. Als sie in deren Haus jedoch auf zahlreiche andere Welpen stossen beschliessen sie kurzerhand, diese mit auf die Flucht zu nehmen. Regie führte auch bei diesem Streifen Wolfgang Reihtermann. Hilfe hatte er jedoch von Clyde Geronimi und Hamilton Luske. Die Fertigstellung von "101 Dalmatiner" stand kurzzeitig auf der Kippe, da "Dornröschen" (1959) in Anbetracht seiner hohen Produktionskosten nicht der erhoffte Gewinn abwarf. Dank dem neuartigen Fotokopierverfahren Xerox konnte jedoch der Produktionsprozess beschleunigt werden. Schliesslich wurde "101 Dalmatiner" für 3,6 Mio. $ fertiggestellt und war mit einem US-Verleiheinspiel von 6,2 Mio. $ ein solider Kassenerfolg.

4. Krieg der Sterne (09.02.1978) - 3'430'684
Wiederaufführungen: 1982,1997
Möge die Macht mit Dir sein: Bereits kurz nach seiner Erstaufführung im Jahr 1977 wurde "Krieg der Sterne" mit grossem Erfolg wiederaufgeführt. 1997 setzte Regisseur George Lucas dann einen drauf und brachte eine neue Version mit noch nie zuvor gesehenem Bildmaterial ins Kino. Nebenbei peppte er den Sternenkrieg noch digital auf. Doch obwohl die neue Version optisch erfrischend daherkam und auch finanziell ein Riesenerfolg war, machte sich Unmut bei den Fans breit. Nicht wenige waren der Meinung, dass weniger eindeutig mehr gewesen wäre.

5. Schneewittchen und die sieben Zwerge (24.02.1950) - 2'551'480
Wiederaufführungen: 1983, 1987, 1993
Farbenprächtig wie kaum ein anderer Film zuvor präsentierte sich "Schneewittchen und die sieben Zwerge" 1937 als erster abendfüllender Zeichentrickfilm einem erstaunten Kinopublikum. Bei seiner Erstaufführung brach der Streifen sämtliche Kassenrekorde und ebnete damit den Weg für eine neue Form des Films: den Zeichentrickfilm. Im Laufe der Jahre büsste "Schneewittchen" nichts von seinem Zauber ein und lief in regelmässigen Abständen immer wieder in den Kinos. Die erfolgreichste Wiederaufführung in Deutschland seit 1978 war im Jahr 1983, wo der Streifen mit 1,69 Millionen Besuchern gar erfolgreicher war als Bud Spencer und Terence Hills neuer Klamauk-Streifen "Zwei bärenstarke Typen" (1,67 Millionen) und der Big-Budget Fantasyfilm "Der dunkle Kristall" (1,49 Millionen).

6. Robin Hood (13.12.1974) - 2'208'064
Wiederaufführungen: 1982
Disneys "Robin Hood" schaffte es mit nur einer Wiederaufführung in die vordersten Ränge der erfolgreichsten Wiederaufführungen seit 1978. Bereits bei seiner Erstaufführung war Wolfgang Reihtermanns Streifen ein Riesenerfolg und gewann die Goldene Leinwand für über 3 Millionen Kinobesucher. Die Kritiker waren von "Robin Hood" indes weniger angetan. Zumindest die US-Kritiker. Denn diese waren der Meinung, dass der Streifen zwar farbenprächtig und süss ist, insgesamt jedoch zu einem der schwächsten Disneyfilme zählt. Kommerziell lohnte sich Disneys Ausflug in die britische Folklore dennoch, denn "Robin Hood" brachte es bei Produktionskosten von 5 Mio. $ auf weltweite Verleiheinnahmen von 27,5 Mio. $ und war damit enorm profitabel.

7. Bernard & Bianca - Die Mäusepolizei (16.12.1977) - 2'067'049
Wiederaufführungen: 1984, 1990
Das Detektiv-Mäusepärchen Bernard und Bianca war einer von Disneys grössten Zeichentrick-Kassenschlager in den 1970er Jahren. Produziert für 7,5 Mio. $ brachte es der Streifen auf weltweite Verleiheinnahmen von 48 Mio. $ - damals eine beeindruckende Summe. Die Geschichte ist jedoch keine eigene Erfindung sondern basiert auf einem Kinderbuch der Britin Margery Sharp (1905-1991), welches bereits 1959 unter dem Titel "The Rescuers" erschien. Mit "Bernard & Bianca - Die Mäusepolizei" verfeinerte das Disney-Animationsstudio die Kopiertechnik, was weichere Konturen der Zeichentrickfiguren ermöglichte. Aufgrund der grossen Beliebtheit des Films drehte Disney mit "Bernard und Bianca im Känguruland" (1990) eine Fortsetzung.

