Die Einnahmen - Geld stinkt nicht...


Um die meist beträchtlichen Ausgaben einer Filmproduktion wieder zu amortisieren und Gewinn zu schreiben, verlassen sich die produzierenden Studios hauptsächlich auf die folgenden Einnahmequellen:

 

  • Kinokasse (meist besser bekannt unter dem Begriff "Box-Office")
  • DVD- & Blu-ray
  • Video on Demand (VOD)
  • Pay-TV
  • Free-TV
  • Merchandising
  • Indirekte Einnahmequellen

 

Wie bei den Ausgaben ist diese Aufzählung natürlich nicht abschliessend. So können z.B. je nach Film auch Einnahmen aus Merchandisingprodukten (T-Shirt, Puppen, Bücher, CD, etc.) sowie durch das Product Placement (die werbeeffiziente Platzierung eines Produkts während des Films, z.B. die Omega-Uhr in den James-Bond-Filmen) generiert werden. Ersteres wurde insbesondere durch die Krieg der Sterne-Trilogie, letzteres durch die James-Bond-Filme berühmt.

 

Eine indirekte Einnahmequelle stellen auch staatliche Subventionen dar. Obwohl bei dieser Art "Einnahmequelle" nicht direkt Geld eingenommen wird, hilft diese dennoch bei der Senkung der Produktionskosten bzw. der Maximierung der Gewinne. Die staatliche Subvention ist jedoch meist an Bedingungen geknüpft und so muss in der Regel eine bestimmte Anzahl nationaler Arbeitskräfte für eine Produktion ausgewiesen werden, damit diese dann auch Subventionen bzw. Vergünstigungen erhält. 

 

Eine weitere indirekte Einnahmequelle ist das Militär. Dieses kann bei Gefallen des Drehbuchs eine Filmproduktion mit Material und Personal versorgen, was schon mal mehreren 100'000 $ entsprechen kann. Bedingung ist hier natürlich, dass der Film vom Pentagon abgesegnet wurde.

 

Nachfolgend werden nun die wichtigsten Einnahmequellen unter die Lupe genommen.

 

Die Kinokasse

Obwohl die Einnahmen aus dem Kinokassensektor längst nicht mehr so bedeutend sind wie in den Anfangstagen des Kinos stellen sie dennoch eine unverzichtbare Einnahmequelle für die Filmstudios dar. An der Kinokasse wird nämlich der finanzielle "Wert" eines Filmes festgelegt. Hier zeigt sich, wie gut ein Film sein Publikum findet und ob er am Ende die Investition wert war. Die Kinokasse ist also insofern nach wie vor die bedeutendste Stufe der Filmauswertung.

 

Anhand der Kinokasseneinnahmen kann auch eingeschätzt werden, wie hoch die Nachfrage eines Filmes im Zweitverwertungssektor (DVD, TV, etc.) sein wird. Selbstverständlich ist dies keine exakte Wissenschaft, doch in der Regel kann davon ausgegangen werden, dass ein im Kino populärer Film auch in den Zweitverwertungsmedien diesen Status behalten wird.

 

Wichtig ist jedoch zu bemerken, dass nicht die Bruttokinokasseneinnahmen für die Filmstudios primär von Bedeutung sind sondern den Anteil, den sie daran erhalten. Dieser Anteil wird als Verleiheinnahmen bezeichnet und entspricht einem vertraglich festgelegten Prozentsatz der Kinokasseneinnahmen. Dieser Prozentsatz variiert jedoch von Spielwoche zu Spielwoche. 

 

Mehr zum Thema: Die Kinoauswertung

Merchandising

Das Merchandising kann je nach Film bzw. Filmreihe sehr lukrativ sein. Man denke nur an "Krieg der Sterne", "Jurassic Park" oder die Marvel-Streifen. Das Angebot kann dabei aus T-Shirts, Bettwäsche, Spielfiguren, Sticker, Bücher, Puzzles, Tassen und vielem mehr bestehen. An den Lizenzen für diese Produkte verdient Hollywood nicht selten Millionen von Dollars.

 

Dem Merchandising sind jedoch Grenzen gesetzt und nicht jeder Film oder jede Filmreihe eignet sich gleichermassen für diese zusätzliche Einnahmequelle. Häufig ist sie den grossen Blockbustern und Tentpole-Filmen vorbehalten.

