In den 1930er Jahren wurde gesungen und getanzt was das Zeug hält. Kaum ein Genre war so beliebt wie das Musical. Als Kind der Errungenschaften des Tonfilms sorgte das Muscial mit visuellen und akustischen Reizen für die dringend benötigte Abwechslung im tristen Wirtschaftsklima der 1930er Jahre...
Schon kurz nach Erscheinen der ersten Tonfilme Ende der 1920er Jahre fanden die ersten Musicals ihren Weg auf den Filmmarkt und erfreuten sich schon bald grosser Beliebtheit. Filme wie "The Broadway Melody" (1929) oder "Gold Diggers of Broadway" (1929) erwiesen sich als riesige Kassenschlager und bescherten den produzierenden Studios traumhafte Gewinne.
Das Musicalgenre kam zur Zeit der wirschaftlichen Depression wie gerufen und schaffte mit seiner Leichtfüssigkeit und seinem Optimismus eine willkommene Abwechslung zum erschwerlichen Alltag jener Zeit.
Obwohl der eigentliche Startschuss der Musical-Ära bereits 1929 stattfand, so erwiesen sich die 1930er Jahre zweifelsohne als die Blütezeit des Genres. Einer der ersten grossen Musical-Erfolge der 1930er Jahre war "Whoopee!" (1930). Der Streifen, der von der Liebe einer Farmerstocher und einem Indianer erzählt, brach in Windeseile Kassenrekorde und machte Eddie Cantor zum Superstar. "Whoopee!" begeisterte aber auch die Kritik, welche einhellig die gekonnten Musikszenen sowie den erfrischenden Humor lobten.
Nur knapp ein Jahr später folgte mit "Palmy Days" ein weiteres Musical mit Eddie Cantor in der Hauptrolle. Auch dieser Streifen erwies sich als grosser Kassenhit und hielt das Interesse des Publikums am Filmmusicalgenre weiterhin aufrecht.
Allein 1930 und 1931 produzierten die Major Studios schätzungsweise 120 Musicals. Obwohl kurz darauf die Filmmusicalproduktion aus Übersättigungsgründen zurückgestellt wurde, erlangte sie bereits ab 1933 mit Werken wie "Parade im Rampenlicht", "Fyling Down to Rio", "Goldgräber von 1933" oder "Die 42. Strasse" wieder kräftig Auftrieb. Unter diesen Filmen nimmt insbesondere "Flying Down to Rio" einen besonderen Stellenwert ein, da der Streifen die erste Zusammenarbeit von Ginger Rogers und Fred Astaire markierte. Bis 1939 trat das Musical-Traumpaar in insgesamt neun Filmen auf.
Waren Fred Astaire und Ginger Rogers in den 1930er Jahren vor der Kamera die grossen Stars, so war es hinter der Kamera ohne Zweifel Choreograph Busby Berkeley (1895 - 1976). Berkeley machte sich vor allem mit Kassenhits wie "Whoopee!" (1930), "Palmy Days" (1931), "The Kid from Spain" (1932), "Die 42. Strasse" (1933), "Parade im Rampenlicht" (1933) oder "Die Goldgräber von 1933" (1933) einen Namen.
Seine Musicals bestachen vor allem durch aufwändige Choreographien, welche sich meist in komplexen geometrischen Formen widerspiegelten. Ein weiteres Merkmal eines Busby-Berkeley-Musicals waren eine Vielzahl von hübschen Tänzerinnen.
Mit seinen zahlreichen Produktionen und dem unverkennbaren Stil schuf Berkeley den eigentlichen Prototyp des Filmmusicals. Dank dem Tanz-Traumpaar Ginger Rogers/ Fred Astaire und Busby Berkeleys innovativen Tanzchoreographien, zählte das Musical bald zum beliebtesten Genre der 1930er Jahre und lockte die Zuschauer scharenweise in die Kinos.
Trotz dieser enormen Popularität, war auch das Musical nicht vor Misserfolgen gefeit. Diese hielten sich jedoch in Grenzen und das Genre konnte sich bis Ende der 1960er Jahre auf dem Filmmarkt behaupten.
Die Auflistung der Filme erfolgt anhand der US-Verleiheinnahmen (inkl. Kanada) und ist nicht um die Inflation bereinigt. Da nicht für jeden Film die exakten Verleiheinnahmen bekannt sind, handelt es sich bei der Auflistung mehr um eine Auswahl denn eine exakte Rangfolge.
Quelle:
"Annual US Top Film Rentals 1912 - 1979", Leonidas Fragias (e-Book)
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