In der Kürze liegt die Würze: Die 1930er waren die Blütezeit der Serials. Von "Flash Gordon" über "Doktor Fu Manchu" bis hin zu "Dick Tracy" wurde alles serientaugliche verfilmt. Dabei lebten die Serials insbesondere vom Prinzip des offenen Endes oder dramatischer ausgedrückt, dem Cliffhanger...
Obwohl das Serial bereits in der Stummfilmzeit seine Anfänge nahm, feierte es in den 1930er Jahren seine Blütezeit. Allein 1936 und 1937 buhlten insgesamt 23 verschiedene Serials um die Gunst des Kinopublikums.
Merkmale des Serial sind in der Regel ein offenes (im Fachjargon als Cliffhanger bezeichnet) Ende, in welchem die Hauptfigure(n) mit einer - anscheinend - ausweglosen Situation konfrontiert werden. Dabei knüpften die einzelnen Folgen jeweils nahtlos an das Ende der vorherigen an.
Zur Perfektion wurde dieses Prinzip von dem 350'000 $ teuren Science-Fiction-Serial "Flash Gordon" (1936) getrieben. In der Hauptrolle war Ex-Schwimmer und Olympiasieger Buster Crabbe zu sehen, der später auch "Buck Rogers" im gleichnamigen Serial verkörperte.
Neben diesen Science-Fiction-Ikonen wurden auch Figuren wie "Dick Tracy", "Dr. Fu Manchu" oder "Zorro" mit Serials gewürdigt. In den 1940er Jahren kamen schliesslich Comic-Helden wie "Batman", "Superman", "Das Phantom" oder "Captain America" zu Serial-Ehren.
Mit dem Siegeszug des Fernsehens in den 1950er Jahren verschwanden die Serials jedoch immer wie mehr aus den Kinos und spätere Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Das von den Serials geprägte Cliffhanger-Prinzip inspierierte Ende der 1970er Jahre schliesslich George Lucas und Steven Spielberg zur Filmfigur Indiana Jones, die mit dem Megablockbuster Jäger des verlorenen Schatzes (1981) schliesslich zu einer der berühmtesten Ikonen der Filmgeschichte werden sollte.
Ein Jahr nach erscheinen des Kinokassenschlagers "Tarzan, der Affenmensch" (mit Johnny Weissmüller in der Titelrolle) erschien dieses Serial. Buster Crabbe erlangte dadurch Serial-Star-Status und sollte diesen später mit "Flash Gordon" noch festigen. Aus dem "Tarzan"-Serial wurde auch ein 85-minütiger Film erstellt, der in Ländern gezeigt wurde, welche wenig Interesse an Serials zeigten.
Basierend auf dem gleichnamigen Comic von Alex Raymond erzählt das Serial von den Abenteuern von Weltraumheld Flash Gordon (Buster Crabbe) auf dem Planeten Mongo. Dieser wird nicht nur von allerlei Fabelwesen bevölkert sondern auch von dem tyrannischen Imperator Ming (Charles B. Middleton). Die ganzen Strapazen werden dem Titelheld von der attraktiven Arden (Jean Rogers) erleichtert.
In diesem Serial bekämpft Detektiv- und Comicikone Dick Tracy (Ralph Byrd) den mysteriösen Verbrecherboss The Spider und dessen Handlanger. Erfunden wurde die Figur von Chester Gould und erschien erstmals 1931 im Detroit Mirror. Damit ist der Meisterdetektiv im gelben Trenchcoat älter als solch berühmte amerikanische Popkultur-Ikonen wie Flash Gordon (1934), Superman (1938), Batman (1939) oder Captain America (1941).
En Garde! Auch der maskierte Degenschwinger erhielt in den 1930er Jahren sein eigenes Serial. In diesem muss er gegen einen fiesen Bösewicht antreten, der sich die kalifornische Eisenbahn unter den Nagel reissen will. Die Stunts wurden von Yakim Canutt ausgeführt, der später Western-Legende John Wayne doublete und das berühmte Wagenrennen der 1959er "Ben Hur"-Version inszenierte.
Buster Crabbe zum Dritten: Nach "Tarzan" und "Flash Gordon" spielte der Ex-Schwimmer auch in "Buck Rogers" den Titelhelden. Dieser liegt im Nordpol für 500 Jahre unter dem Eis begraben und taut schliesslich im Jahre 2440 auf. Als er herausfindet, dass die Erde von dem tyrannischen Diktator Kane (Anthony Warde) beherrscht wird, schliesst er sich der Widerstandsbewegung an.