 

Siehe auch: Der Durchbruch des Merchandising (1970er)

Home Entertainment

Unter Home Entertainment wird stellvertretend der gesamte Auswertungssektor eines Filmes nach der Kinoverwertung verstanden. Dies beeinhaltet sowohl den Verkauf auf einem spezifischen Medium (DVD, Blu ray) als auch den Download via Streamingservice oder das VOD (Video on Demand). Weiter kann zum Home Entertainment auch das Fersehen mit seinen verschiedenen Verwertungsfenstern (Pay-TV, Free-TV) gezählt werden.

 

Der Home Video Sektor ist für die Filmindustrie die grösste Einnahmequelle und damit von fundamentaler Bedeutung. Weit über die Hälfte des jährlichen Umsatzes werden auf dem Home Entertainment Markt erzielt. Allein in den USA erreichte der Home Entertainment Sektor im Jahr 2019 Einnahmen von rund 25 Mrd. $. Die Box-Office-Einnahmen betrugen im gleichen Jahr "nur" etwas mehr als 11 Mrd. $. Bedenkt man, dass nur etwa die Hälfte davon zurück in die Taschen der Studios fliesst, wirkt der Home Enertainment Markt noch gewaltiger. 

 

Besonders beliebt in diesem dynamischen Markt ist mittlerweile das Streaming. Die weltweite Popularität von Streaming-Diensten wie z.B. Netflix, Hulu oder Disney+ hat in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen. Dasselbe gilt auch für das VOD. Früher oder später werden diese Formate der DVD und Blu ray den Rang ablaufen. Für die Filmstudios hat dies zahlreiche Vorteile, insbesondere derjenige, dass kaum mehr physische Kosten anfallen.

 

Product Placement

Das Product Placement (auf Deutsch: Produktplatzierung) ist ebenfalls eine mögliche Einnahmequelle. Beim Product Placement wird das Produkt eines Unternehmens im Film zur Schau gestellt, meist nur für wenige Sekunden.

 

Das Product Placement erhielt insbesondere durch die James-Bond-Filme einen hohen Bekanntheitsgrad. Uhren, Anzüge und Autos zählten dabei zu den häufigsten Produkten, die vom Agenten im Geheimdienst ihrer Majestät beworben wurden. Während der Pierce-Brosnan-Ära (1995-2002) waren diese Werbeeinnahmen angeblich so hoch, dass ein Grossteil des jeweiligen Filmbudgets bereits vor der Filmauswertung amortisiert war.

 

Das Product Placement eignet sich jedoch nicht für jeden Film in gleichem Ausmass. Trotzdem wurde es von Hollywood bereits in den 1930er Jahren im kleinen Rahmen angewendet. Den Durchbruch feierte es aber erst in den 1980er Jahren.

 

Indirekte Einnahmequellen

Zu den häufigsten indirekten Einnahmequellen zählen staatliche Vergünstigungen und die Unterstützung durch das Militär. Letzters bedingt natürlich, dass sich die jeweilige Produktion überhaupt dazu eignet. Bei gängigen Blockbustern ist dies jedoch häufig der Fall, da dort oft Actionszenen mit militärischem Personal vorkommen (z.B. "Man of Steel" oder "Captain Marvel"). Ausserdem ist die militärische Unterstützung vom guten Willen des Pentagons abhängig, welches zuvor natürlich das Drehbuch begutachtet und allenfalls auch Änderungswünsche angibt. Steht jedoch die Unterstützung so stellt das Pentagon bereitwillig Personal, Material und Fachwissen zur Verfügung.

 

Ähnlich sieht es mit der staatlichen Vergünstigung aus. Hier locken meist Länder oder Städte mit lukrativen Sparmöglichkeiten und helfen so teilweise, Millionen von Dollars zu sparen. Für Christopher Nolas "The Dark Knight Rises" wurde z.B. ein Budget von rund 300 Mio. $ festgelegt, am Ende kostete der Streifen aber dank steuerlichen Vergünstigungen nur noch 230 Mio. $.

 

Selbstverständlich sind staatliche Vergünstigung wie bei der militärischen Unterstützung  an Bedingungen geknüpft. So muss in der Regel eine bestimmte Anzahl nationaler bzw. lokaler Arbeitskräfte für eine Produktion engagiert werden, damit die Vergünstigungen überhaupt zum Tragen kommen. Häufig gehen Filmstudios aber nur zu gerne darauf ein.

 

Obwohl bei indirekten Einnahmequellen nicht direkt Geld eingenommen wird, helfen diese dennoch enorm dabei, die Produktionskosten zu minimieren. Dadurch wird auch die Gewinnmaximierung erhöht.