Die Tentpole-Strategie - Sicher ist sicher


Die "Fast and the Furious"-Reihe: Musterbeispiele für Tentpole-Filme
Die "Fast and the Furious"-Reihe: Musterbeispiele für Tentpole-Filme

Seit Aufkommen des Fernsehens setzt Hollywood auf sie: Die Tentpole-Filme, meist auch schlicht als Blockbuster bezeichnet. Tentpole heisst wörtlich übersetzt soviel wie "Zeltstange" und bringt die Sache dabei ziemlich genau auf den Punkt. Ohne Zeltstange kein Zelt - ohne Megahits kein Hollywood. Gemeint sind dabei Filme, welche vor allem mit einem grossen Produktions- und Werbeaufwand entstehen und eine möglichst grosse Masse an Zuschauern in die Kinos locken sollen. Diese Filme sollen das grosse Geld bringen. 


Um das grosse Geld zu machen, muss auch gross investiert werden. In der heutigen Zeit bedeutet dies, dass ein Tentpole-Film Produktionskosten von weit über 100 Mio. $ aufweist und mindestens nochmals die Hälfte an Werbekosten. Ein Tentpole-Film kann heutzutage also alles in allem locker mehr als 200 Mio. $ kosten. Ironischerweise stellt der Tentpole-Film dadurch auch ein riskantes Unterfangen dar. Es ist also kein Wunder, dass in erster Linie auf Nummer sicher gegangen wird und vor allem Sequels, Prequels und Reboots als Tentpoles fungieren. Dass dies in der Regel hervorragend funktioniert beweisen die jährlichen Kinocharts, in welchen es von Filmen dieser Art nur so wimmelt.

 

Es ist jedoch nicht immer so, dass Hollywood nur auf Sequels, Prequels oder Reboots als Tentpoles setzt. Immer mal wieder wagen die Filmstudios neue Wege zu beschreiten und auch Filmen ohne diesen Hintergrund eine Chance zu geben. Mit wechselhaftem Erfolg. Während James Camerons 237 Mio. $ teurer Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009) ein Milliarden-Hit wurde, bescherte die 250 Mio. $ Produktion John Carter (2012) den Disney Studios Millionenverluste. Beide Filme basierten weder auf Sequels noch Prequels und stellten auch keine Reboots dar. Doch während der eine ein durchschlagender Erfolg wurde erlitt der andere Schiffbruch. Diese beiden Beispiele sind symptomatisch für die Filmbranche. Denn trotz der zurzeit relativ erfolgserprobten Sequels, Prequels und Reboots spielt das Risiko nach wie vor die Hauptrolle.