Nachdem ein Film auf dem DVD-Markt einen gewissen Sättigungsgrad erreicht hat, spätestens aber sechs Monate nach der DVD-Erstveröffentlichung erfolgt die Weiterverwertung im TV. Diese letzte Station der Filmverwertung ist nach wie vor für über einen Drittel der Gesamteinnahmen eines Films verantwortlich und wird vereinfacht in zwei Katgorien eingeteilt: Das Pay-TV und das Free-TV. An erster Stelle steht das Pay-TV. Das Pay-TV finanziert sich hauptsächlich durch die Gebühren seiner Abonnenten sowie durch Werbeeinnahmen.
In den Geburtsstunden des Pay-TV wurden Filme ursprünglich an sämtliche Pay-TV-Anbieter lizenziert, weshalb sich das Programm der damals gängigen Pay-TV-Sender kaum voneinander unterschied. Mit wachsendem Konkurrenzdruck fingen in den 1980er Jahren die Pay-TV-Anbieter schliesslich an, Exklusivverträge mit den Studios auszuhandeln. Heute hat normalerweise jedes grössere Filmstudio einen der führenden Pay-TV-Sender unter Vertrag. So gehen z.B. Filme von Warner Bros., Columbia und 20th Century Fox üblicherweise an Home Box Office (HBO) und Filme von Paramount und MGM an Showtime. Dies jedoch nur für die vertraglich festgelegten Laufzeiten, welche mitunter zwischen fünf und zehn Jahren liegen können. Nach Ende dieser Laufzeiten kann neu verhandelt werden und die Pay-TV-Sender können mitunter auch die Fronten wechseln.
Nach der Pay-TV-Verwertung erfolgt schliesslich knapp ein Jahr später und ca. drei Jahre nach der Kinopremiere die Free-TV-Premiere. Das Wort Free-TV ist dabei irreführend, da auch das Free-TV nicht ohne Gebühren oder Werbeeinnahmen finanziert werden kann. Der Filmverkauf an das Free-TV verläuft weltweit nach gleichem Muster und erfolgt Paketweise, d.h. das Studio verkauft den Sendern ein Paket von 10 - 20 Filmen. Dieses enthält dabei meist einige wenige Top-Hits und eine Mehrzahl an finanziell eher uninteressanten Streifen. Dabei ist dieser Verkauf meist für einen bestimmten Zeitraum und eine bestimmte Anzahl Ausstrahlungen lizenziert. Der Preis eines neuen Films orientiert sich dabei in aller Regel am Box-Office-Erfolg des Streifens. Je erfolgreicher, desto teuerer. So soll Disney angeblich für eine zehnjährige Free-TV-Auswertung von Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) sowie dessen Fortsetzung Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) insgesamt 130 Mio. $ bezahlt haben. Eine Summe, die ungefähr den Produktionskosten des ersten Teils entspricht. Die Bezahlung der Filmpakete erfolgt normalerweise nach einem gestaffelten Muster und meist verpflichtet sich der Abnehmer bei Vertragsunterzeichnung für eine erste Anzahlung. So können z.B. 20% des Gesamtbetrags bei Vertragsunterzeichnung, 50% nach Erhalt und die restlichen 30% bei späteren Läufen bezahlt werden.