Bud Spencer & Terence Hill - Vier Fäuste für Millionen


Sie dominierten die europäische Filmlandschaft wie keine anderen: Bud Spencer und Terence Hill. Als modernes Klamauk-Duo brachten sie mit ihren markigen Sprüchen und ausufernden Fress- und Prügelorgien das Kinopublikum der 1970er Jahre millionenfach zum Lachen...

Markige Sprüche, ausgelassene Fressorgien und endlose Prügeleien - diese Attribute sollten die europäische Kinolandschaft in Form des italienischstämmigen Schauspielduos Bud Spencer und Terence Hill für fast zwei Jahrzehnte dominieren. 

 

Die Story der einzelnen Streifen war dabei nebensächlich und meist möglichst schlicht gehalten. Normalerweise läuft sich das Duo in den Filmen eher per Zufall über den Weg und rauft sich mehr schlecht als recht zusammen. Während Bud Spencer den gutmütigen Brummbär mimt, verkörperte Terence Hill meist den wortgewandt-charmanten Hochstapler.

 

Doch nicht nur die charakteristischen sondern auch die optischen Gegensätze liessen Bud Spencer und Terence Hill zu einem der beliebtesten Duos der europäischen Filmgeschichte werden. Ihre Filme konnten in Bezug auf die Besucherzahlen locker mit den gängigen amerikanischen Blockbustern mithalten.

 

Insbesondere in Italien, Deutschland und der Schweiz füllten die Filme des Klamaukduos die Kinosäle. In Deutschland erhielten allein in den 1970er Jahren sieben ihrer Streifen eine Goldene Leinwand. Diese Auszeichnung wird an Filme verliehen, welche über drei Millionen Besucher in die Kinos lockten. Der erfolgreichste war mit knapp 6,5 Mio. Besuchern "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" (1973). 

 

Die filmischen Anfänge des Duos reichten bis ins Jahr 1959 zurück. Dort standen Bud Spencer und Terence Hill erstmals gemeinsam für den italiensichen Sandalenfilm "Hannibal" vor der Kamera. Doch in dem Streifen ging es weniger humorvoll zu und her und die beiden späteren Haudegen spielten noch unter ihren bürgerlichen Namen. So hiess Bud Spencer noch Carlo Pedersoli und Terence Hill hiess Mario Girotti. Ausserdem waren sie lediglich in Nebenrollen zu bewundern. Die Hauptrolle übernahm der Amerikaner und Monunmentalfilmstar Victor Mature ("Samson und Delilah", 1949, "Das Gewand", 1953, und "Die Gladiatoren", 1954).

 

Auch nach "Hannibal" liefen sich Bud Spencer und Terence Hill bei ihren Projekten mehr zufällig über den Weg. So spielten sie u.a. in den eher ernsteren Western "Gott vergibt…Django nie!" (1967) und "Hügel der blutigen Stiefel" (1969) zusammen. Erst "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (1970) und "Vier Fäuste für ein Halleluja" (1971) brachten die Wende und legten den erfolgreichen Grundstein für das Komikerduo.

 

Im Laufe der Zeit wuchs Bud Spencer und Terence Hills Fanbasis dank zahlreicher Kino- und TV-Wiederholungen sowie dem boomenden Videomarkt. Trotz dieser Tatsache erwies sich ihr letzter gemeinsamer Film, "Die Troublemaker" (1994), als kommerzieller Misserfolg. In Deutschland sahen ihn knapp 123'000 Besucher - kein Vergleich zu den Erfolgen aus früheren Zeiten. Die Ära Bud Spencer/Terence Hill war deshalb zumindest im Kino beendet.


Die Bud Spencer und Terence Hill-Filme der 1970er


1970: Die rechte und die linke Hand des Teufels

 

Und los gehts: In einer der ersten richtigen Bud Spencer/Terence Hill-Komödie spielen die beiden zwei gegensätzliche Brüder, die wehrlosen Mormonen unter die Arme greifen. "Die rechte und die linke Hand des Teufels" war von Beginn an als Komödie angelegt und der Riesenerfolg des Streifens - allein in Deutschland sahen ihn über fünf Millionen in den Kinos - etablierte das Duo an den Kinokassen. Für die Szene, in welcher die von Terence Hill gespielte Figur Trinità mehrere Pfannen Bohnen verspeist, fastete Hill zuvor 24 Stunden lang.

 

1971: Freibeuter der Meere

 

Bud Spencer und Terence Hills Ausflug in die Welt der Piraten ist einer ihrer schwächsten Filme. Dies liegt sicher auch daran, dass der Streifen noch nicht die spätere Spencer/Hill-Formel zu nutzen wusste und die beiden auch noch nicht ihre spätere Popularität erreichten. Ausserdem ist Bud Spencers Figur nur als Nebenrolle angelegt. Die Handlung bietet aber immerhin eine Menge Keilereien und zahlreiche Fechtszenen.

