Die Dreharbeiten - 3, 2, 1... und Action!


Endlich kanns losgehen. Die wichtigsten Punkte sind geregelt, die Reservationen erledigt und die Stars unter Dach und Fach. Es ist Zeit für den legendären Ausruf: "Klappe und Action!"...

Nachdem die Verträge unter Dach und Fach und die Mehrheit der Drehorte bekannt sind sowie der Grossteil des Castings abgeschlossen ist, kann mit den eigentlichen Dreharbeiten begonnen werden. 

 

Gedreht wird normalerweise anachronistisch, d.h. es wird nicht die erste Seite des Drehbuchs am ersten Drehtag verfilmt. Diese Form des Drehens ist natürlich von Vorteil, da z.B. gefragte Haupt- und Nebendarsteller meistens ausgebucht sind und daher manchmal nur über wenig Zeit verfügen. So haben die Szenen mit diesen Darstellern meist Priorität. 

 

Auch gibt es zahlreiche andere Gründe, die für eine anachronistische Verfilmung eines Drehbuchs sprechen (z.B. Komplexität einer Szene, Wetterbedingungen am Drehort, logistische Schwierigkeiten, Nachtdrehs, etc.).

 

Ein weiterer Vorteil des anachronistischen drehens ist der, dass z.B. Szenen, welche ohne Regisseur oder Stars auskommen, von der Second Unit gedreht werden können (z.B. Stuntszenen, relativ "unwichtige" Zwischenszenen, Landschaftsaufnahmen, etc.). Auch dies spart natürlich enorm viel Zeit und dadurch wiederum viel Geld. 

 

Damit die Kosten während des Drehens im Überblick behalten werden können, erfolgen täglich Kostenreports. Diese werden zusätzlich durch wöchentliche abgerundet und geben den Produzenten somit ein klares Feedback der laufenden Produktion. Dadurch können allfällige Änderungen oder Optimierungen in Angriff genommen werden.

 

Neben dem Überblick der laufenden Kosten wird regelmässig mit den Produzenten kommuniziert und allfällige kreative Änderungen besprochen. Ebenfalls werden die bisherigen Dreharbeiten sowie bereits vorhandenes Filmmaterial analysiert. Während der Dreharbeiten wird auch verstärkt die Presse miteinbezogen sowie erste konkrete Öffentlichkeitsarbeit verrichtet. Meist entstehen erste Produktionsvideos sowie Aufnahmen für Trailer, Making ofs und andere Werbeträger (z.B. Fotos).

 

Der grösste Teil nimmt jedoch das vorbereiten und drehen der einzelnen Filmszenen in Anspruch. Damit dies reibungslos vonstatten geht, wird die Crew mit Hilfe des sogenannten Call Sheets über den jeweils nächsten Drehtag informiert. Das Call Sheet enthält dabei u.a. einen kurzen Beschrieb - im Fachjargon auch Synopsis genannt - der zu drehenden Szene sowie sämtliche dafür erforderlich Cast- und Crewmitglieder. Weiterhin enthalten sind der Drehort, die Drehzeit, die Mittagspausenzeit, die Wetterbedingungen sowie diverese weiterführende Hinweise (z.B. Busservice, Sicherheitshinweise, spezielle Vorschriften, etc.). 

 

Ergänzend zu den Call Sheets wird jeweils am Ende eines Drehtags ein Produktionsreport erstellt. Der Produktionsreport gibt dabei Auskunft über die Ereignisse des Tages und hält z.B. fest, wann welche Szene gedreht wurde, welcher Film benutzt wurde und ob allenfalls ungewöhnliche Ereignisse (z.B. Unfälle, Verletzungen, Krankheiten, etc.) vorkamen. 

 

Die Hauptverantwortung über die Dreharbeiten unterliegen nicht wie man annehmen könnte dem Produztenten, sondern dem Line Producer. Der Line Producer ist für das koordinieren und organisieren der laufenden Produktion zuständig. Er ist also für den reibungslosen Ablauf der Dreharbeiten zuständig, was natürlich auch die Einhaltung des Budgets beinhaltet. Das Zusammenstellen des Drehteams, das erstellen des konkreten Budgets sowie die regelmässige Kommunikation zwischen der künstlerischen, finanziellen und technischen Seite der Produktion zählen ebenfalls zu den Aufgaben des Line Producers. Er nimmt dadurch also eine Schlüsselposition ein und fungiert nicht nur als Bindeglied zwischen den einzelnen Abteilungen sondern auch als unverzichtbarer Problemlöser.