Masse statt Klasse - Geburt des klassischen B-Film


Um die Kinos auszulasten und die Besucher bei Laune zu halten wurden in den 1930er Jahren immer häufiger B-Filme produziert. Kurze Laufzeit, geringes Budget, einfache Geschichten - das war die DNS des B-Films. Und als Lückenfüller war der B-Film unschlagbar...

Als Antwort auf die Auswirkungen der wirtschaftlichen Depression der 1930er Jahre reagierten die Kinobesitzer nebst Senkung der Ticketpreise vermehrt mit dem sogenannten Double Feature

 

Das Double Feature bot zwei Filme zum Preis von einem an. Dabei verfügten die Filme meist über einen unterschiedliche Stellenwert und einer der Streifen fungierte deshalb meist als sogenanntes Second Feature. In der Regel war das Second Feature ein B-Film, also eine inhaltlich eher simple und kostengünstig inszenierte Produktion mit relativ kurzer Laufzeit (in der Regel zwischen 55 und 70 Minuten). 

 

Da sich das Double Feature besonders grosser Beliebtheit erfreute (1935 boten bereits 85 Prozent der US-Kinos das Double Feature an), kurbelte es den Markt für B-Filme gehörig an. B-Filme hatten den Vorteil, dass sie schnell und günstig produziert wurden und in der Regel mit einer bereits vorab festgelegten fixen Verleihgebühr an die Lichtspieltheater verliehen wurden. Dadurch konnten die Kinos, welch ihre Programme mehrmals wöchentlich änderten, mit dringend benötigtem Filmmaterial versorgt werden und die Studios hatten nebenbei eine relativ sichere Einnahmequelle.

 

Das Logo der Republic Pictures, eines der zahlreichen B-Film-Studios
Das Logo der Republic Pictures, eines der zahlreichen B-Film-Studios

 

Ein weiterer Vorteil des B-Films war, dass sich auch unabhängige Investoren und kleinere Studios (z.B. Monogram Pictures, Republic Pictures oder Grand National Films Inc.) auf dem von den Major-Studios dominierten Markt behaupten konnten. Der B-Film trug auch wesentlich dazu bei, dass die Differenzierung der Filme nach Genres populär wurde. 

 

So wurde der Markt mit typischen Western, Horrofilmen oder Komödien überhäuft und sprach dadurch gekonnt unterschiedliche Zielgruppen an. Die Kosten eines durchschhnittlichen B-Films betrugen in den 1930er Jahren zwischen 50'000 $ und 125'000 $, während die durchschnittlichen Produktionskosten eines A-Films um die 350'000 $ aufwärts betrugen.

 

Die B-Filme der Major-Studios waren jedoch etwas teuerer als diejenigen der kleinen Studios und waren üblicherweise um die 200'000 $ budgetiert. Ein B-Film war jedoch nicht zwangsläufig ein schlechter oder weniger origineller Film. B-Filme waren in der Regel professionelle Produktionen bei denen gerade wegen des oft geringen Budgets und der kurzen Drehzeit (zwischen einer und drei Wochen) viel Wert auf effizientes Arbeiten gelegt wurde. 

 

In einigen Fällen erreichte ein B-Film gar A-Film-Status und wurde dementsprechend mit einer Werbekampagne unterstützt. Der klassische B-Film sowie das Double Feature sollten bis Ende der 1950er Jahre überdauern.