Der Ritterfilm - Kreuz, König und Herzdame


"Ivanhoe – Der schwarze Ritter" (1952): Robert Taylor, Elizabeth Taylor
"Ivanhoe – Der schwarze Ritter" (1952): Robert Taylor, Elizabeth Taylor

Der Ritterfilm verwendet ähnliche Erzählelemente wie der Mantel- und Degenfilm, ist jedoch vom Schauplatz her weniger stark begrenzt. Nebst Europa dürfen sich die Hauptprotagonisten auch in exotischere Gefilde wie z.B. den Nahen Osten oder den asiatischen Kontinent hervorwagen. Charakteristische Merkmale des Ritterfilms sind Zweikämpfe und Turniere, welche meist ritterliche Tugenden wie Edelmut und Ehrenhaftigkeit zelebrieren. In der Regel wird von den Protagonisten dabei um die Gunst einer schönen Dame geworben. Nicht selten ist jedoch auch die Manns- und Ritterwerdung ein Thema des Ritterfilms und ein anfänglich unerfahrener Jüngling reift im Verlaufe der Handlung zum unerschrockenen Kämpfer heran (z.B. Königreich der Himmel, 2005). Da der Ritterfilm meist eine Idealisierung der damaligen Realität darstellt und deswegen manchmal auch einen märchenhaften Charakter annimmt, ist es nicht verwunderlich, dass viele Streifen dieses Subgenres an das Fantasygenre grenzen bzw. mit diesem verschmelzen (z.B. Excalibur, 1981, Der Drachentöter, 1981, Dragonheart, 1996, oder Eragon, 2006). Der Ritterfilm feierte ähnlich wie der Mantel- und Degenfilm oder der Piratenfilm seinen Höhepunkt zwischen den 1930er und 1960er Jahren. Spätere Wiederbelebungsveruche blieben meist erfolglos (z.B. Robin und Marian, 1976, Der erste Ritter, 1995, Königreich der Himmel, 2005).