Wie bei vielen Erfindungen und Neuerungen in der Geschichte, ist auch die Kunstform Film nicht nur von einer einzigen Person erschaffen worden. Vielmehr war es eine Symbiose mehrere Talente und auch mehrerer Nationen, die schliesslich dieses gänzlich neuartige, faszinierende und heute so allgegenwärtige Medium hervorbrachten. Obwohl oftmals behauptet wird, dass Thomas Alva Edison, der Vater des Films ist, so ist dies doch nur teilweise richtig. Edisons Laboratorien in West Orange, New Jersey, trugen in den 1880er Jahren jedoch wesentlich zur Geburt des Kinos bei. Eines der ersten bewegenten Bilder der Geschichte wurde bereits 1879 in Nordkalifornien durch den Fotografie-Pionier Eadweard Muybridge (1830 - 1904) kreiierte. Als Sponsor fungierte der ehemalige kalifornische Gouverneur und Mitbegründer der Central Pacific Railroad Leland Stanford (1824 - 1893). Stanford gründete auch die weltbekannte Stanford University. Mit dessen Finanzmitteln ausgestattet, erfand Muybridge das Zoopraxiskop, ein Vorgänger der zukünftigen Filmprojektoren. Das Zoopraxiskop projezierte Bilder auf eine rotierende Glassscheibe um so den Eindruck einer fliessenden Bewegung zu vermitteln.
Muybridge traf sich im Februar 1888 mit Thomas Alva Edison, um eine Kombination des Zoopraxiskop mit Edisons Phonograph zu entwickeln. Der Phonograph war ein Gerät zur akustisch-mechanischen Aufnahme und Wiedergabe von Schall. Nach einigen missglückten Versuchen beendeten Edison und Muybridge schliesslich ihre Zusammenarbeit. Vor allem Muybridge war der Meinung, dass zu viele Hindernisse der neuen Technologie im Wege standen. Edison jedoch gab nicht vollständig auf und liess die Idee der Verschmelzung des Phonographen mit dem Zoopraxiskop beim US-Patentamt unter dem Namen Kinetoskop patentieren. Mit der Entwicklung des Kinetoskop beauftragte er seinen Assistenten Laurie Dickson (1860 - 1935), der die Technologie schliesslich 1893 erstmals an der Chicagoer Weltausstellung der Öffentlichkeit präsentierte. Das Kinetoskop war ein Guckkasten, in den man mit Hilfe eines Okulars hineinblicken und dabei bewegte Bilder sehen konnte. Die neue Erfindung erfreute sich grosser Beliebtheit und Edison stattete das Gerät schliesslich mit einem Phonographen aus. Heraus kam der Kinetograph, der als eine der ersten Filmkameras überhaupt bezeichnet werden kann.
Verwandte Artikel: