Für Krimifans waren die 1960er eine echte Blützeit. Praktisch im Jahresrhythmus erschienen die Kinoversionen von Edgar Wallace berühmten Kriminalromanen. Hexer, Männer in Froschmasken, unheimliche Mönche und anderes Gesindel war von der (deutschen) Leinwand nicht mehr wegzudenken...
Als im September 1959 die deutsch-dänische Edgar Wallace-Verfilmung "Der Frosch mit der Maske" in die Kinos kam, konnte keiner ahnen, was für ein Erfolg der Streifen werden würde. Deutsche Kriminalfilme waren gemäss Marktforschung alles andere als eine sichere Bank und somit mit einem nicht unbedenklichen finanziellen Risiko behaftet. Umso überraschender war es, als "Der Frosch mit der Maske" über 3,2 Millionen Besucher in die deutschen Kinos lockte. Damit war der Krimi eine der erfolgreichsten Produktionen des Jahres 1959 und konnte seine Produktionskosten von rund 600'000 DM locker wieder einspielen.
Angespornt durch diesen riesigen Erfolg, begannen im November 1959 die Dreharbeiten zum nächsten Edgar-Wallace-Krimi. Dieser trug den Titel "Der rote Kreis" und kam bereits im März 1960 in die Kinos. Der Streifen konnte den enormen Erfolg seines Vorgängers zwar nicht wiederholen, war mit rund 1,9 Millionen Kinobesuchern aber dennoch erfolgreich genug, um die Weiterführung der Edgar-Wallace-Reihe für das produzierenden Rialto-Studio zu rechtfertigen.
Der Erfolg spornte aber nicht nur die Rialto-Studios an sondern auch den unabhängigen Produzenten Kurt Ulrich. Dieser besass die Filmrechte an Wallaces Roman "Der Rächer" und gab nach den Erfolgen von "Der Frosch mit der Maske" und "Der rote Kreis" umgehend grünes Licht zur Verfilmung von "Der Rächer". Dieser kam dann schliesslich im August 1960 nur drei Wochen vor Rialots "Die Bande des Schreckens" in die Kinos und wurde mit 2,5 Millionen Besuchern ein riesiger Erfolg.
Artur Brauner, der die Filmrechte an "Die gelbe Schlange" besass, liess sich jedoch nicht drängen und wartete mit seiner Verfilmung bis 1963. Bis dahin entstanden von der Rialto bereits acht weitere Filme, welche allesamt grosse Erfolge waren und jeweils über 1,5 Millionen Besucher in die Kinos lockten. Der Erfolg der Edgar-Wallace-Verfilmungen hielt bis Ende der 1960er Jahre an.
Als mit "Das Gesicht im Dunkeln" (1969) erstmals die eine Million Besucher-Grenze deutlich unterschritten wurde (Besucherzahl: 600'000), ging es mit der Reihe fortan bergab.
Mit "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" kam im Juni 1972 schliesslich der letzte Edgar-Wallace-Film in die Kinos. Nach über 10 Jahren Präsenz, Total rund 75 Millionen Kinobesuchern und insgesamt 38 Filmen wurde Edgar Wallace endgültig zu Grabe getragen - zumindest im Kino.
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