James Bond Will Return - Die Rückkehr der Doppelnull


Lange Zeit war es ruhig um den berühmtesten Geheimagenten Ihrer Majestät. Doch Mitte der Dekade feierte er endlich sein langersehntes Comeback - mit neuem Gesicht und alter Box-Office-Power...

Nach über sechs Jahren Leinwandabstinenz meldete sich Ende 1995 der berühmteste Geheimagent aller Zeiten mit "Goldeneye" auf die Leinwand zurück. Die Rückkehr gestaltete sich aus mehreren Gründen als nicht ganz einfach. 

 

"Lizenz zum Töten" konnte 1989 weder Fans noch Kritiker so richtig zu zufriedenstellen. Zu brutal war der Streifen, zu wenig Bond-Feeling kam auf. Ausserdem haderten viele mit Hauptdarsteller Timothy Dalton, der sich zwar redlich bemühte dem Agenten neue Facetten zu verleihen, aber dennoch nicht so richtig überzeugen konnte.

 

Auch das Box-Office liess zu wünschen übrig: "Lizenz zum Töten" spielte an den weltweiten Kinokassen "nur" 156 Mio. $ ein, davon enttäuschende 35 Mio. $ in den USA. An den deutschen Kinokassen wollten gerademal 2,47 Millionen Besucher Bonds Rachefeldzug sehen. Erstmals seit Jahren reichte es damit nicht für die Goldene Leinwand und auch nicht für die vorderen Ränge in den Jahrescharts. Selbst Roger Moores verschmähter Bondabschied "Im Angesicht des Todes" (1985) war mit 3,37 Millionen Besuchern um Längen erfolgreicher.

 

Zu wenig Bond: "Lizenz zum Töten" (Filmplakat)
Zu wenig Bond: "Lizenz zum Töten" (Filmplakat)

 

Obwohl die Richtung hin zu mehr Realismus und weniger Albernheiten begrüsst wurde, wirkte sie dennoch erzwungen. Bond-Produzent Albert R. Broccoli stand also vor einer grossen Herausforderung. Schliesslich besann er sich auf Bonds Wurzeln und engagierte mit Pierce Brosnan ein neues Gesicht für Englands Meisterspion. 

 

Brosnan sollte ursprünglich bereits 1987 die Rolle der beliebten Doppelnull übernehmen, musste jedoch aufgrund der Verlängerung der TV-Serie "Remington Steele" (1982-1986) absagen. 1994 war er aber bereit. Und als er als neuer James Bond vorgestellt wurde, waren die Dreharbeiten zum neuesten James Bond-Film "Goldeneye" bereits in vollem Gange. Der Titel wurde symbolhaft nach Ian Flemings Ferienresidenz auf Jamaika benannt.

 

Am 13. November 1996 feierte "Goldeneye" in der berühmten Radio Music City Hall in Los Angeles seine US-Premiere und spielte allein am ersten Wochenende 26 Mio. $ ein. Fast soviel wie "Lizenz zum Töten" 1989 insgesamt einbrachte. James Bond war mit einem Knall zurück.

 

Was jedoch viel wichtiger war, waren die einhellig positiven Stimmen in Bezug auf Pierce Brosnan. Kritik und Publikum akzeptierten ihn auf Anhieb als neuer James Bond. Entsprechend stimmte auch die weltweite Kinokasse und "Goldeneye" spielte 356 Mio. $ ein. Dies waren 200 Mio. mehr als sechs Jahre zuvor "Lizenz zum Töten" einbrachte. In Deutschland zählte "Goldeneye" über 5,5 Millionen Eintritte und damit über das Doppelte seines Vorgängers. Ein klares Votum.

 

James Bond konnte sich dank Bronsans Popularität mühelos ins neue Jahrtausend retten. Der Slogan "James Bond Will Return" wurde nun wieder zur Gewissheit.