Das Home Entertainment ist für die Filmindustrie das wichtigstes finanzielle Standbein. Es umfasst neben den Auswertungsformen DVD/Blu ray auch die Auswertung im Fernsehen und in
Streaming Diensten. Folglich wäre Hollywood ohne das dynamische und vielseitige Home Entertainment schon lange Geschichte...
In den Anfangstagen des Home Enterainment umfasste der Begriff lediglich die Auswertung auf VHS und im Fernsehen. Doch seit der Digitalisierung tummelt sich im Home Entertainment eine kaum mehr überschaubare Vielfalt.
Nachdem sich ein Film im Kino mehr oder weniger behauptet hat erfolgt zunächst die Auswertung auf DVD. Dieser Teil der Auswertungskette macht inzwischen rund 50% der Gesamteinnahmen der Filmindustrie aus. Im Gegensatz zum früheren Videomarkt, zeichnet sich der DVD-Markt vor allem dadurch aus, dass der Löwenanteil des Umsatz mit dem Direktverkauf an den Kunden verdient wird. Der Verleihsektor findet im DVD-Bereich kaum noch Anwendung.
Das grösste finanzielle Wachstum fand auf dem DVD-Markt zwischen den Jahren 2000 und 2006 statt und die Menge der verkauften DVD-Einheiten stieg von 188 Millionen auf rund 1,3 Milliarden. Inklusive des Verleihs konnte Hollywood allein 2006 DVD-Bruttoeinnahmen von über 24 Milliarden Dollar verbuchen. Besonders erfreulich an diesen Zahlen ist aus Sicht der Filmindustrie vor allem die Tatsache, dass die Herstellung einer DVD relativ preiswert ist und dadurch auch die effektiven Gewinne gesteigert werden konnten. Die DVD-Verwertung eines Films orientiert sich stark an der finanziellen Leistung an den Kinokassen. Je höher die Einnahmen - insbesondere die der ersten Spielwochen - ausfielen, desto mehr Einheiten werden hergestellt und zum Verkauf bzw. Verleih angeboten. Analog zur Kinoverwertung werden auch bei der DVD-Vermarktung die grössten Umsätze in den ersten Wochen nach der Veröffentlichung erzielt. So wurden z.B. von Christopher Nolans Mega-Kassenschlager The Dark Knight in den USA allein in der Startwoche über 6,5 Millionen Exemplare verkauft.