Die 1980er Jahre boten eines der spektakulärsten Duelle aller Zeiten - James Bond gegen James Bond. 1983 war das schicksalshafte Jahr, in dem sich James Bond an der Kinokasse selbst konkurrierte - in Form des amtierenden 007 Roger Moore und Veteran Sean Connery...
Obwohl Ur-Bond Sean Connery bei den Dreharbeiten zu "Diamantenfieber" (1971) immer wieder betonte, dass dies sein definitiv letzter James Bond-Film sei, entschloss er sich Anfang der 1980er Jahre überraschend zu einem Comeback.
Kevin McClory, der die Rechte an Ian Flemings "Feuerball" besass, plante eine Neuverfilmung des Stoffes und kündigte sein Vorhaben bereits Mitte der 1970er Jahre an. Sean Connery arbeitete teilweise an der Entwicklung des Drehbuchs mit, sah sich jedoch nicht in der Hauptrolle.
Produzent Jack Schwartzmann bot Connery schliesslich 3 Mio. $ sowie eine lukrative Gewinnbeteiligung an, wenn er 007 nochmals spielen würde. Connery willigte ein, aber nur unter der Bedingung sowohl beim Skript als auch bei der Auswahl der Hauptdarsteller ein Wörtchen mitreden zu dürfen. Damit war der Deal besiegelt und 1982 konnten schliesslich die Dreharbeiten beginnen. Der ironische Titel des Films, "Sag niemals nie", wurde übrigens von Sean Connerys Frau Micheline vorgeschlagen.
Ursprünglich sollte "Sag niemals nie" im Sommer 1983 in direkter Konkurrenz mit Albert R. Broccolis "Octopussy" starten. Am Ende entschieden sich die Produzenten jedoch für einen Start im Spätherbst desselben Jahres. "Octopussy" konnte folglich als erster ins Rennen starten und im Juni 1983 war es schliesslich soweit.
Am US-Premierenwochenende spielte "Octopussy" in 1'311 Kinos 8,9 Mio. $ ein. Nur vier Wochen später waren es bereits 42,4 Mio. Am Ende seiner Laufzeit erreichte "Octopussy" schliesslich rund 68 Mio. $. Ein voller Erfolg und über 13 Mio. $ mehr als der Vorgänger "In tödlicher Mission" (1981).
Im Oktober startete dann "Sag niemals nie" mit einem Paukenschlag. Am US-Premierenwochenende spielte Sean Connerys 007 Comeback in 1'550 Kinos fast 11 Mio. $ ein und damit mehr als "Octopussy". "Sag niemals nie" schien damit klar die Oberhand zu haben. Doch nur vier Wochen später zeigte sich ein anderes Bild: Mit Einnahmen von 34 Mio. $ hinkte "Sag niemals nie" um 8 Mio. $ hinter "Octopussy" im gleichen Zeitraum her. Schliesslich erreichte die "Feuerball"-Neuinterpretation ein Box-Office von 55 Mio. $ und lag damit deutlich hinter Roger Moores neustem 007-Streich.
Ähnliches wiederholte sich auch an den deutschen Kinokassen. Allerdings mit zeitlicher Verzögerung. So startete "Octopussy" bereits am 04. August 1983 in den bundesdeutschen Kinos, während "Sag niemals nie" erst am 20. Januar 1984 anlief. Mit insgesamt 4,33 Millionen Eintritten hatte "Octopussy" gegenüber den 3,61 Millionen Eintritten von "Sag niemals nie" deutlisch die Nase vorn. Auch weltweit erwies sich Roger Moores 007-Mission mit einem Box-Office von 188 Mio. $ gegenüber 160 Mio. $ als der klare Gewinner. Ein schlagender Beweis für die hohe Akzeptanz Roger Moores beim Publikum.
Ein kleiner Wermutstropfen gab es dennoch für "Octopussy": Bei den Kritikern stiess Roger Moores Streifen auf deutlich weniger Zuspruch. Während "Sag niemals nie" bei www.metacritic.com einen Metascore von 68/100 erreichte, brachte es "Octopussy" lediglich auf 63/100. Der "Realismus" von "Sag niemals nie" wurde dabei von den Schreiberlingen positiv hervorgehoben, während die doch recht ausgeprägten Albernheiten (z.B. die Krokodil- oder Tarzan-Szene) in "Octopussy" bemängelt wurden.
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