8. Bambi (19.12.1950) - 2'062'769
Wiederaufführungen: 1983, 1993
Kaum vorstellbar, aber bei seiner Uraufführung war "Bambi" ein finanzieller Misserfolg. Einer der Gründe für das finanzielle Scheitern des Streifens war der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Dieser schnitt die USA von dem so wichtigen europäischen Filmmarkt ab und "Bambi" musste sich grösstenteils durch die Inlandseinnahmen amortisieren. Ein Schicksal, welches viele andere Produktionen dieser Zeit teilten. In Deutschland konnte der Zeichentrickklassiker aufgrund des Zweiten Weltkriegs erst am 19.12.1950 uraufgeführt werden. Die rührende Geschichte um das Rehkitz Bambi erwies sich jedoch als Dauerbrenner und wurde regelmässig in den Kinos wiederaufgeführt. Am Ende wurde "Bambi" einer der einträglichsten Filme für das Disneystudio.

9. Susi und Strolch (14.12.1956) - 1'849'641
Wiederaufführungen: 1982, 1989, 1997
Zum Heulen: Bei seiner Uraufführung wurde "Susi und Strolch" von den Kritikern alles andere als positiv bewertet. Heute wissen es die Schreiberlinge aber besser und der zeitlose Klassiker wird regelmässig als einer von Disneys besten Zeichentrickfilmen gelobt. Eines der grossen Highlights ist auch heute noch die berühmte Spaghetti-Szene, welche im Kino regelmässig durch den Kakao gezogen wurde (so z.B. in "Hot Shots! Der zweite Versuch", 1993). Ein Live-Action-Remake wurde eigens für Disneys Streaming Sender Disney + gedreht und erstmals 2020 gezeigt.

10. Das Imperium schlägt zurück (11.12.1980) - 1'189'712
Wiederaufführungen: 1997
Das zweite Abenteuer der "Krieg der Sterne"-Originaltrilogie gilt nebst dem Original als der beliebteste Teil der gesamten Reihe. Eigentlich erstaunlich, denn "Das Imperium schlägt zurück" ist einer der düstersten Filme der "Krieg der Sterne"-Saga. Genial ist jedoch nach wie vor der "Ich-bin-dein-Vater" Plot twist. Damals eine echte Sensation. Auch bei "Das Imperium schlägt zurück" legte Perfektionist George Lucas die Schere an und brachte 1997 seine Special-Edition-Version in die Kinos. Zum erweiterten Bildmaterial zählten unter anderem ein längerer Landeanflug des Millennium Falken auf Cloud City sowie einige Szenen in der Schneehöhle auf Hoth. Für insgesamt drei Minuten mehr Bildmaterial strömten aber dennoch über eine Million Besucher in die Kinos.

11. Zwei vom Affen gebissen (30.01.1969) - 1'056'397
Wiederaufführungen: 1981
Dieser Italo-Western läutete die Ära der Bud Spencer/Terence Hill-Klamauk-Western ein. Die ursprüngliche Version, welche unter dem Titel "Gott vergibt... Django nie!" 1969 in die deutschen Kinos kam, war jedoch von ernsterem Grundton und nicht vergleichbar mit den späteren Filmen des Duos. Eine weitere Fassung erschien vier Jahre später und Terence Hills Filmfigur wurde von Cat Stevens in Django umbenannt. Dies vor allem um an den Riesenerfolg des Films "Django" mit Franco Nero anzuknüpfen. 1981 schliesslich kam die eigens überarbeitete Comedy-Version des Streifens in die deutschen Kinos.

12. FAUST (30.09.1960) - 1'052'885
Wiederaufführungen: 1980
„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.“ Es gibt wohl kaum einen berühmteren Satz in der deutschen Literatur als diesen. Stammen tut er natürlich aus dem berühmten Werk "Faust" von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Dieses wurde erstmals 1898 veröffentlicht und hat mittlerweile schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. In Peter Gorskis Film wird der tragische Titelheld von Will Quadflieg (1914-2003) verkörpert und der teuflische Mephisto von Gustaf Gründgens (1899-1963). Gründgens spielte die Rolle zuvor übrigens bereits rund 600-mal bevor er sie 1957 in einem Bühnenstück dauerhaft verkörpern konnte. Gorskis Film wiederum basiert auf diesem Bühnenstück.

