Eines der schwierigsten Unterfangen in filmtheoretischer Hinsicht ist das Definieren, Abgrenzen und Einordnen der zahlreichen Filme in die verschiedenen Genres. Im Normalfall ist eine solche Einteilung abschliessend auch kaum möglich, da die Spielarten und die Kreativität des Mediums zu vielseitig sind, um allen Aspekten Rechnung zu tragen.
Wie soll also eine sinnvolle Kategorisierung stattfinden? Die Herangehensweise des Autors bestand darin, den Kern bzw. die Essenz eines Filmes zu finden. Doch selbst das erwies sich als wahre Herkulesaufgabe. So ist z.B. der Kultklassiker Blade Runner (1982) oberflächlich betrachtet ein handfester Science-Fiction-Streifen, da er in der Zukunft angesiedelt ist und über Androiden bzw. Roboter als Protagonisten verfügt. Bei näherer Betrachtung kristallisiert sich jedoch schnell heraus, dass Ridley Scotts Meisterwerk zahlreiche Facetten aufweist und ebenso als waschechter Detektivfilm mit unübersehbaren Referenzen an den klassischen Film noir angesehen werden kann.
Ein ähnliches Problem zeigt sich bei einem weiteren Klassiker, James Camerons Terminator (1984). Der Film enthält zahlreiche Elemente, welche das Genre des Science-Fiction prägen (Zeitreisen, Apokalypse, Cyborgs), funktioniert jedoch auch als lupenreiner Actionfilm, da es weder an Autoverfolgungsjagden, noch an Schiesserein oder Explosionen mangelt. Diese Beispiele veranschaulichen eindrucksvoll das Problem der Genretypisierung.
Um die ganze Sache etwas zu vereinfachen und die Akribiker unter den Homo Sapiens zufriedenzustellen "erfinden" Cineasten und Kritiker deshalb gerne und regelmässig sogenannte Subgenres. Dabei kann dies mitunter auch sonderbare Züge annehmen und plötzlich muss sich der Laie und Filmkenner mit Definitionen wie Slasher oder Splatter herumschlagen. Oder es werden schamlos narrative Stilmittel wie der film noir, welcher sich in erster Linie in einer düsteren Stimmung der Szenerie und Charaktere bemerkbar macht, zu Subgenres "degradiert".
Um sich dennoch im heillosen Dschungel der Irrungen und Wirrungen der Filmgenres zurechtzufinden sind hier einige der wichtigsten und - hoffentlich - sinnvollsten Unterteilungen zu finden. Wovon ich Sie hier jedoch sicher verschone sind Marathon-Unterteilungen und Zungenbrecher wie Abenteuer-Horror-Zombie-Komödie.
Im Grunde gibt es die Reinform des Hauptgenres eigentlich gar nicht. Die meisten Filme vereinen in der Regel mehrere Genreelemente in sich. Dennoch sind die Hauptgenres als erste Orientierung unentbehrlich.
Haupgenres beziehen sich in erster Linie auf den Grundton eines Filmes. Ist er eher zum Lachen oder zum Fürchten? Ist er mehr Realität oder Fantasy? Welche Charaktere tummeln sich hauptsächlich darin? Welche Szenerien sind vorherrschend? All diese Fragen helfen dabei zu erkennen, welches Genre ein Film am stärksten vertritt.
Folgende Genres können gemäss diesen Kriterien als Hauptgenres angesehen werden:
Im Gegensatz zu den Hauptgenres sind die Subgenres schon weniger universell. Hier nimmt ein Film bereits ein bestimmte Form an, die ihn von einem anderen Streifen klar unterscheidet. Er "outet" sich im Prinzip und bezieht klar Stellung. Dadurch kann er gezielt ein spezifisches Publikum ansprechen und konsequent sein Ding durchziehen. Meist liegt in dieser Konkretisierung auch die grosse Stärke.
Untermauert wird diese meist durch ein physisches oder erzählerisches Markenzeichen. Wenn z.B. in einem Bibelfilm das Wort Gott nicht fällt ist was faul, ebenso wenn in einem Justizthriller kein Gerichtsaal zu sehen ist.
Ein Nachteil der Subgenres liegt allerdings darin, dass es Cineasten und Kritiker gleichermassen dazu verführt, immer wieder neue Kategorien bzw. Subgenres zu erfinden. Vor lauter Bäume kann schon mal der Wald nicht mehr gesehen werden.
Doch dies soll hier nicht das Ziel sein und nachfolgend ist ein VORSCHLAG für sinnvolle Subgenres: