Ehrgeizige Underdogs, selbsternannte Robin Hoods oder schlicht und einfach nur selbstsüchtige Egomanen - der Gangsterfilm beherbergt vielerlei fragwürdiger Gestalten. Doch auch mutige Undercover-Cops und unbestechliche Ermittler im zählen zum reichhaltigen Repertoire des Gangsterfilms...
Im Zentrum des Gangsterfilms stehen meist die grossen Bosse der Unterwelt sowie deren kriminellen Machenschaften. Meist wird der Aufstieg und Fall eines Gangsters oder eines Gangstersyndikats geschildert. Korruption, Geldwäscherei, Bankraub, Drogenschmuggel und sich gegenseitig rivalisierende Gangsterbanden sind dabei feste Grössen im Universum des Gangsterfilms. Auch über ein Mangel an Kugelhagel und Leichen kann sich kaum ein Gangsterfilm beklagen.
Während bereits die Filme der frühen Tage mit für damalige Verhältnissen drastischen Bildern aufwarteten, trieben es in den 1970er, 1980er und 1990er Jahre insbesondere Regisseure wie Francis Ford Coppola, Martin Scorsese und Brian De Palma auf die Spitze. Dabei schufen sie blutige Klassiker wie Der Pate (1972), Hexenkessel (1973), Scarface (1983), "Die Unbestechlichen" (1987), Good Fellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia (1990), Carlito's Way (1993) und "Casino" (1995).
Nebst den Lebensgeschichten der grossen Mobsters, werden im Gangsterfilmgenre auch häufig Geschichten von Aussteigern und undercover agierenden Protagonisten erzählt. In der Regel nehmen diese Aussteiger- und Insiderstorys jedoch selten ein gutes Ende.
Ebenfalls häufig werden auch kompromisslose Ermittler und Polizsten wie z.B. in "Die Unbestechlichen" (1987), American Gangster (2007) oder "Public Enemies" (2010) porträtiert. Hier gibt es dann natürlich häufig Überscheidungen zum Detektiv- und Polizeifilm.
Der Gangsterfilm ist meist auch eine Art Milieustudie - insbesondere bei den Werken von Martin Scorsese oder Brian de Palma. Dabei beleuchtet das Subgenre häufig die Machtmechanismen, Methoden und Strukturen der Unterwelt und vor allem auch der Erhalt ebendieser unheilvollen Allianzen. Insofern funktioniert der Gangsterfilm häufig auch als gesellschaftskritische Stimme, welche schonungslos soziale Misstände aufzeigt (z.B. in Spike Lees "Boyz n the Hood", 1991).
Der mit Abstand erfolgreichste Gangsterfilm überhaupt ist Francis Ford Coppolas Der Pate (1972). In den USA spielte er bei seiner Erstaufführung knapp 134 Mio. $ ein, was in 2019-$ umgerechnet einer Summe von schätzungsweise 1,19 Mrd. $ enstpricht.