13. Die rechte und die linke Hand des Teufels (02.03.1971) - 1'050'210
Wiederaufführungen: 1981
Dieser Streifen war der erste von Beginn an als Komödie konzipierter Western des berühmten Duos Bud Spencer und Terence Hill. Und bereits bei seiner Erstaufführung im Jahr 1971 schlug er ein wie eine Bombe und lockte in Deutschland über 5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Franco Micalizzis Titelmelodie verwendete auch Hollywoodregisseur Quentin Tarantino für seine Italowestern-Hommage "Django Unchained" (2012). Sie wird während der Schlusssequenz des Films gespielt. 1972 kam mit "Vier Fäuste für ein Halleluja" die unmittelbare Fortsetzung zu "Die rechte und die linke Hand des Teufels" in die deutschen Kinos.

14. Cinderella (21.12.1951) - 1'017'630
Wiederaufführungen: 1980, 1987, 1991
Nach einer langen Durststrecke war "Cinderella" bei seiner Erstaufführung 1950 endlich wieder ein grosser Kassenerfolg für Disney. Und nicht nur die Kinokasse stimmte sondern auch die Kritiken sowie die künstlerische Anerkennung. Für insgesamt drei Oscars wurde die Adaption von Charles Perraults (1628 - 1703) berühmtem Märchenroman "Aschenputtel" nominiert. Im Laufe der Jahre wurde auch "Cinderella" zum Wiederaufführungsliebling und lockte regelmässig die Zuschauer in die Kinos. 2015 brachte Disney schliesslich eine äussert erfolgreiche Live-Action-Version mit Lily James (bekannt aus der TV-Serie "Downton Abbey") in der Titelrolle in die Kinos. Regie führte Shakespeare-Experte Kenneth Brannagh.

15. Vom Winde verweht (15.01.1953) - 989'768
Wiederaufführungen: 1981
Einer der meistgesehenen Filme in der Geschichte des Kinos war auch in Deutschland trotz des uramerkanischen Themas ein Dauerbrenner. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs konnte der 1939 erschienene Streifen aber erst 13 Jahre nach seiner US-Premiere aufgeführt werden. Dieses Schicksal teilten viele US-Klassiker der Kriegsjahre so u.a. auch die Disney Evergreens Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937, Rang 5) und Bambi (1942, Rang 8). Trotz dieser Nachteile wurde "Vom Winde verweht" bei seiner Erstaufführung ein Blockbuster wie es ihn in Hollywood zuvor noch nie gegeben hatte. Die rekordverdächtigen Produktionskosten von 3,85 Mio. $ spielte das Südstaatenepos innert kürzester Zeit wieder ein und brachte es am Ende seiner dreijährigen Auswertung auf weltweite Verleiheinnahmen von astronomischen 32 Mio. $. Nebenbei staubte er insgesamt zehn Oscars ab, u.a. auch in der Kategorie Bester Film.

16. Vier Fäuste für ein Halleluja (25.05.1972) - 967'086
Wiederaufführungen: 1982
"Vier Fäuste für ein Halleluja" ist nicht nur eine der erfolgreichsten Wiederaufführungen seit 1978 sondern auch einer der erfolgreichsten Filme des Komikerduos Bud Spencer und Terence Hill. Schätzungen zufolge soll die Westernkomödie inklusive aller Wiederaufführungen insgesamt über 12 Millionen Deutsche in die Kinos gelockt haben. Für die Goldene Leinwand reichte es jedenfalls bereits bei seiner Erstaufführung im Jahr 1972. Die berühmte Szene, in der die Hauptfiguren Trinita und Bambino im Restaurant speisen, war übrigens nicht im Drehbuch. Diese wurde von Bud Spencer und Terence Hill am Set improvisiert.

17. Die Rückkehr der Jedi-Ritter (09.12.1983) - 929'320
Wiederaufführungen: 1997
Der Letzte im Bunde: Auch beim abschliessenden Teil der Originaltrilogie legte George Lucas die Schere an und brachte ihn 1997 als Special Edition in die Kinos. Und auch diesmal kamen die Fans in Scharen in die Kinos. Zu sehen gab es jedoch nicht sonderlich viel. So wurden lediglich einige Szenen erweitert und tricktechnisch aufgepeppt. "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" wurde bei den Dreharbeiten übrigens unter dem Fake-Titel Blue Harvest – Horror beyond Imagination gedreht. Zu dieser Zeit war "Krieg der Sterne" bereits ein soziokulturelles Phänomen und man wollte nicht riskieren, dass Storydetails ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.

