
"Die Welt ist nicht genug" ist nicht mehr so formelhaft wie "Der Morgen stirbt nie" und bemüht sich redlich, dem Agenten menschliche Facetten abzugewinnen. Das dies nur streckenweise gelingt liegt aber weder an 007-Darsteller Pierce Brosnan noch am übrigen Cast. Vielmehr ist die Handlung zu konventionell und nach zu bekanntem Muster gestrickt, als das sie für wirkliche Überraschungen sorgen könnte.
Als der britische Industrielle Sir Robert King (David Calder) direkt im MI6-Hauptquartier durch eine Bombe getötet wird, wird James Bond (Pierce Brosnan) auf den Fall angesetzt. Dabei muss er nicht nur die Hintermänner des Anschlags ausfindig machen, sondern wird auch zum persönlichen Schutz von Kings Tochter Elektra (Sophie Marceau) beauftragt. Diese übernimmt das Erbe ihres Vaters und kümmert sich um dessen Öl-Pipeline. Doch ihr ehemaliger Entführer, Viktor Zokas (Robert Carlyle), trachtet ihr nach dem Leben...
Gerüchten zufolge sollte "Die Welt ist nicht genug" ursprünglich düsterer werden und sich stilistisch an "Lizenz zum Töten" anlehnen. Ausserdem sollte Bond erfahren, dass er einen Sohn hat, von dem er nichts wusste. Dieser sollte dann auch den Bösewicht verkörpern.
Q-Darsteller Desmond Llewelyn starb bei einem Autounfall im Alter von 85 Jahren, kurz nachdem "Die Welt ist nicht genug" veröffentlicht wurde. Kurz vor seinem Tod sagte Llewelyn, dass er auch im nächsten James Bond-Film mitspielen wolle. Die Videoveröffentlichung von "Die Welt ist nicht genug" war Llewelyn gewidmet und zeigte eine Hommage-Montage seiner siebzehn Auftritte in den 007-Filmen.
Originaltitel: The World Is Not Enough
Regie: Michael Apted
Darsteller: Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards, Robbie Coltrane, Judi Dench, Samantha Bond, John Cleese, Desmond Llewelyn
Laufzeit: 128 Minuten
Metacritic: 57/100
Budget: 135 Mio. $
Box-Office: 361,8 Mio. $ (weltweit); 126,9 Mio. $ (USA/Kanada)
Kinostart DE: 09.12.1999
Besucher DE: 5’072’138
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