Die 1980er Jahre feierten im Kino die Rückkehr eines alten Bekannten: der dritten Dimension, kurz 3D. Doch genau wie in den Jahrzehnten zuvor sollte es das Format nicht gerade einfach haben...
Obwohl mit 3D-Techniken bereits in den Anfängen des Kinos experimentiert wurde, feierte die Technologie erst zu Beginn der 1950er Jahre ihren Durchbruch. Der Boom dauerte jedoch nur knapp fünf Jahre und die Technik konnte sich auf Dauer nicht durchsetzen.
In den 1980er Jahren versuchte Hollywood jedoch erneut, das 3D-Format salonfähig zu machen. Der Auftakt machte 1981 der Italo-Western "Alles fliegt dir um die Ohren". Der Streifen kostete gerademal 2,5 Mio. $ und wurde primär in Spanien und Rom gedreht. Der Streifen war von Beginn an als 3D-Erlebinis konzipiert.
An den Kinokassen war der Streifen so erfolgreich, dass die Hersteller anfänglich mit der Produktion der 3D-Brillen nicht nach kam. Insgesamt fünf Millionen Stück musste Produzent Tony Anthony allein für den US-Markt bestellen. Am Ende machte sich die Investition bezahlt und "Alles fliegt dir um die Ohren" spielte allein in den USA 12 Mio. $ ein.
Der Erfolg des Films sprach sich in Hollywood schnell rum und die Studiobosse sahen insbesondere im Horrorfilm-Genre Potenzial für das 3D-Format. Als erstes sollte der dritte Teil der enorm erfolgreichen Slasher-Reihe "Freitag der 13." zu 3D-Ehren kommen.
Für die Umsetzung liess das produzierende Paramount-Studio an neuen 3D-Linsen forschen. Aufgrund der Neuheit der Linsen gestalteten sich die Dreharbeiten aber als umständlich, da zahlreiche Szenen oft wiederholt werden mussten um den gewünschten 3D-Effekt zu erreichen. Die Strapazen sollten sich finanziell jedoch lohnen: "Und wieder ist Freitag der 13." spielte bei Produktionskosten von 2,2 Mio. $ allein in den USA knapp 37 Mio. $ ein. Für einen R-Rated-Film eine beeindruckende Summe.
Inspiriert vom Riesenerfolg von "Und wieder ist Freitag der 13." machte die Universal für "Der weisse Hai 3D" (1983) rund 18 Mio. $ locker und liess den dritten Teil der Reihe in 3D drehen. Dies sollte auch über den Umstand hinwegtrösten, dass der Star der ersten beiden Filme, Roy Scheider, für Teil drei nicht mehr verpflichtet werden konnte. Überraschenderweise ging die Rechnung auf: Obwohl "Der weisse Hai 3D" mit einem US-Box-Office von rund 46 Mio. $ weit weniger als sein Vorgänger einspielte (78 Mio. $), war er dennoch ein Kassenhit. Damit stellte er sicher, dass weiterhin Geld in 3D-Filme floss.
Einen ersten Rückschlag musste die 3D-Filmwelle ausgerechnet mit einem weiteren Horror-Sequel einstecken: "Amityville Horror 3D" (1983). Rund 6 Mio. $ investierte die Orion Pictures in den dritten Teil der Spuckhaus-Geschichte, dessen Original von 1979, "Amityville Horror - Eine wahre Geschichte", mit einem US-Box-Office von 86 Mio. $ noch heute zu den grössten Horrorhits aller Zeiten zählt. Doch der dritte Teil hatte weitaus weniger Glück und floppte trotz 3D-Vorteil an den US-Kinokassen und beendet damit die "Amityville"-Reihe schlagartig. Dieser Misserfolg liess nebenbei erstmals Zweifel an einem langanhaltenden 3D-Boom im Kino aufkommen.
Mit "Spacehunter - Jäger im All" (1983) erreichte das 3D zuvor aber noch das Science-Fiction-Genre. Dieses boomt dank dem bombastischen Erfolg von George Lucas Krieg der Sterne-Trilogie sowie zahlreichen anderen Streifen wie kaum ein anderes Genre auf dem Markt. Nicht zuletzt deshalb investierte die Columbia 14 Mio. $ in "Spacehunter - Jäger im All". Das Ergebnis konnte aber weder in künstlerischer noch kommerzieller Hinsicht überzeugen und spielte an den US-Kinokassen lediglich 16,5 Mio. $ ein. Eine herbe Enttäuschung.
Die zunehmenden Misserfolge waren für die Studiobosse Warnsignal genug, um die Produktion von 3-D-Filmen vorerst wieder einzustellen. Auch blieben technische Neuerungen und Verbesserungen des 3D-Erlebnis auf der Strecke. Erst 2009 gelang es Regisseur James Cameron mit seinem Mega-Blockbuster Avatar - Aufbruch nach Pandora das 3D-Verfahren wieder salonfähig und zu einer festen Grösse auf dem Kinomarkt zu machen.
Verwandte Artikel: