Die Idee - Mögen die Spiele beginnen...


"Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist." Ganz nach Victor Hugos Motto ist auch im Filmbusiness die Idee die Grundlage eines jeden Filmes. Ist diese jedoch vorhanden, beginnt die eigentliche Arbeit...

Bevor ein Film überhaupt entstehen kann, braucht es zuerst eine Idee. Diese kann z.B. Zeitungsartikeln, Romanen oder schlicht der Phantasie kreativer Drehbuchautoren entspringen. 


In Form eines ersten groben Entwurfs - im Fachjargon Treatment genannt -wird die Idee den verantwortlichen Studiobossen bzw. potenziellen Geldgebern unterbreitet. Diese geben bei Interesse ein detaillierteres Drehbuch in Auftrag. 

 

Dies ist jedoch nur eine Möglichkeit. Es kann auch bereits ein fertiges Drehbuch oder eine Vorstufe davon (z.B. ein Exposé oder Treatment) vorhanden sein. Auch kann die Ausarbeitung eines Drehbuchs in Auftrag gegeben werden, was z.B. häufig bei Remakes, Sequels oder Reboots der Fall ist.

 

Egal auf welche Art und Weise ein Drehbuch entsteht, eine Bedingung muss immer erfüllt sein: Es muss nach den branchenüblichen Regeln und Strukturen verfasst sein. Fehlerhafte und unstrukturierte Drehbücher wecken beim Empfänger meist Misstrauen und zeugen von wenig Professionalität. Die Anzahl Seiten können natürlich je nach Komplexität der Geschichte varieren, betragen in der Regel jedoch zwischen 90 und 120 Seiten.

Auszug des Drehbuchs zum Megablockbuster "Avatar - Aufbruch nach Pandora" (2009)
Auszug des Drehbuchs zum Megablockbuster "Avatar - Aufbruch nach Pandora" (2009)

Der grosse Vorteil fertiger Drehbücher ist der, dass bereits beim Lesen erste Einschätzungen über die zu erwartenden Kosten gemacht werden können. Auch können bereits erste Besetzungskandidaten in Betracht gezogen werden. Im besten Falle erfolgt das grüne Licht für die Produktion, im schlechtesten wird das Projekt auf Eis gelegt. Letzteres heisst jedoch nicht, dass aus dem Drehbuch nie ein Film entsteht. Meist wird dieses dann einfach einem anderen Studio bzw. potenziellen Geldgeber vorgelegt. Dies war u.a. bei Kassenschlagern wie Krieg der Sterne (1977) , "Kevin allein zu Haus" (1990), Forrest Gump (1994) oder "Die Braut, die sich nicht traut" (1999) der Fall. 

 

Ob einem Studio bzw. einem Finanzier ein Drehbuch zusagt oder nicht, hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Unter anderem beeinflussen der herrschende Zeitgeist, bereits am Drehbuch interessierte Talente sowie persönliche Vorlieben die Entscheidungsfindung. Aufgrund der wechselhaften Natur solcher Faktoren ist es jedoch nicht ungewöhnlich, dass ein Projekt trotz konkreter Fortschritte doch nicht verwirklicht wird.