Die Kinoauswertung ist in vielerlei Hinsicht die wichtigste Station im Leben eines Filmes. Bereits die Einspielergebnisse am Premierenwochende geben den Studios Aufschluss darüber, ob der Film sich rentieren wird oder nicht bzw. welche Massnahmen ergriffen werden müssen, um den Film auf Kurs zu bringen.
Trifft eine Produktion ins Schwarze und lockt am Premierenwochende massenhaft Zuschauer in die Kinos, so muss eigentlich nicht mehr viel unternommen werden. Läuft der Streifen hingegen nur mittelmässig oder schlecht an, so kann dieser durch die Intensivierung des Marketings allenfalls noch auf Kurs gebracht werden.
In der Regel ist ein Film, welcher am ersten Wochenende schlecht abschneidet jedoch schwer zu fördern und meist kann nur Schadensbegrenzung betrieben werden. Erhält er zusätzlich noch schlechte Kritiken ist er meist verloren.
Ob ein Film gut oder schlecht abgeschnitten hat richtet sich natürlich nach den Erwartungen der Filmstudios bzw. dessen Investition. So kann ein Film am Premierenwochenende z.B. 20 Mio. $ einspielen und entweder ein Hit oder ein Flop sein. Wenn ein Studio z.B. 100 Mio. in diesen Film investiert hat, ist er gelinde gesagt eine finanzielle Katastrophe, hat das Studio hingegen nur 10 Mio. investiert sieht es schon wieder anders aus.
Obwohl ein Film in der Regel nur rund 20% seiner Gesamteinnahmen an den Kinokassen generiert, kann die Bedeutung dieser ersten Verwertungsstufe nicht genug betont werden. Diese Auswertung legt das Image eines Streifens massgeblich fest und enstpricht quasi dem ersten Eindruck, den ein Mensch bei anderen hinterlässt. Und dieser ist bekanntlich der wichtigste.
Die Kinoauswertung selbst erfolgt nach einem zwischen Verleiher und Kinobesitzer vertraglich geregelten Ablauf. Abhängig vom Erfolg eines Filmes kann die vertraglich festgelegte Laufzeit verlängert bzw. verkürzt werden.
Die Kasseneinnahmen werden dabei zwischen Verleiher und Kinobesitzer aufgeteilt, wobei dies ebenfalls vertraglich festgehalten wird. In der Regel erhalten die Verleiher in den ersten Aufführungswochen einen höheren Anteil an den Kinokasseneinnahmen. Der Anteil der Verleiher an den Kinokasseneinnahmen werden als Verleiheinnahmen oder im Fachjargon schlicht Rentals bezeichnet.
Im statistischen Durchschnitt fliessen von den Kinokasseneinnahmen rund die Hälfte an den Verleiher zurück. Dies gilt jedoch nur für den nordamerikanischen Markt. Aufgrund zahlreicher Steuern und Gebühren fallen die Anteile der Verleiher an den ausländischen Kinokasseneinnahmen in der Regel wesentlich geringer aus und betragen im Durchschnitt etwa 40 Prozent (in China gar nur 15-25 Prozent).
Trotz dieser Tatsache ist der Auslandmarkt für Hollywood enorm wichtig und kann je nach Produktion auch schon mal über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die grossen und teuren Blockbuster auf ein internationales Publikum zugeschnitten sind.