18. Peter Pan (22.12.1953) - 905'615
Wiederaufführungen: 1986, 1992
An Nimmerland konnten sich auch die Deutschen nicht sattsehen. War der Streifen bereits bei seiner Uraufführung einer von Disneys grössten Kassenhits so bewies er auch bei seinen zahlreichen Wiederaufführungen Stehvermögen.
Da hatten es die Realverfilmungen der letzten Jahrzehnte schon um einiges schwieriger. Sowohl "Peter Pan" (2003) als auch "Pan" (2015, mit Hugh Jackman als Hook) erwiesen sich als Kassenflops. Einzig Steven Spielbergs 1992er Version "Hook" (mit Robin Williams und Dustin Hoffman in den Hauptrollen) konnte mit 3,61 Millionen Kinobesuchern überzeugen und spielte weltweit auch genügend Geld ein um Profit abzuwerfen.

19. Arielle, die Meerjungfrau (29.11.1990) - 840'598
Wiederaufführungen: 1998
Die Idee zu diesem zauberhaften Streifen geisterte bereit seit Mitte der 1980er Jahre im Kopf von Regisseur Ron Clements rum. Als er in einem Buchladen auf ein Buch mit Geschichten von Hans Christian Andersen (1805-1875) stiess entdecke er die Gesichte der kleinen Meerjungfrau. Die Idee zum Film war geboren. An den Kinokassen konnte "Arielle, die Meerjungfrau" endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen und spielte bei Produktionskosten von 40 Mio. $ weltweit über 184 Mio. $ (in 2024-$ ca. 695 Mio.) ein. Ausserdem erhielt der Streifen endlich auch wieder künstlerische Anerkennung und wurde für Alan Menkens Filmmusik sowie den Song Under the Sea mit dem Oscar ausgezeichnet.

20. Einer flog über das Kuckucksnest (18.03.1976) - 827'000
Wiederaufführungen: 1985
Jack Nicholsons diabolischem Lächeln konnten auch die Deutschen nicht widerstehen: Bereits bei seiner Erstaufführung im Jahr 1976 war "Einer flog über das Kuckucksnest" so erfolgreich, dass er die Goldene Leinwand gewann. Weltweit war Milos Formans Tragikomödie ebenfalls ein phänomenaler Kassenschlager und spielte bei einer Investition von 4,4 Mio. $ über 163 Mio. ein (in 2024-$ ca. 1,36 Mrd.). Dass der Film so gut funktionierte war aber nicht allein Jack Nicholson und Milos Forman zu verdanken sondern vor allem auch dem übrigen Cast (u.a. Danny DeVito, Christopher Lloyd, Will Sampson und Brad Dourif). Dabei ist insbesondere Louise Fletchers Darstellung der tyrannischen Krankenschwester Ratched ein Highlight. "Einer flog über das Kuckucksnest" gewann deshalb verdientermassen in den fünf Königskategorien (Film, Regie, Hauptdarsteller, Hauptdarstellerin, Drehbuch) den Oscar. Dieses Kunststück schafften nur noch Frank Capras Komödien-Klassiker Es geschah in einer Nacht (1934) und Jonathan Demmes Psychothriller Das Schweigen der Lämmer (1991).

21. Titanic (08.01.1998) - 701'850
Wiederaufführungen: 2012
Wenn ein Film das Wort Superlativ wirklich verdient, dann James Camerons bildgewaltiges Liebesepos: 220 Mio. $ Produktionskosten, 160 Drehtage, 11 Oscars, ein weltweites Box-Office von 1,84 Mrd. $ (inflationsbereinigt: über 5 Mrd.!) und 18 Millionen Kinobesucher allein in Deutschland. Das soll ihm erst mal einer nachmachen. Selbst mit seinem zweiten Megablockbuster Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009) konnte der Terminator-Schöpfer nicht mehr in diese Gefilde vordringen. Als wäre das Originalformat nicht schon eindrucksvoll genug so entschied sich das Paramount-Studio 2012 für ein Re-Release im damals boomenden 3D-Format. Die Wiederaufführung war jedoch nicht ganz ohne Hintergedanken. Denn zeitgleich mit der 3D-Version wurde "Titanic" erstmals auch in den chinesischen Kinos gezeigt. Hollywoods Kreuzzug ins Reich der Mitte sollte sich lohnen: "Titanic" spielt auf dem chinesischen Markt 145 Mio. $ ein.

