Wenn Männer schreien, Knochen brechen und Fäuste durch die Gegend fliegen kann es nur Martial-Arts sein. Wenn dann noch durch die Luft gesprungen und Spagate ausgeführt werden ist der Fall klar...
Das Subgenre des Marital-Arts-Films ist natürlich ein Ableger des insbesondere beim männlichen Publikum beliebten Actionfilms. Obwohl Martial-Arts in China und Hongkong bereits früh zur Kinolandschaft gehörte, schaffte es die Verbreitung im Westen erst in den 1970er Jahren dank Kampfsportlegende Bruce Lee (1940-1973). Dieser war Pionier auf dem Gebiet und landete mit "Der Mann mit der Todeskralle" (1973) einen überraschenden Kassenhit.
Eines der Hauptmerkmale des Martial-Arts-Film sind natürlich die spektakulären Kampfkunst-Kloppereien. Häufig muss sich dabei ein Einzelkämpfer gegen eine überlegene Anzahl an Gegnern beweisen und hat dafür oft nur die Fäuste zur Verfügung. Häufig kämpfen die Helden des Martial-Arts-Films gegen tyrannische Bösewichte oder Grossmäuler. Dabei kämpfen sie nicht nur für den persönlichen Gewinn oder egoistische Anerkennung sondern für die Schwächeren oder eine höhere Sache.
Der Marital-Arts-Film existiert in unterschiedliche Ausprägungen und so gibt es die eher brutalen Knochenbrecher-Filme mit Bruce Lee, Steven Seagl oder Jean-Claude Van Damme oder auch die eher sanfteren Varianten für Teenager wie z.B. "Karate Kid" (1984, 2010) oder "Karate Tiger" (1985), die eher als Sportfilm kategorisiert werden. Doch auch als Komödie oder poetisches Werk kann der Marital-Arts-Film daherkommen. Insbesondere letzteres brachte dabei visuell atemberaubende Meisterwerke wie "Dragon and Tiger" (2000), "Hero" (2002) oder "House of the Flying Daggers" (2004) hervor und gilt zu Recht als filmische Kunst.
Ende der 1990er Jahre entdeckte schliesslich Hollywood die Ästhetik des Martial-Arts-Film und räumte ihm im innovativen Science-Fiction-Klassiker Matrix (1999) einen hohen Stellenwert ein. In der Folge gab es kaum mehr einen Actionkracher ohne Kampfsport-Einlagen. Das Subgenre des Martial-Arts konnte sich dabei auch von seinem in den 1980er Jahren erworbenen Status als Videogenre wieder lösen.