 

1971: Vier Fäuste für ein Halleluja

 

Hill und Spencer in Höchstform: In der direkten Fortsetzung zu "Die rechte und die linke Hand des Teufels" sind die beiden Haudegen erneut als ungleiches Bruderpaar zu sehen. Diesmal legen sie sich mit dem fiesen Verbrecher Parker (Emillio Delle Piane) und dessen Schergen an. Nebenbei beschützen Sie eine Mission friedliebender Mönche. Absolutes Highlight des Films: Die Fresszene im Restaurant, welche von Bud Spencer und Terence Hill höchstpersönlich vorgeschlagen und improvisiert wurde. "Vier Fäuste für ein Halleluja" gewann die Goldene Leinwand und zählt mit geschätzt über 12 Millionen Kinobesuchern zum erfolgreichsten Film des Duos.

 

1972: Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle

 

Einer der grossen Klassiker des Duos: Diesmal spielen die beiden zwei gegensätzliche Piloten, die regelmässig absichtlich ihre Flugzeuge zu Bruch fliegen. So wollen sie die Versicherungssummen abkassieren. Als sie einem Smaragdschürfer über den Weg laufen, beschliessen sie in das Geschäft einzusteigen. "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" wurde überwiegend in Kolumbien gedreht. Aufgrund des riesigen Publikumserfolgs wurde der Streifen mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet.

 

1974: Zwei wie Pech und Schwefel

 

Auch in diesem soliden Klamauk bekämpfen sich Bud Spencer und Terence Hill anfänglich. Beide wollen unbedingt bei einem Ralleycross-Rennen den ersten Preis - einen roten Strandbuggy - gewinnen. Als sie jedoch gleichzeitig über die Zielline fahren, wollen sie den Sieg bei einem Wettessen entscheiden. Schliesslich raufen sie sich jedoch zusammen um einem Gangsterboss das Handwerk zu legen. In einer Nebenrolle ist Charakterdarsteller Donald Pleasence (Gesprengte Ketten, 1963, "James Bond 007 - Man lebt nur zweimal", 1967, Halloween - Die Nacht des Grauens, 1978) als Psychologe zu sehen. Seine Figur ist dabei eine Parodie auf Sigmund Freud.

 

1974: Zwei Missionare

 

Die Formel ist geknackt: In dieser kurzweiligen Komödie ist alles drin, was einen Spencer/Hill-Film ausmacht. Diesmal verschlägt es das Duo als Missionare nach Venezuela. Dort sollen sie im Auftrag der Kirche die Einheimischen eines Dorfes zum christlichen Glauben bekehren. Doch die beiden machen sich lieber ein gemütliches Leben und beschützen die Einheimischen vor einem korrupten Gouverneur und dessen Handlanger. "Zwei Missionare" zählte ebenfalls zu den Spencer/Hill-Komödien, welche mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet wurden.

 

1977: Zwei ausser Rand und Band

 

Diesmal verschlägt es das Komikerduo nach Miami. Dort suchen sie erfolglos an einem Hafen nach Arbeit. Dabei geraten sie beide in die Fänge eines Gangstersyndikats und wollen schliesslich einen Supermarkt ausrauben. Zufälligerweise landen sie aber auf dem Polizeiposten und bewerben sich kurzerhand als Ordnungshüter. Bis auf die abschliessende Keilerei wurde der Streifen überwiegend in Miami gedreht. "Zwei ausser Rand und Band" gewann 1977 die Goldene Leinwand.

 

1978: Zwei sind nicht zu bremsen

 

Bud Spencer und Terence Hill sind in ihrer zwölften Zusammenarbeit wieder als ungleiches Brüderpaar unterwegs. Dabei sollen sie in Florida eine Mafiabande infiltrieren die mit Hilfe korrupter Polikter eine ganze Reihe Casinos kontrollieren. Um den Film zu drehen wurden eigens ein aus über 50 Leuten bestehende Filmcrew aus Italien eingeflogen. Auch dieser Streifen wurde mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet.

 

1979: Das Krokodil und sein Nilpferd

 

Diesmal haut das Komikerduo als ungleiches Cousinpaar auf den Putz. Zusammen müssen sie einem korrupten Grosswildjäger und dessen Handlangern das Handwerk legen. "Das Krokodil und sein Nilpferd" wurde überwiegend in Südafrika u.a. in der Nähe von Johannesburg und Pretoria gedreht. Der Titelsong "Grau, Grau, Grau" stammt übrigens aus der Feder von Bud Spencer, der das Lied auch vorträgt. "Das Krokodil und sein Nilpferd" zählte wenig überraschend ebenfalls zu den Gewinnern der Goldenen Leinwand.