22. Das Fenster zum Hof (08.04.1955) - 693'999
Wiederaufführungen: 1984
In Alfred Hitchcocks hochspannendem Meisterwerk ist James Stewart als Fotograf aufgrund eines Beinbruchs an den Rollstuhl gefesselt und beobachtet aus Langeweile das Treiben im Hinterhof seiner Wohnung. Dabei glaubt er, einen Mord aufgedeckt zu haben. Beim Sammeln der Beweise hilft ihm die attraktive Grace Kelly. Das Negativ des Films war bereits in den 1960er Jahren stark beschädigt und musste in einem aufwändigen Restaurierungsprozess von Experten gerettet werden. Diese brachten es fertig, den Film fast wieder auf den farblichen Stand der Kinoversion zu bringen. Trotz hervorragender Einspielergebnisse verschwand "Das Fenster zum Hof" aufgrund eines Rechtsstreits mehrere Jahrzehnte aus den Kinos.

23. Der Exorzist (20.09.1974) - 691'313
Wiederaufführungen: 2001
Dieser wegweisende Horrorschocker war bei seiner Erstaufführung das wahrscheinlich furchteinflössendste Filmerlebnis aller Zeiten. Angeblich verliessen zahlreiche Kinobesucher bereits vor Ende des Streifens die Vorführsäle da ihnen "Der Exorzist" zu sehr an die Nerven ging. Auch das damalige deutsche Kinopublikum konnte sich dem Sog von William Friedkins Dämonenfilm nicht entziehen und bescherte ihm mit über 3 Millionen Kinobesuchern gar die Goldene Leinwand. Für einen Film dieses Genres eine beeindruckende Leistung. 2001 erschien der langersehnte Director's Cut in den Kinos. Dieser war um 10 Minuten länger und wurde digital aufgepeppt. Damit konnte der Klassiker eine ganz neue Generation für sich gewinnen. Die geplante Neubelebung mit "Exorzist: Der Anfang" (2004) ging jedoch daneben und der Streifen wurde als schlechtestes Sequel für die berüchtigte Goldene Himbeere nominiert. Kein Wunder mieden die Zuschauer den Streifen wie der Teufel das Weihwasser und "Exorzist: Der Anfang" knackte nicht mal die Top 100 des Jahres 2004.

24. E.T. - Der Ausserirdische (09.12.1982) - 657'814
Wiederaufführungen: 1986, 2002
Steven Spielbergs liebenswürdiger Alien-Gnom zog bereits bei seiner Erstaufführung die Zuschauer in seinen Bann und war mit über 7,55 Millionen Besuchern einer der beliebtesten Filme der 1980er Jahre. Obwohl dem Ausserirdischen bei seiner ersten Wiederaufführung im Jahr 1986 nur noch 212'164 Besucher beim Süssigkeiten sammeln zusehen wollten geriet er nicht in Vergessenheit. 2002 - zum 20jährigen Jubiläum - brachte Regisseur Steven Spielberg nämlich eine neue Schnittfassung in die Kinos. Diese war um fünf Minuten länger und wurde digital aufgefrischt. Ausserdem entfernte Spielberg in einer Szene die Waffen der Sicherheitsbeamten und ersetzte diese kurzerhand durch Funkgeräte. Diesmal strömten immerhin 445'650 Besucher in die deutschen Kinos.

25. Cap und Capper (13.11.1981) - 647'654
Wiederaufführungen: 1988
Obwohl "Cap und Capper" nicht den Klassikerstatus früherer Disneystreifen erreichte war er in Deutschland mit über 4,36 Millionen Kinobesuchern dennoch ein riesiger Publikumserfolg. In seinem Erscheinungsjahr 1981 lockten nur "James Bond 007 - In tödlicher Mission", "Auf dem Highway ist die Hölle los" und "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" noch mehr Zuschauer in die Kinos. Die rührende Freundschaftsgeschichte zwischen Fuchs Cap und Jagdhund Capper war der erste Disneyfilm, welcher am Computer generierte Bilder verwendete. Ein Grossteil davon ist in der Szene zu sehen, in welcher Jäger Amos Cap und Trixie im Fuchsbau fangen will.
Quellen:
- Wikipedia (englisch, diverse Recherchen)
- https://www.insidekino.de/DBO.htm#JAHRES_&_ALL-TIME_CHARTS_ (Kinobesucherzahlen)
- IMDb (Trivia- und Filmrecherchen)
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