Als zu Beginn der 1950er Jahre die Amerikaner in die Vororte flohen und das Fernsehen in die Haushalte Einzug hielt, sah sich Hollywood mit einem beispiellosen Publikumsschwund konfrontiert. Insbesondere das Fernsehen machte der Traufabrik die Zuschauer streitig. Es musste eine Strategie her. Und wie so oft besann sich Hollywood auf alte Tugenden und das Motto "Size Does Matter"...
Anfang der 1950er Jahre stand Hollywood vor einer der grössten Bedrohungen in seiner noch jungen Geschichte. Diese ging von einem kleinen, viereckigen Flimmerkasten aus, der vermehrt Einzug in die amerikanischen Privathaushalte hielt und das Freizeitverhalten von Millionen Menschen zukünftig drastisch verändern sollte: Das Fernsehen.
Wie so häufig bei technischen Neuerungen hatte Hollywood ein ambivalentes Verhältnis zu dem neuen Medium. Einige Filmstudios wie z.B. Paramount wehrten sich vehement gegen das Fernsehen, während andere wie z.B. die Universal bereits früh gemeinsame Wege beschritten. Eines war jedoch schnell klar: Die Popularität des Fernsehens war nicht mehr zu bremsen.
Bereits Ende der 1940er Jahre hatten über eine Million Amerikaner einen Fernseher. 1955 waren es bereits mehr als 30 Millionen - also über 65% aller Haushalte. Gleichzeitig gingen die wöchentlichen durchschnittlichen Kinobesuche drastisch zurück. Allein zwischen 1948 und 1952 sanken diese von anfangs 90 Millionen auf nur noch 51 Millionen. Ein beispielloser Rückgang.
Die Filmstudios mussten also neue Strategien entwicklen, um dem markanten Zuschauerschwund entgegenzuwirken und zu überleben. Neben der Drosselung der Produktion griff Hollywood dabei auf ein altbewährtes Motto zurück: "Klotzen, nicht Kleckern". Dem Publikum sollte zukünftig ein unvergleichliches und unvergessliches Kinoerlebnis geboten werden. Dafür mussten die Filmstudios jedoch tief in die Taschen greifen und auf der Leinwand episches bieten. Für diese Art der Unterhaltung eigneten sich natürlich vor allem Bigger-than-Life-Stoffe und diese fand Hollywood primär in den Geschichtsbüchern und religiösen Schriften der Menschheit.
Es war also kaum verwunderlich, dass in den 1950er Jahren Bibelfilme boomten wie kaum eine andere Art der Unterhalung. Filme wie "David und Bathseba" (1951), Quo Vadis (1951), "Das Gewand" (1953), Die zehn Gebote (1956) oder Ben Hur (1959) brachten den Studios trotz hoher Investitionen traumhafte Umsätze. Dennoch setzte Hollywood bei den Monumentalfilmen nicht nur auf biblische Geschichten. So eigneten sich auch historische Ereignisse, Persönlichkeiten oder Epochen als Blaupause für vielversprechende Monumentalfilme.
Neben historischen Persönlichkeiten oder Epochen dienten aber auch literarische Werke als ideale Vorlage für epische Leinwandadaptionen. Dabei entdeckte die Filmindustrie relativ schnell Klassiker wie Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt" oder Leo Tolstois "Krieg und Frieden". Für die Verfilmungen dieser beiden weltberühmten Stoffe blätterten die Studios je 6 Mio. $ hin - damals noch eine stolze Summe. Beide Filme erschienen 1956 in den Kinos und obwohl beide auf berühmten Vorlagen basieren konnte nur "In 80 Tagen um die Welt" Profite abwerfen. "Krieg und Frieden" blieb auf der Strecke. Dies führt Hollywood erneut die Unberechenbarkeit von Monumentalfilmen an der Kinokasse vor Augen.
Obwohl die 1950er Jahre mit dem Kassenphänomen "Ben Hur" ausklangen, bedeute dies noch lang nicht das Ende der Monumetalfilme. Noch bis Mitte der 1960er Jahre hinein entstanden aufwändige Epen, von denen insbesondere Spartacus (1960), "El Cid" (1961), Lawrence von Arabien (1962), "Cleopatra" (1963) und Doktor Schiwago (1965) erwähnenswert sind.
Mit der 1968er Revolution und der Einkehr gesellschaftlich relevanter Themen in die Kinos, verschwanden die Monumentalfilme zunehmend. Es war Zeit, dem New Hollywood Platz zu machen. Ein kurzlebiges Revival erfolgte erst im Jahre 2000 durch Ridley Scotts äusserst erfolgreiche Heldengeschichte Gladiator (mit Russell Crowe in der Titelrolle).
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